Schwerpunkte

Projekt "Strategien der Entwicklung und Transformation"

02.06.2008 · Forschungsgruppe Zukunftsfragen


Seit 1996 untersucht das C·A·P in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung Entwicklungs- und Transformationsprozesse. Ziel ist es, bestehende Lernerfahrungen systematisch auszuwerten und strategische Empfehlungen zur Steuerung solcher Prozesse zu erarbeiten. Mit Hilfe der so gewonnenen analytischen Instrumente wurde 2001 der renommierte Carl Bertelsmann - Preis für die erfolgreichsten Akteure des Wandels vergeben. In der Folge dieser Initiativen haben die Projektpartner in den kommenden Jahren diesen Forschungsschwerpunkt erweitert. In den kommenden vier Jahren sollen weltweit Prozesse des Wandels analysiert, relevante Daten bereit gestellt sowie strategische Empfehlungen zur Steuerung des Wandels erarbeitet werden.

Ausgangspunkt des Projekts ist die Frage nach angemessenen Möglichkeiten der Planung, Steuerung, Unterstützung und Implementierung von Entwicklungs- und Transformationsprozessen. Das Projektinteresse lässt sich in folgenden Kernfragen zusammenfassen:

  • Durch welche strategische Ausrichtung und unter welchen Umständen können Entwicklung und Transformation erfolgreich gesteuert werden?

  • In welchen Staaten verlaufen Entwicklung und Transformation mit welchem Erfolg? Welche Best-Practice-Varianten lassen sich in verschiedenen, miteinander vergleichbaren Regionen ermitteln?

  • Wie lässt sich die Außenunterstützung des Systemwandels optimieren?

Innerhalb des Projekts werden diese Kernfragen innerhalb von mehreren Modulen bearbeitet:

1. Zweijährliches Ranking von Entwicklungs- und Transformationsstaaten

Aufgabe dieses Projektbereiches ist die kontinuierliche, systematische Sammlung, Bewertung und Bereitstellung von Daten zur Entwicklung und Transformation. In einem Transformations-Ranking werden die Ergebnisse verdichtet, so dass die Erfolgsfaktoren der verschiedenen Prozesse offen gelegt werden und die Qualität marktwirtschaftlicher Demokratie in den jeweiligen Ländern sichtbar wird.

Durch eine weltweit vergleichende und bewertende Analyse von Entwicklungs- und Transformationsprozessen soll die Bedeutung eines effektiven Managements dieser Prozesse herausgehoben und gekennzeichnet werden. In Abständen von zwei Jahren werden Entwicklungs- und Transformationsstaaten im Rahmen von ausführlichen Expertengutachten untersucht und bewertet. Darüber hinaus gibt ein detailliertes Ranking Auskunft über den Stand von Demokratie und Marktwirtschaft, die in den vergangenen fünf Jahren erreichte Wegstrecke sowie über das Transformationsmanagement der maßgeblichen Akteure. Die in dieser Form einzigartige Untersuchung basiert auf der Basis standardisierter Untersuchungskriterien.

Der erste Bertelsmann Transformation Index wird Anfang 2004 veröffentlicht. Die Studien zu insgesamt 116 untersuchten Staaten schaffen eine umfassende Datenbank und bilden eine Basis für die Erarbeitung von Strategievorschlägen.

2. Erarbeitung von länderspezifischen Transformationsstrategien

Das Projektmodul soll die vorhandenen Lernerfahrungen und Erkenntnisse der Entwicklungs- und Transformationsforschung direkt anwenden und für einzelne Staaten (und ggf. Regionen) adaptieren. Dabei sollen in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern, Praktikern und politischen Akteuren Länderexpertisen erarbeitet werden, die eine Programmatik für eine Transformationspolitik enthalten. Die Ergebnisse werden in den politischen Prozess eingespeist und in der Folgezeit entsprechend weiter entwickelt. Neben der Erarbeitung von Strategieempfehlungen steht die Beratung von relevanten Transformationsakteuren sowie Außenunterstützungsorganisationen zu den ausgewählten Prozessen im Mittelpunkt.

Trotz der Fortschritte in der Transformationsforschung fehlen handlungsorientierte Gesamtkonzeptionen zur Steuerung von Entwicklung und Transformation, die die vorhandenen Lernerfahrungen konsequent berücksichtigen. Da Entwicklungs- und Transformationsprozesse jeweils länder- oder regionalspezifische Ausprägungen aufweisen, ist eine Übersetzung der allgemeinen Erfahrungen auf den jeweiligen Einzelfall erforderlich.

Die Ergebnisse in Form von Strategiepapieren oder Publikationen veröffentlicht. Diese dienen zugleich als Grundlage der Politikberatung im direkten Dialog mit Akteuren und Organisationen. In einem ersten Projektschritt wurden Empfehlungen für die weitere Transformation Russlands erarbeitet.

3. Beratung und Qualifizierung von Transformationsakteuren

Im Rahmen dieses Projektbausteins erhalten Akteure aus Entwicklungs- und Transformationsprozessen die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches, der Reflektion über die Steuerung des Wandels sowie der Weiterqualifizierung. Die Verknüpfung der gemeinsamen Bewertung von Prozessen und Strategien der Transformation mit der Qualifizierung von Akteuren schafft zusätzliche Anreize zum Erfahrungsaustausch und zur Vernetzung.

Entwicklungs- und Transformationsprozesse sind in ihren Dimensionen gewaltige politische, ökonomische und gesellschaftliche Aufgaben. Politische und gesellschaftliche Akteure gehen ein Risiko ein, wenn sie eine Veränderung des Bestehenden in Richtung auf einen Systemwandel anstreben. Zumeist fehlen ihnen der internationale Vergleich und der Austausch mit anderen; sie hatten vielfach weder Zeit noch Gelegenheit, sich systematisch mit Transformationserfahrungen und Strategien zu befassen.

In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit wurde ein einwöchiges Programm erarbeitet, in dessen Rahmen junge "Transformation Thinkers" aus allen Teilen der Welt erstmals im Dezember 2003 zusammen kommen.

In den Veranstaltungen sollen Problemlösungsansätze und strategisches Denken an die jungen Entscheidungsträger vermittelt werden. Sie basieren auf der Annahme, dass menschliche Ressourcen der entscheidende Faktor für die erfolgreiche Gestaltung des Wandels sein werden. Das Programm wird unter der Beteiligung von erfahrenen Transformationspraktikern und renommierten Wissenschaftlern durchgeführt.

4. Internationales Transformations-Netzwerk

Innerhalb des Projekts wird der Erfahrungsaustausch von politischen Akteuren, Praktikern in der Außenunterstützung von Transformationsstaaten sowie Wissenschaftlern unterstützt. Ziel ist die Schaffung eines internationalen Transformations-Netzwerks. Parallel dazu soll die Problematik von Entwicklung und Transformation auch einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt werden. 2004 wird ein Handbuch der Transformation einen umfassenden Überblick geben.


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