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Anpfiff Europa 2016

25 Jahre Deutsch-Polnischer Nachbarschaftsvertrag

17.08.2016 · C·A·P


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Angesichts von zunehmenden Populismus und Nationalismus werden Projekte zur Verständigung, Integration und Zusammenarbeit in Europa immer wichtiger. So stand das Projekt Anpfiff Europa in diesem Jahr im Lichte des 25-jährigen Bestehens des Deutsch-Polnischen Freundschaftsvertrages unter dem Motto „Gute Nachbarschaft in Europa“. Es fand nun bereits zum sechsten Mal mit 60 fußball- und musikbegeisterten Kindern und Jugendlichen aus Deutschland, Polen und der Ukraine statt. Dazu waren die Teilnehmenden während der Projektwoche vom 31.07. - 07.08.16 im Bildungs- und Begegnungszentrum Schloss Trebnitz bei Berlin untergebracht.


Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Ausflug nach Berlin

Ziel dieses Projektes ist es, Kinder und Jugendliche über Ländergrenzen hinweg über Musik und Fußball miteinander in Kontakt zu bringen. Dies gibt ihnen die Gelegenheit, Gleichaltrige aus anderen Kulturen kennenzulernen und Freundschaften zu schließen. Einige Jugendliche haben bereits mehrmals an dem Projekt teilgenommen, aber auch Neuzugänge wurden in der Gruppe herzlich einbezogen. Über Fußball und Musik können wichtige europäische Werte wie Toleranz, Respekt für einander und gegenseitige Anerkennung mit Spaß vermittelt und selbst erlebt werden. Die Sprachbarrieren treten dabei in den Hintergrund, da die Annäherung besonders durch die Interaktion im musikalischen und sportlichen Bereich erfolgt. Für die Verständigung in den inhaltlichen Workshops zum Thema "Gute Nachbarschaft in Europa" standen Sprachmittler für alle Sprachen zur Verfügung.


Die Teilnehmenden vor dem Schloss in Trebnitz in Bewegung

Die bildungspolitische Dimension dieses Projekts umfasst neben der Beschäftigung mit aktuellen europapolitischen Fragen auch die Reflexion über die gemeinsame Geschichte. Der Fokus lag in diesem Jahr aus aktuellem Anlass auf dem Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrag. Dieses 1991 geschlossene Abkommen war ein positiver Wendepunkt in den deutsch-polnischen Beziehungen und führte zu einer umfassenden Zusammenarbeit in Politik und Gesellschaft.

In der Projektwoche beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv mit dem Thema „Gute Nachbarschaft in Europa“. Um die Kinder und Jugendliche gleichsam anspruchsvoll an das Thema heranzuführen wurden zwei Gruppen mit den jüngeren und den älteren gebildet. In diesen Workshops arbeiteten sie gemeinsam mit Schlüsselbegriffen und brachten ihre unterschiedlichen Ideen zusammen. Außerdem erhielten sie einen Überblick und Informationen über den Deutsch- Polnischen Vertrag. Die Jugendlichen definierten, was gute Nachbarschaft für sie bedeutet. Dabei wurde sowohl die Nachbarschaft zwischen Individuen als auch zwischen Ländern beleuchtet. Auch arbeiteten die Teilnehmer in Kleingruppen heraus, was für ihre Länder gute Nachbarschaft bedeutet und wie diese erreicht werden kann. Die polnischen und die deutschen Teilnehmenden suchten anschließend in länderspezifischen Gruppen heraus, welche Aspekte des Vertrages für ihre Länder aus ihrer Sicht am Wichtigsten sei. Die polnischen Jugendlichen erklärten, für ihr Land seien Vertrauen, Beistand und gute Kontakte wichtig, aber auch Sicherheit und der deutsch-polnische Jugendaustausch. Die deutsche Gruppe hob hervor, dass ihnen die dauerhafte Sicherung des Friedens, der Einsatz für demokratische Werte und die europäische Integration besonders wichtig seien. Außerdem seien sowohl der kulturelle Austausch und die Bekämpfung von Kriminalität von immenser Bedeutung. Beide Gruppen stimmten darin überein, dass dem Schutz der Minderheiten und der wirtschaftlichen Kooperation in den deutsch-polnischen Beziehungen eine besondere Bedeutung zukommt.

