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C·A·P-Delegation auf Einladung der Fundação Getulio Vargas (FGV) in Rio de Janeiro

Das C·A·P und FGV loten Kooperationsmöglichkeiten aus

09.03.2010 · C·A·P


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Brasilien, Russland, Indien und China werden aufgrund ihres Rohstoffreichtums, ihrer Energievorkommen, ihres wirtschaftlichen Wachstums und ihres geopolitischen Gewichts für die Weltwirtschaft und die Architektur der Weltpolitik immer wichtiger. Diese im angelsächsischen Zugriff sprachlich als BRIC-Länder etikettiert, reklamieren im Rahmen zunehmender Prosperität und eines wachsenden politischen Selbstbewusstseins zunehmend Mitwirkungsrechte. Doch so wesensunterschiedlich diese Länder sind, so unterschiedlich treten sie auch ins politische Rampenlicht.

Eine interessante Rolle spielt hierbei Brasilien. Im Transformationsindex des Centrums für angewandte Politikforschung (C·A·P) und der Bertelsmann Stiftung hat dieses Land als stabile Demokratie und stets wachsende Volkswirtschaft seit Jahren einen soliden Rang inne. Das Manager Magazin in Deutschland dokumentiert jüngst ein Ranking, in dem Brasilien ein überaus hohes Vertrauen ausländischer Investoren genießt. Das Land kennt keine ethnischen Konflikte und ist sozial innerlich stabil, auch wenn es ein zum Teil erhebliches soziales Gefälle vor allem in den Favelas der großem Städte gibt. Die Herausbildung eines sozialen Mittelschicht zeigt aber seit längerem schon auf, dass die wirtschaftliche Prosperität durchaus nach 'unten' wirkt.


Rio de Janeiro: aufstrebende Metropole an der Ostküste Südamerika


Die andere Seite der Stadt und des Landes: Favelas im Stadtgebiet von Rio de Janeiro

Für die positive Entwicklung des Landes wird die 'unsichtbare Hand' der kapitalistischen Ökonomie verantwortlich gemacht, die auf dem Vertrauen in das Funktionieren von Angebots- und Nachfragestrukturen beruht. Dies heißt aber nicht, dass sozial wirksame Ausgleichsmechanismen und steuernde Instrumente überflüssig sind oder der Staat nicht als als regulierende Kraft angesehen wird. Während eine nicht unerhebliche Besteuerung des Wirtschaftslebens in Infrastruktur und Soziales fließen, treten auch Nichtregierungsorganisationen oder Stiftungen als konstruktive Wirkungsmächte auf. Die Fundação Getulio Vargas spielt hier eine herausragende Rolle im Land und ist hier als Kooperationspartner des Centrums für angewandte Politikforschung (C·A·P) aufgrund ihrer Politik beratenden Funktion von großem Interesse. Deshalb nahm das Management des C·A·P eine persönliche Einladung des Präsidenten der FGV, Professor Carlos Ivan Simonsen Leal im Februar/ März diesen Jahres zu Kooperationsgesprächen in Rio de Janeiro mit großer Freude und Dankbarkeit an.


Die Delegationen des C·A·P und der FGV bei ihrem ersten Zusammentreffen in dem Sitz der FGV in Rio de Janeiro (u.a. der Präsident der Stiftung, Prof. Carlos Ivan Simonsen Leal (3.v.l.) sowie C·A·P-Direktor Prof. Werner Weidenfeld (4.v.l.).

1944 durch den ehemaligen Staatspräsidenten Getúlio Vargas per Dekret gegründet, setzte sich die Stiftung zum Ziel, den öffentlichen Dienst und die Qualität der Verwaltung durch adäquate Ausbildungsmaßnahmen zu verbessern und zu modernisieren. In seinen Anfangsjahren wurde Vargas auch "Präsident der Armen" genannt, da es ihm unter anderem gelang, während seiner ersten Amtsjahre ab 1930 die  Analphabetisierungsrate von etwa 70 auf 56 Prozent zu senken und den Weltmarktanteil der brasilianischen Agrarwirtschaft bei der Baumwollernte signifikant zu erhöhen. Insofern legte er damals schon den Grundstein für dieses soziale Engagement.


Blick von der Fundação Getulio Vargas auf den Jachthafen von Rio und den weltberühmten 'Zuckerhut'

Seit der Gründung wurde der Bildungsauftrag der Stiftung im Zeitverlauf bis heute auf die Bereiche Wirtschaft, Business Administration, Recht, Sozialwissenschaften und Informationstechnologie sowie Management  erweitert. Bemerkenswert ist hier auch das 2000 gegründete Universitätsprogramm 'FGV Online', das über informationstechnische Medien wie Fernsehen, Video, Internet oder CD-ROM junge Menschen in Distance Learning Modi schleust, um die Interaktionsfähigeiten im Zeitalter der Wissensgesellschaft zu fördern.


Studenten bei ihrer Ausbildung im Rahmen des Distance Learning Program der Fundação Getulio Vargas in Rio de Janeiro

Neben ihrem ersten Standbein – der praktischen Weiterbildung – hat die Stiftung im Zeitverlauf ihre Aktivitäten im Bereich der akademischen Lehre und Politikberatung stetig ausgebaut. Und dies mit herausragendem Erfolg: im Rahmen eines Ranking der Zeitschrift Foreign Policy gehört sie derzeit zu den 5 Top-Politikberatungsinstituten weltweit. In diesem Rahmen betreibt sie einen starken Forschungszweig, mit dem sie in den Bereichen Makro- und Mikroökonomie, Finanzwesen, Entscheidungsmanagement, Gesundheit und Wohlfahrt, Armut und Arbeitslosigkeit sowie nachhaltige Entwicklung in allen modernen Forschungsmienen inhaltlich schürft. Die Stiftung führt in diesem Zusammenhang auch Projekte aufgrund von öffentlicher Nachfrage etwa durch die Weltbank oder die Interamerikanische Entwicklungsbank durch. Hierbei ist sie internationale breit vernetzt, wobei auch deutsche Institutionen und Kontakte eine herausragende Rolle spielen. In diesem Zusammenhang zeichnen sich hier vielfältige Kooperationsmöglichkeiten zwischen dem Centrum für angewandte Politikforschung (C·A·P) und der FGV ab. Diese wurden in Gesprächen im Februar und März sondiert und erörtert.


Stellv. C·A·P-Direktor Jürgen Turek und C·A·P-Chef Prof. Werner Weidenfeld mit Prof. Marco Aurélio Ruediger sowie Prof. Fernando Blumenschein von der FGV (v.l.n.r.) im Foyer des Gebäudes in Rio de Janeiro.


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