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Comeback mit Ansage: Das Phänomen CSU in der Analyse

Eine Analyse von Dr. Michael Weigl

Michael Weigl: Die CSU. Akteure, Entscheidungsprozesse und Inhalte einer Partei am Scheideweg, Baden-Baden: Nomos 2013, 342 S., 24,90 €, ISBN 978-3-8329-5298-3.

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16.09.2013 · Forschungsgruppe Deutschland


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Scheinbar wie Phoenix aus der Asche entstieg die CSU bei der bayerischen Landtagswahl 2013 dem Jammertal, in das sie mit dem Sturz vom „50 +x“-Thron 2008 gestürzt war. 47,7 Prozent der Stimmen, ein Plus von 4,3 Prozentpunkten, die Rückgewinnung der absoluten Mandatsmehrheit mit einem komfortablen Vorsprung von 22 Sitzen – der Triumph der Partei von Ministerpräsident Horst Seehofer hätte größer kaum ausfallen können. Doch kommt diese Wiederauferstehung nicht von ungefähr, wie die jetzt vorgelegte Studie „Die CSU. Akteure, Entscheidungsprozesse und Inhalte einer Partei am Scheideweg“ von Michael Weigl dokumentiert.

Jahrzehntelang hatte die CSU als Partei, die Tradition und Moderne zum Ausgleich bringt, gegolten. Das Bild von der geschlossenen Kampfgemeinschaft, die Entscheidungen in Hinterzimmern trifft, dominierte die Wahrnehmung. Vor wie nach 2008 aber wurden solche Vorstellungen wiederholt beschädigt. Erst mit dem Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenbergs avancierte der wenig geliebte, aber respektierte Parteivorsitzende Seehofer zum tatsächlich starken, weil unangefochtenen ersten Mann der CSU. Seine bereits davor begonnenen Bemühungen, die Partei neu aufzustellen, ihr personell, strukturell und auch programmatisch ein moderneres Gesicht zu verleihen, forcierte er nunmehr mit manchem Erfolg – wenn auch mit zuweilen harter Hand.

Die CSU hat auch dank dieser Bemühungen zu altem Selbstbewusstsein zurückgefunden. Doch ist die CSU des Jahres 2013 nicht mehr die gleiche Partei, die jahrzehntelang den Freistaat allein regierte. Will sie das Erbe von Strauß bewahren, wird sie sich weiter wandeln müssen. Dabei werden vorrangig die Auflösung des Spannungsfeldes von Moderne und konservativem Markenkern einerseits und die faktische Organisationihrer Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse andererseits auf dem Prüfstand stehen. Das fulminante Ergebnis der Landtagswahl 2013 hat bewiesen, dass die Partei noch das Potenzial besitzt, ihre Basis und auch die Bevölkerung auf diesem Weg der eigenen Veränderung mitzunehmen. Noch ist die CSU immer noch mehr Antreibende denn Getriebene.

Der Autor

Dr. Michael Weigl ist Wissenschaftlicher Assistent am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft (GSI) der LMU München und Leiter der Forschungsgruppe Deutschland (FGD) des Centrums für angewandte Politikforschung (C·A·P).

Die Schriftenreihe „Die politischen Parteien der Bundesrepublik Deutschland“, in welcher der band zur CSU erschienen ist, wird herausgegeben von Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte (NRW School of Governance, Universität Duisburg-Essen).


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