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Zukunft der Parteien in Deutschland und Frankreich

Ein neuer Band von Claire Demesmay und Manuela Glaab

Claire Demesmay, Manuela Glaab (éds): L’avenir des partis politiques en France et en Allemagne, Septentrion Presses Universitaires : Villeneuve d’Ascq 2009, 304 pages, ISBN 978-2-7574-0106-4.

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23.09.2009 · Forschungsgruppe Deutschland


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Wie reagieren die Parteien in Deutschland und Frankreich auf Veränderungen des Wählermarktes? Wie wandeln sich die Parteiorganisationen? Welche Methoden nutzt das "modern Campaigning"? Welche Rolle spielen die Parteieliten? In welche Richtung entwickeln sich die Programmdebatten in den beiden Nachbarländern? Antworten auf Fragen wie diese liefert der soeben erschienene Band:

Claire Demesmay / Manuela Glaab (ed.): L’avenir des partis politiques en France et en Allemagne, Septentrion Presses Universitaires : Villeneuve d’Ascq 2009.

In Frankreich wie in Deutschland spielen Parteien eine wichtige Rolle im Prozess der politischen Willensbildung. Aus einem historischen Blickwinkel betrachtet erfuhren diese in beiden demokratischen Systemen eine funktionale Aufwertung. Erst in der Vergleichsperspektive werden grundlegende Merkmale deutlich. Diese betreffen nicht nur die verfassungsrechtliche Stellung der Parteien, sondern auch die Strukturen des Parteiensystems. In beiden Nachbarländern fand ein Konzentrationsprozess statt, der in Frankreich jedoch zunächst zu einer Bipolarisierung des Parteiensystems führte, wohingegen sich in Deutschland ein zentripetaler Parteienwettbewerb herausbildete. Tendenzen der Fragmentierung und Parteieninstabilität sind in Frankreich seit längerem manifest. Doch auch in Deutschland ist aufgrund der Schwäche der Volksparteien ein Verlust struktureller Mehrheiten zu beobachten, der mit einer Stärkung der Ränder zugunsten kleiner Parteien einhergeht.

Die Parteienkritik lässt zudem Zweifel an der Vitalität der Parteiensysteme in beiden Nachbarländern aufkommen. Indizien hierfür sind – mit jeweils landesspezifischen Besonderheiten – die personelle und programmatische Auszehrung etablierter Parteien, wie auch die Abkehr breiter Bevölkerungsteile von parteipolitischem Engagement. Die Parteien konkurrieren aufgrund einer sinkenden Parteiidentifikation und steigenden Volatilität des Wahlverhaltens um zunehmend fluide Wählermärkte. Populistische wie auch rechtsextreme Parteien erhalten Auftrieb. Professionalisierte Wahlkampagnen und Spitzenkandidaten erhalten vor diesem Hintergrund wachsende Bedeutung für den Wahlerfolg. Zudem verändern sich die Spielregeln des Parteienwettbewerbs unter den Bedingungen der Mediendemokratie in Paris wie auch in Berlin.

Welche Trends die Entwicklung der Parteiensysteme in Frankreich wie in Deutschland kennzeichnen, ist bisher nicht systematisch vergleichend untersucht worden. Über zwanzig deutsche und französische Expert/inn/en leisten in dem nun vorgelegten Band einen Beitrag dazu, diese Forschungslücke zu schließen. Das Buch liefert nicht nur Impulse für die Fachdebatte, sondern richtet sich auch eine allgemein am Thema interessierte Leserschaft. Damit findet ein Kooperationsprojekt des Comité d’études des relations franco-allemandes (Cerfa) am Institut français des relations internationales (Ifri), Paris, und des Centrums für angewandte Politikforschung (C·A·P) seinen ersten publizistischen Abschluss. Eine deutsche Ausgabe ist in Vorbereitung.


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