Leitbild

Projekt "Strategien der Entwicklung und Transformation"

02.06.2008 · Forschungsgruppe Zukunftsfragen


Das Projekt orientiert sich am Leitbild der marktwirtschaftlichen Demokratie

Demokratie ist das politische Ordnungsprinzip, welches den freien Willen der Individuen und der Gesellschaft auf das produktivste miteinander verknüpft. Es ist untrennbar verbunden mit Rechtsstaatlichkeit sowie der Kontrolle und Beschränkung von Macht. Marktwirtschaft ist der zentrale Schlüssel zur Entfesselung von Produktivkräften sowie eine Voraussetzung zur Verwirklichung gesamtgesellschaftlichen Wohlstands.

Die Verbindung dieser beiden Schlüsselkomponenten bildet das Kernelement der Zukunftsfähigkeit von Staaten. Aus heutiger Sicht ist keine staatliche Ordnung erfolgreicher und stabiler als die der marktwirtschaftlichen Demokratie.

Dennoch ist das Modell des entwickelten und leistungsfähigen, marktwirtschaftlich entfalteten demokratischen Rechtsstaates am Beginn des 21. Jahrhunderts noch längst nicht zum globalen Standard geworden. Viele Staaten haben einschneidende, zum Teil revolutionäre Entwicklungsetappen oder nachhaltige Systemwandel noch vor sich. Andere sind - zum Teil trotz erheblicher Bemühungen - weit von diesen Perspektiven entfernt oder streben sie derzeit gar nicht an.

Die marktwirtschaftliche Demokratie ist ein in diesem Zusammenhang bewusst gewähltes normatives Zielbild. So lohnenswert es aber erscheint: Seine Verwirklichung ist nicht nur eine Frage des politischen Willens, sondern setzt die Überwindung erheblicher politischer, ökonomischer und gesellschaftlich-kultureller Hürden voraus. Überdies sind erhebliche Ressourcen und eine schlüssige strategische Planung erforderlich. Marktwirtschaftliche Demokratie eignet sich nicht ad hoc für jede Gesellschaft, sondern ist Ergebnis eines offenen gesellschaftlichen Prozesses, in dem eine Reihe von Voraussetzungen erst geschaffen werden muss.

In den so genannten Entwicklungsländern ließen sich im Verlauf der letzten Jahrzehnte unterschiedliche Phänomene beobachten: Einerseits das vielfache, meist tragische Scheitern bei dem Versuch, durch politische Gestaltung die vorhandenen Probleme zu überwinden und größere kollektive und individuelle Handlungsspielräume - mehr freedom of choice - zu erreichen. Solchen entmutigenden Beispielen steht jedoch andererseits eine Reihe von Staaten und Gesellschaften entgegen, denen es - aus eigener Kraft und mit Hilfe von außen - gelungen ist, den Status des hoffnungslosen Entwicklungslandes zu überwinden. Damit verbunden war die Verbesserung der Lebensbedingungen der betroffenen Menschen sowie der gelungene Wandel zum Schwellen- oder Industriestaat.

Dieser Gegensatz im Verlauf von Entwicklungs- und Transformationsprozessen lässt sich in aller Regel nicht mit glücklichen Umständen allein erklären. Die Planung, Steuerung und Umsetzung eines erfolgreichen Entwicklungs- oder Transformationsprozesses in Richtung Demokratie und Marktwirtschaft gehört zu den anspruchsvollsten und beeindruckendsten Gestaltungsleistungen eines Staates und einer Gesellschaft. Daher hat die Frage nach Konzepten einer vernünftigen Steuerung und Ausgestaltung von Systemtransformation an Bedeutung gewonnen. Jede gelungene Systemtransformation leistet in sich einen wertvollen Beitrag zur friedlichen Weiterentwicklung der jeweiligen Gesellschaft. Darüber hinaus kann sie als Vorbild für weitere Projekte des Systemwandels dienen und die Ausbreitung von Demokratie und Marktwirtschaft fördern.


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