Weidenfeld: "Deutsche Politiker können von Obama lernen"
Obama in Berlin
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Laut Politik-Experte Werner Weidenfeld, können deutsche Politiker einiges von der Berlin-Rede des US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama lernen. Obamas Rede werde wegen des Bildes eines freundlichen, sympathischen Amerikas in Erinnerung bleiben. Allerdings fehle es in Deutschland noch an authentischen Persönlichkeiten, die Pathos so charismatisch wirken lassen wie Obama. |
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26.07.2008 · Focus Online
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Deutsche Politiker können nach Ansicht des Politik-Experten Werner Weidenfeld von Barack Obamas Auftritt an der Berliner Siegessäule einiges lernen. „Auch in Deutschland gibt es einen Hunger nach Großerklärungen, die sich mit Pathos verbinden“, sagte der Direktor des Centrums für angewandte Politikforschung in München am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. „Aber im Moment fehlt es an solch einem Pathos, das sich mit einer authentischen Persönlichkeit verbindet und dadurch charismatisch wirkt.“ Statt in großen Visionen zu erklären, worum es ihnen gehe, verlören sich deutsche Politiker in einem Technokratendeutsch.
Der Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten sei in Deutschland so gut angekommen, weil er im Prinzip bescheiden und nicht aufdringlich aufgetreten sei, sagte Weidenfeld. Er vertrete vom Stil her ein „internationales Alternativprogramm“ zum amtierenden Präsidenten George W. Bush. „Der kommt hier nicht mit erhobenem Zeigefinger“, sagte der frühere Regierungskoordinator für die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Statt brüsk mitzuteilen, was die USA zu tun gedächten, mache Obama das Angebot zuzuhören. Dabei müsse ihn die deutsche Politik beim Wort nehmen.
Die Rede an der Siegessäule wird nach Ansicht des Experten nicht wegen bestimmter Textpassagen in Erinnerung bleiben, sondern wegen des Bildes eines freundlichen und sympathischen Amerika, das sie vermittelt habe. „Die historische Dimension lag in der Atmosphäre des Ereignisses“, sagte er. Programmatisch habe sich Obama auf allgemeine Aussagen beschränkt, auch was das deutsche Engagement in Afghanistan angehe. „Wenn Sie ihn im Fitnesscenter darauf angesprochen hätten, hätte er gesagt, da muss ich erst mit meinen Generälen drüber reden“, frotzelte Weidenfeld.
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