Erweiterung

Entwicklungsszenarien für das große Europa

02.06.2008 · Forschungsgruppe Europa


 < Voriges C·A·P-ProjektNächstes C·A·P-Projekt > 

Ein Schwerpunkt des Projekts Das größere Europa ist die Analyse der veränderten Machtkonstellationen in der EU-27, die sich aus der Bildung neuer strategischer Partnerschaften unter alten und neuen Mitgliedstaaten ergeben.

Im Rahmen des Projekts ist die Erstellung einer "Interessen- und Konfliktlandkarte" vorgesehen. Sie wird als Grundlage für Entwicklungsszenarien für das große Europa, die Konzeption von Modellen differenzierter Integration und die Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen bei sich abzeichnenden Konflikten in einzelnen Politikfeldern dienen.

Ziel ist die Entwicklung eines Führungskonzeptes für die große EU, das eine politikfeldspezifische Vertiefung des Integrationsprozesses durch Teilgruppen von Mitgliedstaaten erlaubt. Das Konzept setzt am strategischen Steuerungspotential  einer "Gestalterkoalition" an.

Parallel dazu wird in der Erweiterungsperspektive einer EU-27+ die Frage nach der konzeptionellen und materiellen Gestaltung der nächsten Erweiterungwellen aufgegriffen. Dabei sollen in die Entwicklung von länderspezifischen Heranführungsstrategien konzeptionelle Überlegungen über die Ausgestaltung eines Systems abgestufter Mitgliedschaften einfließen. Einen ersten Anwendungsfall bilden dabei die Staaten des westlichen Balkans. Ein besonderer Schwerpunkt soll in diesem Zusammenhang aber auf der Begleitung des Beitrittsprozesses der Türkei liegen.

Schließlich sollen aus der begleitenden Analyse des "Wider Europe"-Konzepts der Europäischen Union konzeptionelle Empfehlungen für eine neue Nachbarschaftspolitik abgeleitet und mit den Überlegungen für eine differenzierte Erweiterungsstrategie für die EU-27+ verknüpft werden. Auf diese Weise würde ein fließender Übergang zwischen "Ins" und "Outs" ermöglicht.

In gesamteuropäischer Perspektive soll weiterhin das Modell eines geschichteten Handlungsraumes konzipiert werden, der

  • sich im Inneren der Europäischen Union als ein flexibles Geflecht differenzierter Integrationsformen in einer Vielzahl von Politikfeldern darstellt;

  • passgenaue Heranführungsstrategien für künftige EU-Beitrittskandidaten, vor allem im westlichen Balkan, bereit stellt sowie über ein abgestuftes System von Voll- und Teilmitgliedschaften verfügt, das u.a. einen besonderen Status für die Türkei oder selbst die Ukraine ermöglicht;

  • im Rahmen seiner künftigen EU-Nachbarschaftspolitik der Entstehung neuer Trennlinien zu Staaten ohne Mitgliedschaftsperspektive entgegen wirkt. Erforderlich ist eine systematische Weiterentwicklung des Instrumenten-Mix von Partnerschafts- und Assoziierungsabkommen sowie Formen grenzüberschreitender Regionalkooperation.

Im Kern zielt die Projektarbeit in dieser Säule darauf ab, die Europäische Union nachhaltig als kontinentalen Stabilitätsanker zu etablieren. Dies setzt voraus, dass ihre Nachbarstaaten die Beziehungen zur Europäischen Union nicht weiterhin auf das ausschließliche Ziel eines EU-Beitritts ausrichten, sondern stärker als wichtigen Impulsgeber der eigenen Transformation verstehen. Von EU-Seite sollte durch die Entwicklung eines abgestuften Systems, das einen nahtloseren Übergang von Voll- und Teilmitgliedschaften zu besonderen Nachbarschaftsbeziehungen ermöglicht, ihre transformationspolitische Akteursrolle stärker betont werden.

Für die Konzeption eines entsprechend differenzierten Instrumentariums im Rahmen des Arbeitsvorhabens soll vor allem die länderspezifische Expertise aus dem Transformationsprojekt Den Wandel gestalten genutzt werden.


News zu diesem Projekt



EU's Eastern Partnership: Russia doesn’t like it
Interview with Dominik Tolksdorf
25.05.2009


Bulgaria and the EU: Before and after Accession
C·A·P-Mitarbeiter Dominik Tolksdorf bei einer Konferenz des LEIS in Luxemburg
18.05.2009


Bulgarien und Rumänien am Pranger
Verfrühter EU-Beitritt hat Probleme verursacht - Interview mit Prof. Dr. Werner Weidenfeld
26.03.2009


A New Ostpolitik? Priorities and Realities of Germany's EU Council Presidency
C·A·P Policy Analysis · 4 · 2007
10.08.2007


Bilanz der deutschen EU-Ratspräsidentschaft
C·A·P Analyse · 6 · 2007
13.07.2007


Identifying an Agenda for a new Eastern Policy - Connecting the German and Finnish EU Presidencies
C·A·P Aktuell · 1 · 2007
02.02.2007


From a European Neighborhood Policy toward a New Ostpolitik
C·A·P Policy Analysis · 3 · 2006
23.05.2006


Eine neue Ostpolitik
C·A·P Analyse · 2 · 2006
23.05.2006


The Balkans and the Black Sea Region:
Problems, Potentials and Policy Options

C·A·P Policy Analysis · 2 · 2006
13.04.2006


Strategische Regierungsführung in Serbien
Experten-Workshop in Belgrad zum Stand der Regierungsreform
06.10.2005


"Der Türkei die Tür nicht vor der Nase zuschlagen"
Werner Weidenfeld zu den aktuellen Ergebnissen des Bertelsmann Transformation Index
05.10.2005


Europa vor der Südosterweiterung
Strategiepapier für den Südosteuropa-Gipfel der Bertelsmann Stiftung, Zagreb, Juni 2005
05.06.2005


Poland struggling with Structural Funds
The paper outlines the situation concerning the implementation process of the structural funds in Poland.
24.02.2005


EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei
Analyse und Ausblick
18.12.2004


Der Türkei-Beitritt nach dem Kommissionsbericht
Die EU-Kommission bewertet die Entwicklung des EU-Beitrittskandidaten Türkei positiv.
07.10.2004


"Wirtschaftliche Datenlage der Türkei besser als erwartet"
Interview mit Josef Janning zum Thema "Türkei in die EU?"
06.10.2004


2+(1+x)+x: Szenarien für die Südosterweiterung
Vortrag von Antoinette Primatarova, Bulgariens ehemaliger Vize-Außenministerin, am 15. Juni 2004 im C·A·P.
17.06.2004


Kreml ante portas
Die direkte Nachbarschaft der erweiterten EU mit Russland
17.05.2004


Aufbruchstimmung in Europa
Die strategische Umgestaltung Europas muss systematisch angegangen werden.
01.05.2004


Brüssel - das neue Rom
Die Idee der Einigung Europas ist mindestens zwei Jahrtausende alt.
30.04.2004

Design EGENCY · Optimized by Keywordcrossing.com