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Auch online eine spannende Option: EU-Planspiel ‚Zero Waste‘

Das C·A·P im Einsatz für das Begabtenförderungsprogramm der Konrad Adenauer Stiftung

09.09.2020 · C·A·P


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Zum feierlichen Auftakt des EU-Planspiels ‚Zero Waste' am 28. August 2020 ertönt die Europa-Hymne und zu Ehren der Eröffnungsrede der Europäischen Kommission erheben sich die Mitglieder des Ministerrates, des Europäischen Parlaments und der konsultierten Lobby-Gruppen. Auf diesen Augenblick haben sie hingearbeitet und sich intensiv vorbereitet, denn im Anschluss wird es in die Arbeitssitzungen gehen, um eine von der EU-Kommission vorgeschlagene fiktive Richtlinie zur europaweiten Reduzierung von Plastik- und Kunststoff in den Mitgliedsländern zu diskutieren und abzustimmen. Deutschland hat sich innerhalb der aktuellen EU-Trioratsräsidentschaft besonders gut auf den Vorsitz vorbereitet. Die Ziele der Kommission: bis 2023 soll die Deponierung von Kunststoffabfällen jeglicher Art verboten werden, Kunststofftüten schrittweise bis 2030 eliminiert und die Einführung umweltfreundlicher Technologien bis 2025 verpflichtend für die EU-Mitgliedsländer sein.

Auch ohne die weltweite Corona-Krise wäre das ein ambitioniertes Vorhaben. Es prallen in den Sitzungen unterschiedliche Länder- und Fraktionsinteressen aufeinander, und auch die Vertreter und Vertreterinnen der Wirtschafts­verbände möchten erreichen, dass ihre Interessen in der geplanten Richtlinie berücksichtigt werden.

Kontroversen und akribisches Ringen um Zielwerte, Ausgestaltungsspielräume und zeitliche Machbarkeit bestimmen die lebhafte Diskussion – ganz so wie im echten EU-Alltag auch. Doch das Besondere an diesem Planspielformat: Die Teilnehmenden agieren alle vom heimischen Schreibtisch aus und sind der Simulation online zugeschaltet. Per Kamera und Mikrophon kann man sich sehen und austauschen, oder zusätzlich die Diskussion in der Chat-Funktion noch anheizen. Von allen Möglichkeiten wird reger Gebrauch gemacht und am Ende des Planspieltages sind sich die Teilnehmenden einig, dass man auch online perfekt Entscheidungsabläufe in der EU simulieren kann und dass dabei auch der Spaß- und Lernfaktor nicht zu kurz kommen.

Angeleitet wurden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen während des Planspiels von Eva Feldmann-Wojtachnia, Forschungsgruppe Jugend und Europa am Centrum für angewandte Politikforschung (C·A·P), und der freien C·A·P-Mitarbeiterin Dr. Doerthe Winter-Berke. Nach einer Einführung in Gremien und Entscheidungsverfahren auf EU-Ebene fungierten sie als Hosts dieses Online-Formats und konnten die Teilnehmenden jederzeit in den verschiedenen Breakout Sessions begleiten und bei Nachfragen unterstützen.

Als besonders gelungen stuften die Teilnehmenden auch den hybriden Mix von klassischen Präsenz-Planspiel-Elementen und Online Format ein. So hatten sie z.B. vorab ihre Rollenprofile und Hintergrundinformationen per Post erhalten und durften den Umschlag erst gemeinsam während der Online-Schaltung öffnen. Auch das half, sich in die Rolle hineinzufinden und eine authentische Atmosphäre aufzubauen. „Ich hätte nicht gedacht, dass es online so gut funktioniert und man auch so intensive Diskussionen führen kann", war während der Auswertungsrunde immer wieder zu hören. Ein anstrengender aber gewinnbringender Tag, um politische Entscheidungsfindungsverfahren auf EU-Ebene besser zu durchdringen und den Transfer zur eigenen Lebenswelt herzustellen – auch in diesem Punkt waren sich alle einig!


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