Die Teilnehmergruppe aus der Ukraine arbeitete heraus, welche politischen Aspekte bei der Nachbarschaft in Europa ihrer Meinung nach besonders hervorzuheben sind, insbesondere mit dem Blick auf die Nachbarschaft von Polen und Deutschland. Die ukrainischen Teilnehmer einigten sich darauf, dass ihnen besonders Kooperation, gegenseitige Hilfe, Vertrauen und Kommunikation zwischen den Ländern wichtig seien. Außerdem seinen sowohl Respekt als auch Toleranz gegenüber anderen unverzichtbar. Um dies besser verwirklichen können, erachten sie das Erlernen von Sprachen für wesentlich. Im Weiteren sollte man sich mit der Geschichte der Nachbarländer und besonders mit der demokratischen und wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands und Polens befassen. In der Gesamtgruppe arbeiteten die Teilnehmer die zentrale Bedeutung von Werten, Vertrauen, gegenseitigem Respekt, Verantwortung und Zusammenarbeit heraus.


Gruppenarbeit im Workshop

Ein wichtiger Programmpunkt war die Fahrt nach Berlin. Nachdem die Kinder und Jugendlichen in den Orchesterproben bereits einige Stücke einstudiert hatten, spielten sie vor dem Seiteneingang des Bundestages ein Standkonzert für die Passanten, um auf das Projekt aufmerksam zu machen. Anschließend lernten sie im Rahmen einer Führung etwas über die Geschichte des Reichstags und die politischen Abläufe im Bundestag.


Standkonzert am Bundestag

Beim täglichen gemeinsamen Fußballtraining mit Trainer Frank Schenatzky vom SG Trebnitz lernten sich die Jugendlichen auch von ihrer sportlichen Seite besser kennen. Sie traten beim Abschlussturnier in länderübergreifenden Teams gegeneinander an. Dabei stand Fairness und Teamgeist für die Jugendlichen ganz besonders im Vordergrund!


Fußballturnier in internationaler Besetzung


Siegerehrung nach dem Abschlussturnier

Unter der Leitung des musikalischen Leiters Dieter Kanzleiter und der Mitarbeit von Matthias Schädlich, Miłosz Buchowski und Dmytro Kulkov musizierten die Kinder und Jugendlichen täglich als internationales Orchester. Trotz der unterschiedlichen Leistungsstände entwickelte sich das Zusammenspiel schnell zu einem schönen Ensemble.

Am letzten Tag des Programms erwartete die Kinder und Jugendlichen ein besonderes Ereignis: Die Fahrt ins polnische Drezdenko und das dort stattfindende Abschlusskonzert, welches die Dirigenten aus allen drei Ländern dirigierten – ein schönes symbolisches Zeichen der „freundschaftlichen Zusammenarbeit und guten Nachbarschaft“ über Grenzen hinweg.


Abschlusskonzert in Drezdenko

Das Projekt „Anpfiff Europa“ wurde von allen Beteiligten und Kooperationspartnern als sehr positiv bewertet und durch eine Mediengruppe der Teilnehmer dokumentiert, welche in einem Blog Einblicke in das Geschehen während des Projektes gab. „Anpfiff Europa“ hat den Teilnehmern ein musikalisches und sportliches Miteinander ermöglicht, neue Erfahrungen zu sammeln und neue Freundschaften über die Ländergrenzen hinweg geschlossen wurden. Während der Projektwoche im Schloss Trebnitz leisteten die Kinder und Jugendlichen mit ihrem Engagement ihren ganz eigenen Beitrag zur europäischen Verständigung.

Autorin: Veronika Brandl; sie absolviert derzeit ein Praktikum bei der Forschungsgruppe Jugend und Europa am Centrum für angewandte Politikforschung und hat das Projekt mit der Mediengruppe begleitet. 

Das Projekt „Anpfiff Europa“ wird von der Forschungsgruppe Jugend und Europa am Centrum für angewandte Politikforschung wissenschaftlich begleitet. Die Idee wurde im Rahmen der DFB-Kampagne „Kinderträume 2011“ ausgezeichnet.

„Anpfiff Europa“ wurde im Jahr 2016 großzügig von der Otto & Company Strategy Consultants GmbH unterstützt. Vielen Dank! Ebenfalls sei den zahlreichen weiteren Sponsoren gedankt. Ohne folgende zahlreiche Unterstützer und Sponsoren wäre das Projekt nicht durchführbar gewesen:

Impressionen

 


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