Lernort Kreisau – Krzyżowa
Deutsch-polnischen Schul- und Jugendaustausch stärken
02.06.2026 · C·A·P
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(v.l.n.r.) Autor Peter Schwartze, Autorin Gerhild Bär, Autorin Joanna Linse, Autorin Dr. Marianne Ott-Meimberg, Bayr. Ehrenamtsbeauftragte MdL Gabi Schmidt, Generalkonsul Rafał Wolski, Eva Feldmann-Wojtachnia (CAP), Mirjam Eisele (Stiftung Jugendaustausch Bayern), Manfred Fischl (BLZ), Franz Fisch (Kreisau Initiative Würzburg)
Wie können sich junge Menschen zu einem Ort des Widerstands gegen die NS-Herrschaft und gegen das kommunistische Regime der Nachkriegsjahre in Beziehung setzen? Wie lassen sich Bezüge zur Gegenwart und zum eigenen Leben herstellen? Welche Werte waren und sind für die Menschen des historischen und des neuen Kreisaus zentral?
Die Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit (BLZ) und das Centrum für angewandte Politikforschung (C·A·P) haben sich diesen Fragen gestellt und in Zusammenarbeit mit einem deutsch-polnischen Autorenteam ein methodisch-didaktisches Bildungskonzept erarbeitet. Es ist ein zweisprachiger Materialschuber für den deutsch-polnischen Schul- und Jugendaustausch, der am 20. Mai 2026 am C·A·P interessierten Multiplikatoren vorgestellt wurde und auf sehr positives Echo traf. Gerade in den heutigen Zeiten von Fake news sowie zunehmendem Populismus und Rechtsradikalismus ist es geboten, sich immer wieder auf die Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust zu besinnen. Hierin waren sich die Teilnehmenden der Veranstaltung einig. Aber das bloße Gedenken reicht nicht aus, besonders junge Menschen müssen sich auch tatsächlich begegnen.
Anhand von fünf Schlüsselbegriffen lässt sich der Ort Kreisau – Krzyżowa im Rahmen von Schul- und Jugendbegegnungen im wahrsten Sinne des Wortes erschließen.
Erinnerung, Identität, Verantwortung, Opposition und Dialog – zu diesen Oberthemen haben die Autorinnen und Autoren jeweils einen Tagesablauf entwickelt, der junge Menschen zu Interaktion, Austausch und Reflexion in und mit Kreisau - Krzyżowa anregt.

(v.l.n.r.) Generalkonsul der Republik Polen Rafał Wolski, Rupert Grübl (Direktor der BLZ), Eva Feldmann-Wojtachnia (CAP), Manfred Fischl (BLZ), Mirjam Eisele (Stiftung Jugendaustausch Bayern), Bayr. Ehrenamtsbeauftragte MdL Gabi Schmidt, Franz Fisch (Kreisau Initiative Würzburg)
Zu Beginn der Veranstaltung begrüßten die beiden Veranstalter – Rupert Grübl, Direktor der BLZ und Eva Feldmann-Wojtachnia, C·A·P - herzlich die Gäste. Dem schloss sich Rafał Wolski, Generalkonsul der Republik Polen, mit seinem herzlichen Grußwort und einer Einordnung der Bedeutung Niederschlesiens für die deutsch-polnischen Beziehungen an. Nachfolgend sprach Mirjam Eisele, Geschäftsführerin der Stiftung Jugendaustausch Bayern, mit inspirierenden Worten zur nachhaltigen Wirkung von Jugendbegegnungen.
Manfred Fischl, der seitens der BLZ die Publikation redigiert hat, stellte daraufhin den Aufbau und die Inhalte des Materialschubers vor. Auch probierten die Anwesenden nach einer kurzen Einführung von Eva Feldmann-Wojtachnia sogleich eine Methode aus dem Modul „Opposition“ ganz praktisch aus. Die Teilnehmenden kamen auf diese Weise in einen angeregten Austausch über die Frage, welche Bedeutung Opposition in den heutigen Zeiten hat und ob es ein Gebot der Stunde sei sich zu widersetzen, um die Demokratie zu schützen.

Die Teilnehmenden diskutieren die Bedeutung des Schlüsselbegriffs 'Opposition'; (v.l.n.r.) Dr. Toni Liebl (Kurt-Huber-Gymnasium, Gräfelfing), Prof. Kevin Ostoyich (Gastprofessor am C·A·P), Autorin Joanna Linse.
Zum Abschluss der Veranstaltung richtete die Ehrenamtsbeauftragte des Freistaats Bayern Gabi Schmidt, MdL den Blick auf die deutsch-polnischen Beziehungen und unterstich, wie wertvoll in diesem Zusammenhang ehrenamtliches, zivilgesellschaftliches Engagement ist. Sie zeigte sich sehr beeindruckt von dem Projekt und der Publikation und regte an, eine Einheit hieraus für die Verfassungsviertelstunde an bayerischen Schulen zu konzipieren. Franz Fisch, 2. Vorsitzender der Kreisau Initiative Würzburg, schloss mit einladenden Worten nach Kreisau und bot Unterstützung für alle diejenigen an, die sich nun zu einer praktischen Fortführung des Projekts in Kreisau motiviert fühlen.

Die Ehrenamtsbeauftragte des Freistaats Bayern MdL Gabi Schmidt würdigt die Initiative und motiviert zu einer Verstärkung des deutsch-polnischen Schul- und Jugendaustauschs

Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Weidenfeld, Direktor des C·A·P, gratuliert dem gelungenen Projekt
Als Beitrag der Medienpartnerschaft mit dem Literaturradio Hörbahn hat Chefredakteur Dr. Uwe Kullnick einen Song arrangiert, der zum Nachdenken und Mitmachen anregt – ganz im Sinne des Konzepts. Denn die Publikation versteht sich nicht als Endpunkt des Projekts, sondern vielmehr als Auftakt für viele anregende Begegnungen in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Kreisau und ganz in diesem proeuropäischen, friedenstiftenden Geist.

Auf zu neuen Projekten in Kreisau; (v.l.n.r.): Amelie Schrenk (C·A·P-Teamerin), Eva Feldmann-Wojtachnia (C·A·P), Manfred Fischl (BLZ), Autorin Joanna Linse, Generalkonsul Rafał Wolski
Fotos: Tetyana Pirker / C·A·P 2026

Inhalt der Publikation
- Lernort Kreisau – Krzyżowa
Einführung und Konzept von Eva Feldmann-Wojtachnia
Mit einem Vorwort von Rupert Grübl und Eingangsbetrachtungen zu Kreisau von Dr. Tomasz Skonieczny - Erinnerung
Dr. Marianne Ott-Meimberg und Anna Kurzyńska-Wiak - Identität
Gerhild Bär und Dorota Thom - Verantwortung
Peter Schwartze und Krysztof Wojciechowski - Opposition
Eva Feldmann-Wojtachnia und Joanna Linse - Dialog
Judith Rösch und Natalia Krasowska
Die Bestellung der Publikation ist über folgenden Link möglich:
Grußwort von Dr. Gerhard Gnauck, LMU München und Korrespondent der FAZ in Warschau
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