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FOCUS-Leserdebatte: Ist Deutschland ein Zuwanderungsland?

Mit einem Statement von Prof. Dr. Werner Weidenfeld

17.10.2010 · FOCUS Online


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CSU-Chef Seehofer stellt sieben Forderungen, die eine weitere Einwanderung dauerhaft begrenzen sollen. Seine Prämisse: Deutschland ist kein Zuwanderungsland.

Bereits den gesamten Sommer über tobt die Debatte über Zuwanderung nach Deutschland und die ungenügende Integration mancher Migrantengruppen. Angestoßen vom Skandalbuch des Ex-Bundesbankers Thilo Sarrazin gewann der Meinungsstreit rasch an Schärfe. Doch wie könnte Integration künftig besser gelingen? Viele Experten drängen mittlerweile darauf, die Debatte lösungsorientierter und nicht aus purer Empörung zu führen. „Die Oberfläche ist jetzt genug aufgeraut. Jetzt müsste mal ein substanzieller Beitrag kommen, wie die Integration denn besser laufen könnte“, sagt der Münchner Politik-Professor Werner Weidenfeld.

„Deutschland ist kein Zuwanderungsland“

Anders als der allseits umstrittene Berliner Sarrazin hat Horst Seehofer, dessen Äußerungen im FOCUS vergangene Woche den Streit weiter angeheizt hatten, nun konkrete Forderungen nachgelegt. Seinem Sieben-Punkte-Papier, das er exklusiv in der aktuellen Ausgabe des FOCUS präsentiert, legt er die Prämisse zugrunde: „Deutschland ist kein Zuwanderungsland.“ Damit verstößt er bewusst gegen den Konsens, den die Berliner Regierungsparteien zu diesem Thema bislang tragen.

Ein prognostizierter Fachkräftemangel dürfe laut Seehofer „kein Freibrief für ungesteuerte Zuwanderung“ sein. Erst müsse Deutschland den heimische Arbeitsmarkt sowie das Angebot von Arbeitskräften aus dem EU-Ausland ausschöpfen. Die restriktiven Regeln des geltenden Zuwanderungsgesetzes dürften nicht aufgeweicht werden. Zuwanderung nach Kontingenten oder Punktesystemen, wie sie andere Industriestaaten praktizieren, lehnt Seehofer ab.


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