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Aktiv Eintreten gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit

Das Seminarkonzept für die Jugendbildungsarbeit

27.09.2006 · Forschungsgruppe Jugend und Europa


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Wieder gelang der NPD der Sprung in ein Landesparlament. Mit 7,3 % zogen sie am 17. September in den Schweriner Landtag ein. Und wieder zeigte sich der gleiche Trend beim Wahlerfolg der NPD: Es sind vor allem junge Wähler, die ihre Stimme der NPD schenken. In Mecklenburg-Vorpommern waren es 17% der Erstwähler, die für die NPD stimmten. Dieses Phänomen zeigt sich ähnlich bei Landtagswahlen wie in Sachsen-Anhalt, wo die Rechtsextremen es nicht bis ins Parlament schafften: Auch hier waren es immerhin 10% der 18 bis 29-Jährigen, die ihr Kreuz bei der NPD machten.

Tatsächlich zieht manifester Rechtsextremismus (Wahlverhalten, Straf- und Gewalttaten) überdurchschnittlich häufig junge Menschen an. Anders fremdenfeindliche Einstellungen: Sie sind weit in der gesamten Bevölkerung verbreitet und erstrecken sich auf alle Generationen. Wie die jährlichen Erhebungen von Heitmeyer zur "Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit" zeigen, wächst Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie kontinuierlich.

Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus – subkultureller oder parlamentarischer – sprechen heute viele Jugendliche und junge Erwachsene an. Warum ist das so? Was macht Rechtsextremismus attraktiv? Und was kann gegen die Entwicklung intoleranter, menschenverachtender und fremdenfeindlicher Orientierungen getan werden? Wie können Werte wie Pluralismus und Toleranz vermittelt werden?

Im Projekt Aktiv eintreten gegen Fremdenfeindlichkeit wird ein Seminarkonzept mit didaktischen Modulen, vor allem für die Jugendbildungsarbeit erarbeitet. Hier werden Antworten für den Umgang mit Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit für Lehrkräfte und Pädagogen aufgezeigt, Seminarbausteine entworfen und Handreichungen für die Unterrichtskonzeption zusammengestellt.

Ziel des Projekts ist es, Multiplikatoren und Jugendliche an die Themen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Toleranz heranzuführen und zu einer reflektierten Auseinandersetzung anzuregen. Das Projekt "Aktiv eintreten gegen Rechtsextremismus" ist ein entimon Projekt, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. Das Modell-Konzept wird von der Forschungsgruppe Jugend und Europa am C·A·P in Kooperation mit Einrichtungen vor allem aus der Politischen Bildungsarbeit erarbeitet und in Seminaren mit Multiplikatoren und Jugendlichen getestet.


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