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Transatlantische Beziehungen EU-USA

Wirtschaft. Handel. Werte. Experten treffen Forschungsgruppe.

21.07.2017 · C·A·P


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Eva Feldmann-Wojtachnia und Dr. Erik Schlegel erläutern die einzelnen Arbeitsschritte der Forschungsgruppe

Am 03.06.2017 traf sich die studentische Forschungsgruppe zum Thema „Transatlantische Beziehungen EU-USA – Wirtschaft, Handel, Werte“ erneut am Centrum für angewandte Politikforschung. Die interdisziplinäre Forschungsgruppe wurde im Sommersemester 2017 vom C·A·P in Kooperation mit der Vertretung der Europäischen Kommission München ins Leben gerufen.

In drei Working-Groups zu den Themen „Transatlantisches Wertebündnis auf dem Prüfstand?“, „Wirtschaft: Motor oder Hemmnis?“ und „Freihandel und TTIP: alte – neue Chance?“ legten die Teilnehmenden den Fokus auf die Entwicklung von konkreten Forschungsfragen. Hierzu erhielten sie eine theoretische Einführung in die Methodik und Charakteristika des Forschenden Lernens, welches sich einerseits durch den spezifischen Ablauf eines Forschungsprozesses und andererseits durch Merkmale wie Multiperspektivität, Problemorientierung, selbstgesteuerten Wissenserwerb sowie eigenaktiver und kooperativer Lernprozesse auszeichnet. In den Arbeitsgruppen stellten die Studierenden ihre Forschungsfragen zur kritischen Kommentierung. Neben der inhaltlichen Diskussion war es auch Ziel, mögliche Überschneidungen bei den einzelnen Forschungsfragen frühzeitig ausfindig zu machen und diese bei Bedarf anzupassen.

Im Anschluss daran erhielten die Teilnehmenden die Möglichkeit mit Experten der entsprechenden Themengebiete in den Austausch zu treten. Eingeladen waren Prof. Dr. Uwe Lübken vom Amerika Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie Karl Bär vom Umweltinstitut München e.V.


Prof. Dr. Uwe Lübken (Amerika Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München) und Karl Bär (Umweltinstitut München e.V.) diskutieren mit den Mitgliedern der Forschungsgruppe

Prof. Dr. Lübken bezeichnete in seinem Impulsvortrag die Geschichte der transatlantischen Beziehungen als eine Geschichte des Wertewandels. Diese reicht von regelrechtem Amerikanismus in Europa und Deutschland ab dem Ende des zweiten Weltkrieges bis ungefähr zur ersten Ölkrise 1973 bis hin zu antiamerikanischen Stimmungen beispielsweise zum Zeitpunkt des beginnenden Irakkrieges. Die transatlantischen Beziehungen seien nie als statisch zu betrachten, sondern im Spannungsfeld unterschiedlichster Interessen einem ständigen Wandel ausgesetzt. Die Spannungsfelder entspringen ebenso auf wirtschaftlicher, wie politischer Ebene und derzeit besonders deutlich auf der Ebene der Staatsoberhäupter. Dennoch gibt es mit Blick auf gemeinsame Werte auch eine Vielzahl an Gemeinsamkeiten bspw. in Bezug auf das Verständnis einer liberalen Demokratie oder der Art und Weise des Wirtschaftens. Das Fazit des Vortrags war somit, dass trotz der aktuellen Spannungen und Unbekannten zwischen Europa und den Vereinigten Staaten, die Geschichte der transatlantischen Beziehungen zeigt, dass die gemeinsamen Werte weiterhin auf einer soliden Basis ruhen.

Der anschließende Vortrag von Herrn Bär befasste sich mit der wirtschaftlichen Komponente der transatlantischen Beziehungen. Als Mitarbeiter des Umweltinstituts München e.V. stellte er den Teilnehmern die Problematik des Freihandelsabkommen TTIP mit Blick auf die Umweltpolitik dar. Anhand des Beispiels Glyphosat zeigte er rechtliche, ökologische und wirtschaftliche Problematiken innerhalb des geplanten Abkommens und bezüglich der bisher gezeigten Transparenz der Verhandlungen auf. Sein Fazit zu TTIP fiel im Hinblick auf die Verbraucher_innen und Arbeitnehmenden auf beiden Seiten des Atlantiks kritisch aus, wobei er durch Verträge wie TTIP, die völkerrechtlichen Status genießen, die Handlungsmöglichkeiten des Einzelnen und der Parlamente nach einem Inkrafttreten von derartigen Verträgen als beschnitten und eingeschränkt sieht.

Beide Vorträge wurden anschließend mit den Experten kontrovers an Dialogtischen diskutiert. Hierbei konnten die Teilnehmenden auch die Gelegenheit nutzen, einige Hinweise und Antworten auf ihre jeweils spezifischen Fragestellungen aus der anfänglichen Gruppenarbeit zu erhalten.

Anschließend beschäftigte sich die Forschungsgruppe mit der Methodik bezüglich des weiteren Vorgehens zur Bearbeitung der Forschungsfragen. Hierzu mittels der qualitativen Methode der Leitfaden gestützten Interviews mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien geführt werden. Die Interviews bieten der studentischen Forschungsgruppe die Möglichkeit, ihre Literaturrecherche mit den Einschätzungen der Experten abzugleichen, um dadurch eine aktuelle Sicht auf die transatlantischen Beziehungen zu erhalten. Nach der theoretischen Einführung und einigen organisatorischen Hinweisen wurde das Gelernte sogleich praktisch miteinander geübt.
Als nächster Schritt folgt nach der Erstellung eines eigenen Leitfadens und der Identifizierung potenzieller Interviewpartner die Durchführung der Interviews, welche zum nächsten Termin der Forschungsgruppe am 15.07.2017 gemeinsam diskutiert und ausgewertet werden.

Autor: Elias Kreuzinger, Mitglied der studentischen Forschungsgruppe, Student der Politikwissenschaft an der LMU München und Mitglied bei YATA Deutschland


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