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4. Wirtschaft

4.1. Makroökonomische Kennzahlen

Um eine Bild von der wirtschaftlichen Lage der Türkei zu erhalten, werden im Folgenden einige ausgewählte makroökonomische Kennzahlen vorgestellt (alle Daten von 2006).

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Jahr pro Einwohner beträgt in der Türkei 5882 US-Dollar. Dies ist im Vergleich zu den EU-27-Staaten sehr gering und wird nur durch Rumänien unterboten (Deutschland: 31900 US-Dollar). Demgegenüber ist das türkische Wirtschaftswachstum mit 6,1 Prozent (Deutschland 2,8 Prozent) sehr hoch.


Das Geschäftsviertel "Levent" in Istanbul, Foto: Europäische Kommission

Der Anteil der landwirtschaftlichen Produktion am türkischen BIP liegt bei 9,3 Prozent. Zwar ist dieser Anteil im Vergleich zum Anteil der Dienstleistungen und der Industrie der geringste, im europaweiten Vergleich ist der Landwirtschaftsanteil allerdings sehr hoch (Deutschland: 1 Prozent). Hingegen liegt die Türkei mit einem Industrieanteil von 31 Prozent auf Höhe vieler europäischer Länder (Deutschland: 30 Prozent), sodass die Türkei beim Vergleich bezüglich des Anteils der Dienstleistungen wieder schlechter abschneidet. Mit 59,7 Prozent bildet sie das Schlusslicht unter den EU-27-Staaten (Deutschland: 69,1 Prozent) und steht auf einer Stufe mit Albanien. Die Inflationsrate ist mit 9,3 Prozent sehr hoch. Kein europäisches Land außer Bulgarien (7,4 Prozent) hat eine annähernd so hohe Inflationsrate wie die Türkei.

Die Türkei erwirtschaftet durch ihren Export 91,89 Millionen US-Dollar, vornehmlich durch Ausfuhren in die EU. Haupt-Exportländer sind Deutschland mit einem Anteil von 11,3 Prozent, gefolgt von Großbritannien (8 Prozent), Italien (7,9 Prozent), den USA (6 Prozent) Frankreich (5,4 Prozent) und Spanien (4,4 Prozent).

Auch für die EU ist die Türkei ein äußerst wichtiger Handelspartner: mit einer Einfuhr von Waren in Höhe von 41,65 Milliarden Euro und einer Ausfuhr in Höhe von 49,82 Milliarden Euro ist die Türkei der siebwichtigster Handelspartner für die EU-27-Staaten. Insgesamt beläuft sich der Import in der Türkei auf 132,1 Millionen US-Dollar, ein ebenfalls relativ hoher Wert.

Mit einer Beschäftigungsquote von 45,9 Prozent (Frauen: 23,9 Prozent / Männer: 68,1 Prozent) liegt die Türkei im Vergleich zu den EU-27-Ländern (64,4 Prozent – Frauen: 57,2 Prozent / Männer: 71,6 Prozent) weit zurück. Während die Differenz bei den männlichen Erwerbstätigen nicht erheblich ist, unterscheiden sich die Werte bei den weiblichen Erwerbstätigen signifikant. Die in der Türkei extrem niedrige Zahl an weiblichen Erwerbstätigen resultiert vor allem aus den noch sehr traditionellen Rollenvorstellungen im Osten der Türkei beziehungsweise in den ländlichen Gebieten. In diesen Regionen sind Frauen vorwiegend im Haushalt und im familiären landwirtschaftlichen Betrieb tätig und gelten somit nicht als erwerbtätig, werden jedoch auch nicht als arbeitslos gewertet.

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EUROSTAT-Daten zur Türkei

Wirtschaftliche Entwicklung in der Türkei >

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