Der Imagewandel von Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel
Vom Kanzlerkandidaten zum Kanzler
|
Sybille Klormann, Britta Udelhoven: |
|
25.02.2008 · C·A·P Working Paper
| < Vorige C·A·P-News | Nächste C·A·P-News > |
Die "Amerikanisierung" und somit Tendenz zur "Personalisierung" von Politik sind Schlagworte, die in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen haben. Demnach geht es bei der Vermittlung von Politik in zunehmendem Maße nicht mehr nur um Inhalte. Vielmehr stehen heute verstärkt Politiker selbst im Mittelpunkt, und dies nicht nur in Wahlkampfzeiten. Vielmehr müssen sie sich auch zunehmend im politischen sowie privaten Alltag positiv in Szene setzen. Die Präsentationsfähigkeit eines Politikers, die Inszenierung seiner Person und seines Images sind mehr denn je notwendige Eigenschaften, um auf der politischen Bühne zu bestehen. Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt hat dies deutlich gemacht, indem er die Veränderung der Politik seit Adenauer folgendermaßen – für damalige Verhältnisse doch überraschend – kommentierte: "Es gab kein Fernsehen, der Alte musste nicht den ganzen Tag mit einem freundlichen Gesicht herumlaufen" (Noelle-Neumann 1998: 9). Die publizistische Präsenz der Spitzenkandidaten der großen Parteien hat durch die Omnipräsenz des Fernsehens erheblich zugenommen. Früher erreichten Politiker durch Teilnahme an Massenveranstaltungen nur ein lokales Publikum, während sie heute durch moderne Massenmedien – Nachrichtensendungen, Magazine, Talkshows, Podcasts usw. – nahezu allgegenwärtig sind. Die Medien- und vor allem Fernsehpräsenz, ist zu einer unabdingbaren Voraussetzung für die Zugehörigkeit zur "Öffentlichkeitselite" geworden. Starpolitiker unterscheiden sich deshalb – bei gleicher Einschätzung ihrer politischen Sachkompetenz – von anderen Politikern vor allem durch ihre Fähigkeit zu fernsehgerechten Auftritten. Die Prominenz bzw. der Starruhm eines Politikers bilden ein "Beziehungskapital", das sie für ihre eigene Karriere bzw. den Wahlerfolg ihrer Partei einsetzen können (Noelle-Neumann 1999: 108 f.) ...
Im Folgenden soll das Image der Politiker speziell zu Zeiten eines Machtwechsels untersucht werden, wenn dieses besonders in den Fokus der öffentlichen Berichterstattung rückt. Das Image ist ein entscheidender Faktor für die Meinungsbildung von Wählern und kann einen ausschlaggebenden Beitrag dazu leisten, einen Machtwechsel herbeizuführen. Daher soll der Frage nachgegangen werden, ob und inwiefern sich die Wahrnehmung und Bewertung der Kandidaten von Seiten der Presse und der Bevölkerung ändert, sobald diese im Amt sind ...
Diese Veröffentlichung entstand im Rahmen eines Lehrforschungsprojektes des Geschwister-Scholl-Instituts für Politische Wissenschaft unter Leitung von Dr. Manuela Glaab, Forschungsgruppe Deutschland am Centrum für angewandte Politikforschung.
Weitere Links zum Thema
![]() |
Deutschland fehlt ein großer strategischer Entwurf Der Republik sind die Orientierungspunkte abhanden gekommen - von Werner Weidenfeld 07.04.2011 · Handelsblatt |
![]() |
Regierungsforschung.de Berufung von Dr. Manuela Glaab, Leiterin der Forschungsgruppe Deutschland am C·A·P, in den wissenschaftlichen Beirat 28.10.2010 · C·A·P |
![]() |
Die Erosion der Republik Ein Kommentar von Werner Weidenfeld 09.09.2010 · Financial Times Deutschland |
![]() |
„Mannschaftsgeist fehlt sogar innerhalb einer Partei“ Werner Weidenfeld übt massive Kritik am deutschen Politikbetrieb – Wissenschaftler sieht im Alternativlos-Argument eher Ratlosigkeit 21.08.2010 · Freie Presse |
![]() |
„Eine Art Erosion der Politik“ Forscher Werner Weidenfeld kritisiert Spitzenpersonal und Parteien 21.08.2010 · Weser Kurier |








