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Ende eines Tabus: John F. Kennedy vor 50 Jahren als erster katholischer US-Präsident vereidigt

Interview mit Prof. Dr. Werner Weidenfeld

21.01.2011 · Kirchenradio


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Er war ein historischer Durchbruch für die Katholiken in den USA: der Amtsantritt John F. Kennedys am 20. Januar 1961. Seitdem seien sie „selbstverständliche Teilnehmer dieser Gesellschaft“, sagte der Politologe Werner Weidenfeld dem Münchner Kirchenradio.

Zuvor sei es undenkbar gewesen, dass in Amerika ein Katholik diese Spitzenposition einnehmen kann. Wer Ambitionen hatte, politische Karriere zu machen, arbeitete nicht mit seinem katholischen Hintergrund. Das sollten möglichst viele Leute erst gar nicht erfahren, dass man katholisch ist. Bei Kennedy wusste man zwar, dass er Katholik ist, „aber er war so charismatisch, so attraktiv als Politiker, dass er dennoch gewählt worden ist“, so Weidenfeld. Zudem betonte Kennedy im Wahlkampf, dass er als Bürger kandidiere und nicht als Katholik. Mit der Wahl Kennedys sei das alte Thema im protestantischen Amerika, dass der Vatikan und mit ihm die katholische Kirche eine verdächtige weltpolitische Organisationsform sei, beendet worden. „Das ist sicherlich ein Mitverdienst von Kennedy“, so der Direktor des Münchner 'Centrums für angewandte Politikforschung'. Heutzutage sei es ganz normal, dass ein Katholik wie Joe Biden Vize-Präsident ist. Spätestens seit der Wiederaufnahme von diplomatischen Beziehungen mit dem Vatikan im Jahr 1984 habe sich die gesellschaftliche Lage der US-Katholiken endgültig normalisiert.


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