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Online Planspiele erfolgreich durchführen – aber wie?

Schulung zur Online-Moderation am C·A·P

03.08.2020 · C·A·P


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Foto: C·A·P

Die COVID-19-Pandemie hat die politische Bildung an ihrer empfindlichsten Stelle getroffen: der direkten Interaktion mit den Teilnehmenden. Seither stellen sich viele Bildungsakteure die Frage, auf welche Weise sie ihre Angebote in den digitalen Raum verlegen und wie sie möglichst umfangreich ihren Ansprüchen auch unter den veränderten Umständen gerecht werden können. Hierzu gehört auch die Frage nach wertschätzender, aktivierender Moderation und Teamertätigkeit. Besonders herausfordernd ist diese bei der Umsetzung von Planspielen. Wie kann es auch digital gelingen, interaktives Lernen zu ermöglichen und dabei Spaß zu haben, wenn man die ganze Zeit über nur auf den Bildschirm schauen kann?

Die Leiterin der Planspielreihe "Der Landtag sind wir!" Eva Feldmann-Wojtachnia, erfahrene Planspielteamer*innen sowie Praktikant*innen des CAP gingen dieser Frage im Rahmen einer digitalen Schulung zum Thema "Online Moderation auf Vitero" nach. Anne Rickert, Leiterin des Instituts Online Moderation (IOM), gab hierzu in dem fünfstündigen Seminar einen umfangreichen Einblick in die Methoden und Möglichkeiten erfolgreicher Online-Moderation, spezialisiert auf den Planspielkontext. Dank weitreichender Erfahrungen der Teilnehmenden in der Durchführung politischer Planspiele für Jugendliche, konnte konstruktiv und bereichernd über die Implementierung von Online-Plattformen und den nötigen online Moderationstechniken diskutiert werden.

Die Schulung fand dabei auf der Video-Call-Plattform "Vitero" statt. Als Expertin in der Nutzung digitaler Formate im Kontext von virtual classroom Angeboten gab die Trainerin Anne Rickert einen tiefgehenden Überblick über die Möglichkeiten der Kommunikationsplattform. Schnell wurde deutlich, dass "Vitero" mehr kann als nur Ton und Bild aller Meetingteilnehmer*innen zu übertragen: Anhand diverser Feedbackmöglichkeiten, digitaler Klebesticker -und zettel sowie Umfragefunktionen mit sofortiger, visuell aufbereiteter Auswertung verdeutlichte Frau Rickert den Teilnehmer*innen die umfangreichen Möglichkeiten der Plattform.

Im Gegensatz zu gängigen Call-Formaten wie "Skype" oder "Zoom" zeichnet sich "Vitero" durch den Fokus auf die Förderung interaktiver Kommunikation- und Arbeitsformen aus. Im Austausch mit Frau Rickert wurden diese strukturellen Besonderheiten im Kontext des Planspielformats diskutiert. Dazu simulierten die Teilnehmer*innen einen Ausschnitt des Planspiels "Der Landtag sind wir!" und tauschten sich darüber aus, wie die vorhandenen digitalen Tools bei der Umsetzung von Diskussionen, Umfragen und Kleingruppengesprächen genutzt werden können. In Hinblick auf die Möglichkeit, den planspielinternen Austausch effizient und strukturiert lenken zu können, bestand Einigkeit darüber, dass für den Erfolg digitaler Planspielformate eine konsequente, insbesondere mit der Technik vertraute, Moderation unumgänglich sei.

Frau Rickert vermittelte im zweiten Teil der Schulung konkrete Tipps und Methoden für eben diese Kompetenzen erfolgreicher online Moderation. Die Expertin betonte, dass es eine Herausforderung sei, die Autonomie der Planspielteilnehmer*innen zu wahren um so ihre Lernmotivation aufrechtzuhalten, und gleichzeitig für den konstruktiven Austausch im simulierten Plenum ausreichend strukturelle Sicherheit durch die Moderation zu gewährleisten.

Das Feedback der Beteiligten bezüglich Möglichkeiten, zukünftig digitale Planspiele durchzuführen, war optimistisch: Die implementierten Tools versprechen dynamisch-flexible Wege, simulierte politische Plenumssitzungen effizient und auf anregende Weise in digitaler Gestalt stattfinden zu lassen. Die Teilnehmer*innen konnten aus der Schulung wichtige Erkenntnisse und wertvolle Ideen für die Umsetzung digitaler Planspiele mitnehmen.

Autorinnen:

Luisa Schoneweg, studiert Sociology, Politics & Economics an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen.
Elisabeth Speyerl, absolvierte im Mai 2020 ihren Bachelor in Sozialwissenschaften ebenfalls an der Sciences Po Paris und beginnt im kommenden Studienjahr einen Master in International Security an der University of St Andrews.

Siv Röhrl, studiert Sozial- und Politikwissenschaften am deutsch-französischen Campus der Sciences Po Paris.
Alle drei Studentinnen absolvieren derzeit ein Praktikum bei der Forschungsgruppe „Jugend und Europa" am C·A·P.


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