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Umfrage: 52 Prozent erhoffen schnelle Rückkehr Guttenbergs in die Politik

Statement von Prof. Dr. Werner Weidenfeld

06.03.2011 · news-de.com


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Berlin - Meinungsforscher, Politikwissenschaftler und die Mehrheit der Deutschen rechnen mit einem baldigen Comeback des zurückgetretenen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Nach einer Emnid-Umfrage für "Bild am Sonntag" erwarten 52 Prozent der Bundesbürger, dass Guttenberg bald wieder ein Amt in der Politik einnehmen wird. Emnid-Chef Schöppner sagte dazu: "Die Sehnsucht der Bevölkerung nach einer Guttenberg-Rückkehr ist groß."

Auch der Münchner Politikwissenschaftler Werner Weidenfeld rechnet fest mit einem Comeback des CSU-Politikers: "In dem Moment, in dem der Fall rund um seine Dissertation aufgearbeitet und damit beendet ist, beginnt für zu Guttenberg die politische Uhr bereits wieder zu ticken." Der Parteienforscher Peter Lösche schätzt die "Phase der Läuterung" auf "vier bis sechs Jahre". Nach Ansicht Weidenfelds kommt Guttenberg weiterhin für höchste Ämter in Bayern oder im Bund in Betracht: "Wenn die Frage nach einem Nachfolger des CSU-Vorsitzes ansteht, wird Guttenberg zur Stelle sein, genauso wie für die Stelle des bayerischen Ministerpräsidenten. Doch selbst das wäre für ihn nur eine Art Warteposition." Denn die Landespolitik sei nicht primär Guttenbergs Welt. "Seine Liga ist und bleibt die Bundespolitik: Wenn die Nachfolgefrage von Kanzlerin Angela Merkel ansteht, wird der Baron als Kandidat ins Rennen gehen und letztendlich auch Kanzler werden, wenn eine konservative Mehrheit in Berlin zustande kommt", so Weidenfeld. Der Rücktritt Guttenbergs war laut Weidenfeld jedoch zwingend notwendig: "Sein Rücktritt war unvermeidlich. Guttenberg fehlte mit Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe jeder politische Gestaltungsspielraum." Ähnlich äußerte sich Emnid-Chef Schöppner: "Der Rücktritt war unabwendbar. Jede politische Entscheidung wäre mit seinen Fehlern bei der Dissertation in Zusammenhang gestellt worden - es wäre eine Demontage in Raten geworden." 48 Prozent der Bundesbürger hingegen sind der Meinung, Guttenberg wurde in den Rücktritt getrieben, so die Emnid-Umfrage. Nur 38 Prozent glauben, der Verteidigungsminister sei selber Schuld. 11 Prozent geben beides als Grund für den Sturz an. Experten rechnen nicht nun damit, dass Guttenberg eine neue Partei gründet oder in die Wirtschaft wechseln wird. Parteienforscher Lösche: "Die Gründung einer neuen Partei durch zu Guttenberg halte ich für absolut abwegig. Guttenberg ist Realist. Er würde nie eine kleine Grenzpartei gegen die große Machtbasis der CSU bzw. der gesamten Union eintauschen." Die Publizistin und Unternehmensberaterin Gertrud Höhler ergänzte: "Es ist unwahrscheinlich, dass Guttenberg in die Wirtschaft wechseln wird. Er ist kein Aktenfresser, kein Mann für kleine Details."


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