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Starke Grüne sind eine Gefahr für Merkel

Gast-Kommentar von Werner Weidenfeld

26.09.2010 · BILD


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Nach den aktuellen Umfragen sehen manche die Grünen bereits auf dem Weg zur „Kanzler-Partei“.

So weit ist es natürlich noch nicht, aber ein Ministerpräsident oder Berliner Bürgermeister aus den Reihen der Grünen liegt jetzt schon im Bereich des Möglichen.

Was macht diese Partei zum Shootingstar der Saison?

1) Die Grünen pflegen seit Anfang der 80er-Jahre eine Werte-Kontinuität: Umwelt, Schöpfung, Klima, Atom. Das verschafft ihnen eine überdurchschnittliche Glaubwürdigkeit bei den Bürgern.

2) Die Bindewirkung der alten Volksparteien hat dramatisch abgenommen. Orientierungslose und Frustrierte wenden sich von Union oder SPD ab.

3) Viele von denen wollen aber nicht Teil einer radikalen Protestbewegung werden. Dazu denken und fühlen sie zu bürgerlich. Für sie stellen die Grünen eine ideale Alternative dar. Die Grünen haben sich zu einer „Wohlfühl-Partei“ entwickelt – programmatisch ebenso wie im Stil des politischen Umgangs miteinander.

Viel Zulauf erhalten die Grünen von bisherigen SPD-Anhängern. Doch der kometenhafte Aufstieg der Ökopartei muss auch Bundeskanzlerin Angela Merkel beunruhigen.

Denn mit wem sonst will die Union regieren, sollte Schwarz-Gelb in der nächsten Wahl keine Mehrheit erringen.

Für die Kanzlerin ist es daher schlicht eine Frage des Machterhalts, ob es ihr gelingt, der Union die Option auf Schwarz-Grün zu eröffnen.


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