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Jahrbuch der Europäischen Integration 1998/1999

Von Werner Weidenfeld und Wolfgang Wessels (Hrsg.)

Werner Weidenfeld, Wolfgang Wessels (Hrsg.): Jahrbuch der Europäischen Integration 1998/1999, Institut für Europäische Politik, Europa Union Verlag, Bonn 1999, ISBN 3-7713-0580-2

05.12.1999 · Forschungsgruppe Europa


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Kurz vor der Jahrtausenwende kennzeichnen vielfältige Herausforderungen die Lage Europas. Der Krieg auf dem Balkan wirft Fragen zur Handlungsfähigkeit der EU auf. Daß ein koordiniertes Vorgehen in außenpolitischen Belagen dringed nötig ist, demonstrieren der Konflikt im Kosovo und die langwierigen Friedensverhandlungen im Vorfeld der militärischen Auseinandersetzungen, die wiederholt die Ohnmächtigkeit der EU in sicherheitspolitischen Belangen deutlich machten. Die Rückkehr des Krieges nach Europa zeigt, daß das in Amsterdam geschaffene neue Amt eines Hohen Vertreters der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik nicht zur Marginalie verkommen darf.

Weiterhin aktuell bleiben die Erweiterung der EU nach Osten und die damit verbundene Notwendigkeit einer wirtschaftlichen und strukturellen Reform der Gemeinschaft. Mit der Einigung über die Agenda 2000 sind die Mitgliedstaaten einen notwendigen Schritt vorangekommen. Sie haben damit eine wichtige Grundlage für die Erweiterung der EU um die beitrittswilligen Staaten Mittel- und Osteuropas geschaffen, deren Einbindung die erste große Herausforderung für die Union im nächsten Jahrzehnt sein wird.

Die Einführung des Euro zum Jahresbeginn 1999 macht die Grenzen des gemeinsamen Binnenmarktes plastisch deutlich. Der Umgang mit der neuen Geldeinheit im bargeldlosen Zahlungsverkehr, aber auch die Sorge vieler Europäer über die Stabilität der neuen Währung tragen dazu bei, daß der gemeinsame Wirtschafts- und Währungsraum lange vor der Ausgabe von Euro-Münzen und Scheinen deutlich an Konturen gewinnt. Der Amsterdamer Vertrag, der am 1. Mai 1999 in Kraft getreten ist, ist ein weiteres Zeichen für das Zusammenwachsen der Mitliedstaaten der EU. Die gemeinschaftliche Kooperation in den Bereichen Justiz und Inneres und der Ausbau einer gemeinsamen Grundlage für die Bereiche Visa, Asyl und Einwanderung sind Ausdruck dieser Vertiefung.

Ungeachtet der Fülle an Ereignissen innerhalb Europas blickt das Jahrbuch in seiner neunzehnten Auflage auch über den kontinentalen Tellerrand. Die wirtschaftspolitische Verflechtung der EU weit über die Grenzen Kontinentaleuropas hinaus wird in mehreren Beiträgen zur Außenpolitik berücksichtigt. Neben Asien wurde der Afrikapolitik der Union erneut ein Beitrag gewidmet. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der südamerikanischen Staaten als Handelspartner wurden die Beziehungen Lateinamerikas zur Europäischen Union ebenfalls untersucht.

Die detaillierte Erläuterung von Interessen, Hintergründen und Zielen der Europapolitik machen das Jahrbuch der Europäischen Integration zu einem wertvollen Instrument der zeitnahen Europa-Analyse. Insgesamt wurde dabei auf den Aufbau und Ansatz der vergangenen Ausgaben zurückgegriffen, mit dem das Jahrbuch zum europapolitischen Standardwerk geworden ist.


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