09.12.2016
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Beteiligung übers Reden hinaus

Gemeinsinn-Werkstatt: Materialien zur Entwicklung von Netzwerken, Wolfgang Fänderl (Hrsg.)

Wolfgang Fänderl (Hrsg.): Beteiligung übers Reden hinaus - Gemeinsinn-Werkstatt: Materialien zur Entwicklung von Netzwerken, Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2005, 192 Seiten, Broschur, inkl. Methodenbaukasten auf CD-ROM, 28,00 EUR / 49,00 sFr., ISBN 3-89204-716-2.

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02.06.2005 · Akademie Führung & Kompetenz


Gemeinsinn-Werkstatt-Leitfaden und -Baukasten, die Früchte aus vier Jahren Projekt Gemeinsinn auf knapp 200 Seiten Papier und in 260 Dateien auf CD-Rom, wurden im Mai 2005 im Centrum für angewandte Politikforschung und auf www.netzwerk-gemeinsinn.net der Öffentlichkeit übergeben.

WAS?

Wie entsteht Motivation? Welche Schritte fördern partnerschaftliche Beteiligung? Wie können Kooperationsprojekte und Netzwerke bei der Zusammenarbeit beraten werden?

Gemeinsinn-Werkstatt heißt der innovative Beteiligungsansatz für Großgruppenprozesse, mit dem freiwilliges Engagement methodisch gefördert werden kann. Bestehend aus einem Grundkonzept, einem Projektverfahren und einem Begleitnetzwerk wurde er bereits bei mehreren Modellprojekten, in einer Universität, einer Kommune, einer Jugendgruppen und auf das eigene Multiplikatorennetzwerk angewandt.


Gemeinsinn-Begleiten in Bad Boll 2004.

Der daraus entstandene Leitfaden wurde Ende Mai 2005 von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlicht. Mit beigelegter CD-Rom enthält er eine Vielzahl von Materialien, die bei der Umsetzung von Gemeinsinn-Werkstätten hilfreich sein können. Vorworte stammen von Professor Heribert Meffert, dem jetzigen Vorsitzenden der Bertelsmann-Stiftung, sowie vom ausgewiesenen Experten für soziale Vernetzung und Beteiligung, Professor Heiner Keupp von sozialpsychologischen Lehrstuhl der Ludwig-Maximilians-Univesität München. Herausgeber und maßgeblicher Autor ist Wolfgang Fänderl, der vier Jahre lang wissenschaftlicher Koordinator des Projekts Gemeinsinn war und mit einer Vielzahl von Kolleginnen und Kollegen aus Beratung, Moderation und Evaluation an diesem Verfahren gearbeitet hat.

Die offizielle Übergabe der Publikation an die Öffentlichkeit wurde Ende Mai 2005 im Centrum für angewandte Politikforschung gebührend gefeiert. Neben den MitstreiterInnen des Projekts waren auch InteressentInnen und Medienöffentlichkeit eingeladen. Einladende und einleitende Worte hielten neben dem Herausgeber Wolfgang Fänderl vor allem Professor Heiner Keupp und die Leiterin der AKADEMIE FÜHRUNG & KOMPETENZ Susanne Ulrich. Anschließend wurde der Baukasten dann auf den Webseiten von www.netzwerk-gemeinsinn.net freigeschaltet. Eine kleine Einführung in die Funktionsweise der Webseiten wurde von Andreas Bärnreuther (Webadministrator seit 2002) gegeben.

Ganz im Sinne von Open Source und der eigens für die Gemeinsinn-Werkstatt entwickelte Open-Content-Lizenz stehen die Materialien ab diesem Zeitpunkt via Internet Laien wie Experten zur Verfügung.

WER?

Die Materialien entstammen dem vierjährigen Forschungs- und Entwicklungsprojekt der Bertelsmann-Stiftung mit dem C·A·P in Zusammenarbeit mit einem Netzwerk aus Methodenexperten.

Zielgruppen sind potenzielle InitiatorInnen von Gemeinsinnprozessen aus Politik und Verbandsarbeit, Bildungs- und Sozialbereich, Wissenschaft und Wirtschaft sowie Begleitende aus den Bereichen Beratung, Moderation, Evaluation, Medien, Redaktion, Logistik und Internetbetreuung.

Die Veranstaltung in der Faber Villa am Dienstagnachmittag ist insbesondere für jene gedacht, die zur Entwicklung beigetragen haben und zur weiteren Verbreitung beitragen wollen.

WIE?

Alles begann im Jahr 2000, als Reinhard Mohn, 1. Vorsitzender der Bertelsmann-Stiftung, nachhaltig Gemeinsinn fördern wollte: "Bücher gibt es genug, aber es muss etwas getan werden um Toleranz, Gemeinsinn und Demokratie in unserer Gesellschaft spürbar werden zu lassen." Das Centrum für angewandte Politikforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität hatte sich bereits in der Zusammenarbeit in anderen Bildungsprojekten bewährt und stand auch für Projekt Gemeinsinn als wissenschaftlicher Forschungs- und Entwicklungspartner zur Verfügung.

Mit dem Engagement von Wolfgang Fänderl wurde ein Projektkoordinator gewonnen, der sich vielfach mit Programmen zur interkulturellen Förderung speziell in der Jugendarbeit auseinandergesetzt hatte. "Gemeinsinn", so seine Devise, "kann nur durch eine Portion Eigensinn entwickelt werden. Es braucht ein brennendes Anliegen, das nicht nur für den Einzelnen sondern auch für viele andere von hohem Interesse ist ... dann entsteht freiwilliges Engagement fast von selbst! Kein Seminar oder Training konnte Gemeinsinn so gut fördern, wie die freiwillige, selbstorganisierte und wertschätzende Zusammenarbeit unterschiedlicher Menschen zu einem gemeinsamen Thema."


Aktivierungsforum Uni Augsburg 2002

Durch Best-Practice-Recherche, Grundlagenforschung zu Motivation und Vernetzung aber auch durch die Expertise einer Reihe von MethodenexpertInnen entstand zunächst ein Workshop-Programm, das nach einer Serie von Modellprojekten zum Projektverfahren ausgebaut wurde. "Projektverfahren im Ansatz der Gemeinsinn-Werkstatt sind eine Art Missing-Link in der Freiwilligenarbeit. Zwischen kurzfristigen Aktionen und langfristigen Institutionen braucht es ein Projektverfahren, um eine Motivation zu fördern die von Innen kommt und nicht in außengesteuerten Verpflichtungen oder im Chaos endet."

Die Entwicklung der Publikation war ein eigenes Projekt, das über die Laufzeit des Forschungs- und Entwicklungsprojekts Gemeinsinn hinausging und zu einem 'vorläufigen' Abschluss gebracht werden konnte. 'Vorläufig' deshalb, da der Methodenbaukasten andere ExpertInnen und PraktikerInnen dazu einladen möchte, eigene Beiträge einfließen zu lassen. Im Open-Content-Verfahren des Gemeinsinn-Werkstatt-Ateliers entstehen jene Baukasten-Elemente, die nach Reflexion, Optimierung und Freigabe durch das Begleitnetzwerk in die aktualisierte Baukasten-Edition einfließen können. Sie erscheint dann mit den jeweiligen Autorennamen in der Gemeinsinn-Werkstatt-Galerie auf www.netzwerk-gemeinsinn.net.