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Signal strategischer Unsicherheit

Prof. Dr. Werner Weidenfeld zum Rückzug Edmund Stoibers aus der großen Koalition.

Interview: Melanie Ahlemeier

02.11.2005 · FTD Deutschland


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FTD-Online: Herr Professor Weidenfeld, CSU-Chef Edmund Stoiber ist parteiintern in die Kritik geraten. Hat er durch seinen Rückzug aus Berlin seine Glaubwürdigkeit als bayerischer Ministerpräsident verspielt?

Professor Weidenfeld: Stoiber hat mit seinem Rückzug gezeigt, dass sein Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit der großen Koalition geschwunden ist. An eine solch unsichere Sache will er sein persönliches politisches Schicksal nicht binden. Das ist kein glanzvoller Start für eine neue Regierung.

FTD-Online: Was müsste Stoiber zwecks Schadensbegrenzung tun? Wie könnte seine Regeneration aussehen?

Professor Weidenfeld: Mit dem Hin und Her hat Stoiber das Signal strategischer Unsicherheit gegeben. Er wird nun seiner landespolitischen Basis wieder das Gefühl von Zuverlässigkeit, Sicherheit und Zukunftsorientierung vermitteln müssen.

FTD-Online: Welche politischen Perspektiven bleiben Stoiber?

Professor Weidenfeld: Das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten gilt als eine der attraktivsten Positionen, die in der Politik zu vergeben sind. Und im Bundesrat braucht die große Koalition die Stimme Bayerns, sonst ist sie ohne Mehrheit. Das sichert Stoiber weiterhin großen Einfluss.


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