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1. Das Land

1.2. Geografie


Quelle: CIA World Fact Book

Mit einer Fläche von 780.580 Quadratkilometern ist die Türkei nach Russland der flächenmäßig zweitgrößte Staat Europas und gut zweimal so groß wie Deutschland. Geografisch teilt sich die Türkei zwischen Ost und West auf. Während 97 Prozent der Landfläche zu Kleinasien („Anatolien“) gehören, liegen drei Prozent der Türkei auf dem europäischen Kontinent („Ost-Thrakien“). Diese Spaltung des Landes wird durch die Wasserpassage von Bosporus, Marmara-Meer und Dardanellen erkennbar.

Das Land weist eine Vielzahl von Grenzen auf. Die 2648 Kilometer lange Landgrenze verbindet die Türkei mit Georgien, Armenien, Iran, Irak, Syrien, Griechenland und Bulgarien. Durch ihre Anbindung an das Schwarze Meer hat die Türkei darüber hinaus Seegrenzen zu Rumänien, der Ukraine und Russland. Das türkische Festland ist von der Ägais, dem Marmara-Meer, den Dardanellen, dem Bosporus und dem Mittelmeer umschlossen, so dass sich insgesamt eine Seegrenze von 7200 Kilometern ergibt.

Klimatogeografisch lässt sich die Türkei in sechs Zonen einteilen: der mediterrane Saum, der pontische Saum an der Schwarzmeerküste, das westliche Binnenland, die Gebirgslandschaften des Binnenlandes, die Ebenen und Plateaus des Binnenlandes und die Gebirge und Plateaus Ostanatoliens. Diese klimatische Vielfalt erlaubt den Anbau zahlreicher Früchte, Gemüsesorten und Getreidearten sowie anderer Produkte und Rohstoffe, zum Beispiel Tabak und Baumwolle. Besonders die von Gebirgsketten eingezäunten Plateaus Zentral- und Ostanatoliens eignen sich besonders für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung.


Die Topographie der Türkei, Quelle: Wikimedia

Nicht nur klimatisch, auch landschaftlich ist die Türkei äußerst vielseitig. Dies zeigt schon ein Vergleich zwischen dem tiefsten Punkt der Türkei (Meereshöhe) und ihrer höchsten Erhebung (Berg Ararat: 5166 Meter). Die beiden bedeutendsten Gebirgsketten sind zum einen die Nordanatolischen Berge, die sich durch die nördliche Türkei ziehen, und zum anderen das Taurusgebirge im Süden. Diese teils unwegsamen und steilen Bergregionen sind der Grund, weshalb nur rund 30 Prozent der türkischen Landfläche kultivierbar sind. Gerade in diesen Gebieten ist die Haltung von Weidevieh stark verbreitet.

Zur landschaftlichen Vielfalt der Türkei gehört auch eine Vielzahl von Flüssen und stehenden Gewässern. Letztere machen 9820 Quadratkilometer der Gesamtfläche der Türkei aus, wobei der größte türkische See, der Van See, eine Fläche von 3713 Quadratkilometern aufweist. Der längste türkische Fluss ist Kizilirmak (1182 Kilometer), gefolgt von Sakarya (824 km), Seyhan (560 km) und Büyk Menderes (529 km). Diese Flüsse sind sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Energiegewinnung wichtig, da sie zur Landbewässerung beziehungsweise für Staudämme genutzt werden. Von strategischer Bedeutung für die Türkei sind vor allem die Flüsse Euphrat (1263 Kilometer) und Tigris (523 Kilometer). Beide Flüsse decken auch einen Großteil des Süßwasserbedarfs Syriens und des Iraks.

Im Gegensatz zum insgesamt relativ großen Anteil an landwirtschaftlich genutzter, spärlich besiedelter und unberührter Fläche, steht die in der Türkei zunehmend voranschreitende Verstädterung. Die urbanen Ballungsräume befinden sich vorwiegend im Südwesten der Türkei. Die größten türkischen Städte sind Istanbul (ca. 11 Millionen Einwohner), die Hauptstadt Ankara (ca. 3 Millionen Einwohner), Izmir (ca. 2 Millionen Einwohner), Bursa (ca. 1 Million Einwohner) und Adana (ca. 1 Million Einwohner).

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