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Fünf Jahre Anpfiff Europa

Polen, Ukraine, Deutschland: Mut und Versöhnung von jungen Menschen in Europa

18.08.2015 · Forschungsgruppe Jugend und Europa


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In einer schwierigen und angespannten Zeit, wie sie momentan die Ukraine erlebt, ist es wichtig, für Frieden einzutreten. Für die Menschen dort ist die Versöhnung ein notwendiges Ziel, zu dem es Mut braucht. Kann dabei aus der deutsch-polnischen Geschichte gelernt werden und kann sich eine Zukunftsperspektive in der Ukraine entwickeln? Projekte wie ‚Anpfiff Europa’ können dazu beitragen, jungen Menschen zu vermitteln, wie sie völkerverständigende Brücken schlagen können.


Gruppenbild vor dem Projektbus von MAN

Das Projekt „Anpfiff Europa“ fand in diesem Jahr bereits zum fünften Mal mit 60 jungen fußball- und musikbegeisterten Kinder und Jugendliche aus Polen, der Ukraine und aus Deutschland statt. Die Projektwoche fand vom 02.08. bis zum 09.08.15 in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Kreisau statt.

Ziel dieses Projektes ist es, mittels Musik und Fußball den Kindern und Jugendlichen eine Begegnung über Ländergrenzen hinaus zu ermöglichen. So erhalten sie die Gelegenheit, mit Gleichaltrigen aus einer anderen Kultur in Kontakt zu kommen und Freundschaften zu schließen. Über Fußball und Musik können dabei wichtige europäische Werte wie Toleranz, Respekt für einander und gegenseitige Anerkennung mit Spaß vermittelt und selbst erlebt werden. Sprachbarrieren treten dabei in den Hintergrund. Die Annäherung erfolgt vor allem durch Interaktion auf musikalischer und sportlicher Ebene auch ganz gut ohne Worte. Für die Verständnigung in den inhaltlichen Workshops standen Sprachmittler zur Verfügung.


Die Teilnehmenden bei der morgendlichen Workshopeinheit

Die bildungspolitische Dimension dieses Projekts umfasst neben der internationalen Zusammenarbeit die Reflexion über die gemeinsame Geschichte. Der Fokus lag in diesem Jahr auf den deutsch-polnischen Beziehungen und reicht zurück bis in das Jahr 1989, ein Jahr des demokratischen Umbruchs. Anlässlich der Feierlichkeiten der ‚Stiftung Kreisau für europäische Verständigung’ zum 25-jährigen Jubiläum der Versöhnungsmesse im letzten Jahr, wurde in der Jugendbegegnungsstätte eine Freilichtausstellung zum Thema „Mut und Versöhnung“ eröffnet. Die dazu neu eröffnete Dauerausstellung befasst sich mit dem schwierigen Weg der Versöhnung zwischen Deutschen und Polen. Es soll zum einen an die Vergangenheit erinnert werden aber junge Menschen dazu anregen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Darüber hinaus zeigt sie die wichtige Rolle der Politik, der Kirche und vor allem auch der Zivilgesellschaft auf. Ein Treffen wie es in dieser Projektwoche in Kreisau stattfand ist nur möglich, Dank dem Mut und dem Engagement Einzelner, die sich damals so aktiv in der Gesellschaft engagiert haben.

Mit dem Thema „Mut und Versöhnung“ beschäftigten sich die Teilnehmer intensiv in der Projektwoche. In Gruppen arbeiteten sie gemeinsam mit den Begriffen und brachten ihre unterschiedlichen Ideen zusammen.


In kleinen Gruppen wird die Ausstellung „Mut und Versöhnung“ erkundet

Die Teilnehmer hoben hervor, dass es zu einer Versöhnung auch Mut braucht und dass es ohne Verzeihen und Vergeben nicht geht. Zunächst müsse aber der erste Schritt getan werden und zwar müssen die Probleme und Fehler angesprochen werden. Vor allem zu Beginn der deutsch-polnischen Beziehung stellte das Aussprechen eine erste Hürde dar. Alle Teilnehmenden waren sich einig, dass es allem voran Mut braucht, um auf den anderen zuzugehen und sich auf Neues einzulassen.

