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Junge Poltiker spielen Bayerischer Landtag

Planspiel im Ammersee Gymnasium – Mit den Landtagsabgeordneten Dr. Goppel und Dr. Dürr

Dr. Stefan Rappenglück, Leiter der Forschungsgruppe Jugend und Europa, und  Dr. Thomas Goppel während des Planspiels "Der Landtag sind wir".

Lesen Sie auch den Bericht "Schüler als Abgeordnete" zu dieser Veranstaltung.

28.11.2007 · Ammerseekurier


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DIESSEN. Wie arbeitet der Bayerische Landtag? Die Antwort haben sich 53 Schülerinnen und Schüler (Klassen 9a und 9b) im Ammersee Gymnasium bei einem Projekttag erarbeitet. Im Planspiel, angeleitet von drei Fachleuten vom Centrum für angewandte Politikforschung an der Ludwig Maximilian Universität, LMU, in München, schlüpften die Gymnasiasten in die Rolle der Abgeordneten des Bayerischen Landtags.

Begleitet wurden sie von echten Parlamentariern: Von Dr. Thomas Goppel (CSU) und von Dr. Sepp Dürr (Die Grünen). Ursprünglich war auch die für den Wahlkreis Fürstenfeldbruck-Ost zuständige SPD-Abgeordnete Kathrin Sonnenholzner vorgesehen, sie musste kurzfristig wegen parlamentarischer Pflichten absagen. Fazit von Eva Hammer-Bernhard, die als Deutsch-Lehrerin den politischen Aktionstag betreute: „Am Morgen war der Name des bayerischen Ministerpräsidenten nur einem Schüler bekannt, am Ende haben sie alle miteinander viel mehr gewusst und ihren Einblick in politische Strukturen gut formulieren können.” Es sei in der Tat eine bildungspolitische Offensive gewesen, die viel mehr gebracht hätte, als theoretischer Unterricht.

Eingangs wurden die Gymnasiasten in drei Landtagsfraktionen aufgeteilt. Im Verhältnis der Sitzverteilung im Maximilianeum waren es dann 30 CSU-Abgeordnete, 12 von der SPD und fünf Grüne. Die Schüler mussten fraktionsintern, in Ausschüssen und dann im Plenum über drei Themen diskutieren und abstimmen, die aus der Tagespolitik entliehen wurden: Die Grünen debattierten das Wahlrecht ab 16, die Sozialdemokraten beschäftigten sich mit der Ganztagsschule und die CSU-Abgeordneten tauschten Argumente aus zur Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen.

„Es war faszinierend zu sehen, wie die Schülerinnen und Schüler intensiv gearbeitet haben.” Lehrerin Eva Hammer-Bernhard ist begeistert und berichtet, wie die einzelnen Rollen, vom Alterspräsidenten bis zur Pressestelle im Landtag ausgefüllt worden sind. Vor allem die Pressestelle hätte am Ende des Projektes eine Landtagszeitung auf den Tisch gelegt, die das Projekt „sehr gut dargestellt hat.” Sogar ein spontanes Interview mit Dr. Sepp Dürr hätten die Jugendlichen noch erstklassig in die Reihe gebracht.

Interessant seien auch die Diskussionsrunden mit den Abgeordneten gewesen. Lebhafte Gespräche hätten sich gebildet, die sehr gut überlegt und engagiert gewesen wären. Da seien Fragen gestellt worden, wie man sich als grüner Abgeordneter fühlt, wenn man als kleinste Partei bei den Abstimmungen häufig unterliegt. Die Abgeordneten seien intensiv auf die Interessen der Jugendlichen eingegangen und hätten die Landtagsarbeit so ausführlich dargestellt, dass die nächste Aktion wohl ein Besuch im Bayerischen Landtag sein könnte.

Weiter berichtete die Lehrerin, dass die Expertengruppe von der LMU über gutes didaktisches Material verfügt hätte, mit dem die Landtagsarbeit sehr schön realistisch darstellbar war. Das hätte bei den Namensschildchen begonnen, reichte über das Nachspielen der Meinungsbildungsprozesse bis zur Abstimmungssituation. Goppel erläuterte unter anderem anschaulich, wie Sitzungen im Bayerischen Landtag ablaufen. Dabei streute er auch immer wieder Anregungen für Jugendthemen ein und stellte dar, wie man im politischen Leben Wünsche und Themen von Jugendlichen in die Gemeindeparlamente, in den Kreistag und den Landtag hineintragen könne.

Im abschließenden Gespräch mit der „echten” Presse betonte Goppel, er sei überzeugt, dass politisches Engagement an der Ortspolitik und auch das Interesse an der Gesamtpolitik in der Familie geweckt werde. Ein politisch denkendes Elternhaus übertrage die Freude, sich in die Politik einzubringen, auch auf Kinder und Jugendliche. Ob die Parteien in der Zukunft ein zeitgemäßes Flair und modernes Outfit bekämen, hinge mit dem politischen Interesse der Jugend zusammen. Grundvoraussetzung sei nach seiner Ansicht ein plurales inneres Gefüge. Das Wahlalter auf 16 Jahre herabzusetzen, sei für ihn nicht unbedingt ein Weg, Jugendthemen besser bekannt zu machen. Wichtiger sei es, die Jugend schon früh und regelmäßig einzubinden in die kommunale Ebene der Gemeindegestaltung.


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