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Die EU und der Golf

Forschungskolloquium mit Prof. Giacomo Luciani vom European University Institute, Florenz.

23.11.2004 · Bertelsmann Forschungsgruppe Politik


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Giacomo Luciani, Professor für politische Ökonomie und Co-Direktor des Mediterranean Programme am European University Institute in Florenz und zurzeit als Gastwissenschaftler am C·A·P tätig, stellte im Rahmen des C·A·P-Forschungskolloquiums einen Teil seiner Forschungsarbeit vor. Im Mittelpunkt seines Vortrags standen dabei die Beziehungen zwischen den Golfstaaten und der EU. Prof. Luciani erörterte verschiedene Optionen für eine umfassendere europäische Strategie für die Beziehungen zur Arabischen Welt im Allgemeinen und zu den Golfstaaten im Besonderen. Er skizzierte dabei verschiedene Möglichkeiten, einen politischen Reformprozess in Richtung Demokratisierung in der Region voranzutreiben. In seinem Votrag identifizierte Prof. Luciani Vor- und Nachteile des gegenwärtigen US-amerikanischen Ansatzes (Broader Middle East Initiative) und bemängelte das Fehlen einer gemeinsamen Position der europäischen Staaten.

Überraschend optimistisch beurteilte er das Reformpotential der gemeinhin als sehr konservativ und repressiv geltenden Golfmonarchien, da diese - wie er ausführte - auf Grund ihrer Bevölkerungsstruktur das größte bürgerliche Potential der Region besitzen; schließlich ist die arabische Handels- und Finanzelite am Golf ansäßig. Hoffnungen auf eine umfassende Demokratisierung (im westlichen Verständnis) widersprach Luciani allerdings. Vielmehr identifizierte er in der traditionellen arabischen Form der Beratung des Herrschers mit seinen Notabeln (shura) das Potential für die unter den gegebenen Umständen vielversprechenste Möglichkeit einer moderaten demokratischen Entwicklung.


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