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"Politik ist ein Teamsport"

150 Schüler schlüpfen beim Planspiel "Der Landtag sind wir" in die Rollen von Politikern

Von Jessica Schober


03.03.2010 · Forschungsgruppe Jugend und Europa


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München. Wie entsteht ein Gesetz? Was machen Politiker den ganzen Tag? Wo werden Entscheidungen getroffen? Den Antworten auf diese Fragen wollten rund 150 Schülerinnen und Schüler am 1.3.2010 im Maximilianeum selbst nachspüren. Auf Einladung der jugendpolitischen Sprecher Josef Zellmeier MdL (CSU), Dr. Linus Förster MdL (SPD, vertreten durch Adelheid Rupp), Thorsten Glauber MdL (FW), Ludwig Hartmann MdL (Bd.90/Die Grünen) und Julika Sandt MdL (FDP) waren sie angereist, um Politik hautnah zu erleben und im Planspiel "Der Landtag sind wir!" in die Rollen von Politikern zu schlüpfen. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Landtagspräsidentin Barbara Stamm MdL, die die jugendlichen Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus München, Augsburg, Straubing, Landsberg am Lech sowie Forchheim, Ebermannstadt und Gräfenberg persönlich begrüßte und auf den Planspieltag einstimmte.


Landtagspräsidentin Barbara Stamm bei der Eröffnung


Eva Feldmann und Julika Sandt (FDP)

Fraktionssitzungen, Ausschussgespräche und Plenardebatten standen auf dem Programm. Begleitet von einem 10köpfigen Presseteam der fiktiven Zeitung "Münchner Time", das manche unbequeme und kritische Frage zu den einzelnen Parteipositionen stellte, diskutierten die Schüler Gesetzesvorschläge zur Videoüberwachung und zu Schulreformen. Frei nach dem Motto „wir tun so als ob“ übernahmen sie die Rollen der Landtagsabgeordneten. Mit der Unterstützung von Honorarkräften  der Forschungsgruppe Jugend und Europa und unter der Leitung von Dr. Doerthe Winter und Eva Feldmann-Wojtachnia erarbeiteten sie zwei Gesetzesentwürfe und stimmten darüber ab. Heftig gestritten wurde über die Frage, ob das Sitzenbleiben in der Schule abgeschafft werden soll oder nicht.


Rednerin in der Abschlussdebatte


Carlotta Riemerschmid, Ludwig Hartmann (B.90/Die grünen)

"Gesetzgebung ist gar nicht so einfach, wie ich dachte", erzählte die 15-jährige Christin Kutter. Im Planspiel hat die Münchnerin eine wichtige Rolle übernommen: als Landtagspräsidentin moderierte die Realschülerin die Parlamentssitzungen. Dabei musste sie die teilweise hitzigen Debatten überblicken und Rederechte vergeben. SPD und Grüne wollten unbedingt das Sitzenbleiben abschaffen. Dafür fehlte jedoch die Mehrheit. Am Ende konnten sie immerhin eine Aufstockung des Lehrpersonals an bayrischen Schulen durchsetzen.

"Man muss hier Kompromisse eingehen und damit umgehen können, dass nicht alle die gleiche Meinung haben", sagte Larissa Stoecker aus Straubing. Dass man politische Konflikte meist nur mit Kompromissen lösen kann, hatte auch die echte Landtagspräsidentin sagte Barbara Stamm in ihrer Eröffnungsrede den Schülern mitgegeben: "Man muss sich im politischen Bereich auch einigen können". Eva Feldmann-Wojtachnia  und Frank Burgdörfer von der FGJE ergänzten: "Politik ist ein Teamsport. Je aktiver sich jede(r) Einzelne einbringt, desto mehr kann erreicht und umgesetzt werden."


Fraktionsarbeit von "Bd.90/Die Grünen"


Thorsten Glauber (FW)


Blick ins Plenum

Fast einstimmig nahm das Schülerparlament die überarbeiteten Gesetzesvorschläge zu Schulreformen und Videoüberwachung am Ende an. Der Abgleich mit der Realität folgte sogleich.

Nachdem zunächst zwei Mitglieder von "Münchner Time" (im "echten" Leben Stefan Brittig und Carlotta Riemerschmid vom Ignaz-Kögler-Gynasium Landsberg) den Tag aus Ihrer Warte heraus kommentiert hatten, nahmen die jugendpolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen, die die Schülergruppen aus ihren Wahlkreisen zum Planspiel eingeladen hatten, abschließend Stellung. Bereitwillig beantworteten sie die Fragen der Schüler und zeigten sich begeistert von deren Engagement. "Da war ein Elan in der Debatte, das war beeindruckend", sagte Grünen-Sprecher Ludwig Hartmann. Hartnäckige Nachfragen gehörten genauso wie laute Zwischenrufe auch zu echten  Plenardebatten dazu. Dem stimmte auch FW-Sprecher Thorsten Glauber zu: "Es wird sich gefetzt in den Fraktionen – das gehört zur Demokratie dazu", erklärte er den Schülern. Dass der Funke bei den Schülerinnen und Schülern übergesprungen war, zeigte sich auch daran, dass die Diskussionsfreude selbst am Ende eines langen Planspieltages nicht erloschen war und die vielen Fragen gar nicht mehr alle beantwortet werden konnten. 


Stefan Brittig, Carlotta Riemerschmid (Ignaz Kögler-Gymnasium Landsberg), Eva Feldmann, Josef Zellmeier (CSU)


Adelheid Rupp (SPD)


Das FGJE-Team  (v.l.n.r.): Tobias Raschke, Leo Meyer-Giesow, Thomas Regnet, Jessica Schober, Eva Feldmann-Wojtachnia, Simon Kirnberger, Marianne Böhme, Dr. Heike Hoffmann, Frank Burgdörfer, Dr. Doerthe Winter, Silke Mühe, Marco Heuer, Dr. Barbara Tham


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