Neben diesen inhaltlichen Gruppenarbeiten lernten sich die Teilnehmer beim gemeinsamen Fußballtraining auf sportlicher Ebene kennen. Die täglichen Fußballtrainings unter Leitung von Pawel Michalski (FC Swidnica) führten zu einem sehr spannenden Fußballtunier am Ende der Woche.


Die Teilnehmenden geben beim Abschlussturnier alles

Für die weniger Fußball begeisterten bot sich die Möglichkeit, in der Mediengruppe mitzuwirken, um die Woche in Kreisau mit Fotos, einem Film und einem Blog zu dokumentieren.

Unter Leitung des künstlerischen Direktors Dieter Kanzleiter fanden die täglichen Orchesterproben statt. Das gemeinsame Musizieren entwickelte sich schnell zu einem harmonischen Zusammenspiel mit kleineren Konzerten bei dem Silesian Fußball Cup sowie in und um Swidnica. Den Höhepunkt stellte das wunderschöne Konzert im Stadttheater von Schweidnitz dar. Die ca. 180 Gäste freuten sich über das fünfjährige Jubiläum und genossen das musikalisch sehr gelungene Konzert. Durch das diesjährige Programm führte der musikalische Leiter im Dirigententduo mit Matthias Schädlich. In diesem Jahr untermalte darüber hinaus die ukrainische Solistin Larissa Stoliarova das Konzert.


Höhepunkt des Programms: das feierliche Abschlusskonzert im Theatersaal von Schweidnitz

Das Projekt „Anpfiff Europa“ ist es auch in diesem Jahr gelungen, ein musikalisches sowie sportliches Miteinander zu ermöglichen, bei dem neue Freundschaften geschlossen sowie ein Beitrag zur europäischen Begegnung geleistet wurden.

Diese Projektwoche will und kann politisches Handeln auf dem Weg der Versöhnung nicht ersetzen. Jedoch kann sie in schwierigen Zeiten positiv unterstützend wirken und dzu beitragen, dass das Kennenlernen von Menschen aus anderen europäischen Ländern auf unterschiedlichen Ebenen möglich ist und verschiedene Perspektiven eingenommen werden können. Die Betrachtung der gemeinsamen Geschichte in Europa kann dabei nur förderlich sein.

Autorin: Lena Peichl, Studentin der Politikwissenschaft an der LMU, die im Rahmen ihres Praktikums bei der Forschungsgruppe Jugend und Europa das Projekt „Anpfiff Europa“ in Polen begleitet hat.

Projektleitung am C·A·P: Eva Feldmann-Wojtachnia
(Forschungsgruppe Jugend und Europa)

Projektleitung in der IJBS Kreisau: Małgorzata Lisowska

Projektlogo: Maciej Wojtachnia

Die Woche wurde von den Teilnehmenden durch eine Mediengruppe begleitet, die das Projekt auf einem eigenen Blog „Anpfiff Europa 2015“ vorstellt. Dank dessen sind einige Innenansichten des Projekts möglich und auch das Konzert ist dort in voller Länge dokumentiert; (in Kürze freigeschaltet)  www.europa1gwizdek.weebly.com

Das Projekt „Anpfiff Europa“ wird neben zahlreichen Unterstützern vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk gefördert und von der Forschungsgruppe Jugend und Europa am Centrum für angewandte Politikforschung wissenschaftlich begleitet. Die Idee wurde im Rahmen der DFB-Kampagne „Kinderträume 2011“ ausgezeichnet. Seit 2013 wird das deutsch-polnische Jugendblasorchester „Anpfiff Europa“ zur Eröffnung des Internationalen Kinder- und Jugendturniers SILESIAN CUP in Schweidnitz eingeladen.

Ohne folgende weitere Unterstützer und Sponsoren wäre das Projekt jedoch nicht durchführbar gewesen:


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