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Das Jahr der Erinnerung 2005

Wie erinnern sich Jugendlichen an den Holocaust? Auswertung einer Online-Umfrage.

22.02.2006 · Forschungsgruppe Jugend und Europa


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Das Jahr 2005 wurde zum „Jahr der Erinnerung“ ausgerufen. Vielerorts fanden Gedenkveranstaltungen statt, die Medien berichteten über die schrecklichen Ereignisse, die der Nationalsozialismus über Europa gebracht hat und öffentliche Veranstaltungen riefen zum Mahnen auf, damit so etwas nie wieder geschehen darf. Gerade Jugendliche sind für diese dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte besonders zu sensibilisieren, um die Erinnerungskultur in Europa so lebendig wie möglich zu halten und in eine verantwortungsbewusste Zukunft zu tragen. Aber über welche Medien wird das Erinnern an den Nationalsozialismus bei Jugendlichen überhaupt aufgenommen? Diese Frage versuchte eine Umfrage der Forschungsgruppe Jugend und Europa am Centrum für angewandte Politikforschung (C·A·P) nachzugehen. Hierfür wurde für zwei Monate eine Online-Umfrage auf der Homepage des C·A·P mit insgesamt 538 Jugendlichen durchgeführt. Auch wenn die Ergebnisse nicht den Anspruch der Repräsentativität erheben wollen, lassen sich Grundtendenzen ablesen und einige weiterführende Schlussfolgerungen ziehen.

Zentrale Ergebnisse

  1. Das Interesse für das Thema „Holocaust“ ist bei Jugendlichen prinzipiell hoch, die Möglichkeiten, die sie für die Umsetzung des Interesses sehen, werden jedoch eher passiv und gesellschaftlich wenig verankert angegangen.
  2. Das Jahr 2005, also 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, hat prinzipiell keine Wende im Gedenken oder einen neuen Impuls für die Erinnerungsarbeit hervorgerufen. Vielmehr sehen Jugendliche die Zukunft der Erinnerungsarbeit in der Schule, also eine inhärente Passivität. Es sind aber gerade die außerschulischen Projekte, die beim Thema Holocaust eine positive Entwicklung einleiten können, sodass jene Initiativen künftig besonders gefragt sind.
  3. Der Wunsch, mit einer Zeitzeugin oder einem Zeitzeugen in Kontakt zu treten, ist bestechend hoch, also auch jene Institutionen und Organisationen, die diesen Kontakt herstellen können, haben hier die Gelegenheit, in die Entwicklung junger Menschen einzugreifen.
  4. Für die gesellschaftliche Verankerung des Themas, das mit Gesprächen innerhalb der Familie und mit Freunden gefördert werden könnte, ist die Aussicht eher zurückhaltend. Wichtig wäre aber, den Dialog zwischen den Generationen zu aktivieren, um letztlich das Thema Holocaust nachhaltig für die jüngere Generation so perspektivenreich wie möglich zu gestalten.

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