02.09.2014
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2. Geschichte

2.1. Das Osmanische Reich

Die türkische Republik ist der Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches, das von 1300 bis 1923 bestand. Das Reich der Dynastie der Osmanen erstreckte sich auf dem Höhepunkt seiner Macht unter Süleyman dem Prächtigen (1520-1566) über Teile Nord- und Ostafrikas, Südosteuropas, den Kaukasus und den Nahen Osten. Im Ersten Weltkrieg bildete das Osmanische Reich gemeinsam mit dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Bulgarien die Mittelmächte, die von der Entente – Russland, Frankreich, Großbritannien und ab 1915 Italien – besiegt wurden.


Ausdehnung des Osmanischen Reiches im 16./17. Jahrhundert, Quelle: NASA

Am 31.Oktober 1918 wurde in der ägäischen Bucht von Mudros der Waffenstillstand beschlossen. Zu diesem Zeitpunkt hielten die osmanischen Truppen jedoch nur noch einen Teil des ursprünglichen Gebietes des Osmanischen Reiches. Die Gebiete im Maghreb und Ägypten, die arabischen Provinzen sowie die Territorien im Kaukasus und nördlich des Schwarzen Meeres und des Balkans waren bereits verloren.

Der Vertrag von Sèvres vom 10. August 1920 bildete den Friedensvertrag zwischen der Entente und dem Osmanischen Reich. Er sah die Aufteilung des Gebiets der heutigen Türkei vor: Der Südwesten sollte unter italienischem Einfluss stehen, während im Süden Anatoliens ein französisches Mandat errichtet werden sollte. Die Briten, die bereits in Mesopotamien, Palästina und Transjordanien ein Mandat errichtet hatten, erhielten ein kleines Gebiet im Südosten Anatoliens, entlang der heutigen Grenze zum Irak. Den Armeniern wurde die Errichtung eines eigenen Staates in Ostanatolien zugesagt. Ferner fiel Ostthrakien und die Region Izimir an Griechenland, während die Marmara-Region (Marmara-Meer, Bosporus, Dardanellen und Istanbul) zum internationalen und entmilitarisierten Gebiet erklärt wurde.

Auch den Kurden wurde ein autonomes Gebiet zugesprochen, dessen endgültige Souveränität innerhalb eines Jahres durch den Völkerbund entschieden werden sollte. Ferner sollten die Provinzen Kars und Ardahan im Nordosten Anatoliens an Armenien angeschlossen werden.

Wäre eine Aufteilung nach dem Vertag von Sèvres realisiert worden, wäre nur ein Rumpfteil Zentralanatoliens als türkischer Staat geblieben. Der Sultan musste auf Druck der Entente-Mächte den Vertag zwar unterzeichnen, doch zu dessen Ratifizierung durch das türkische Parlament kam es nie. Dieses hatte der Sultan aufgelöst, in der Hoffnung, eine endgültige Ratifizierung des Sèvres-Vertrags verhindern zu können – eine Verwirklichung des Vertrags hätte den Thron des Sultans massiv gefährdet. Gleichzeitig formierte sich die türkische Unabhängigkeitsbewegung, die die Aufteilung der Türkei gemäß dem Vertrag von Sèvres ebenfalls ablehnte.

Die Türkische Republik unter Mustafa Kemal >

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