Ruf nach „Entmythologisierung“ der Ratingagenturen
Statements von Werner Weidenfeld
10.12.2011 · Berliner Morgenpost
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Der Politikberater Werner Weidenfeld hat angesichts der Euro-Krise zu einer „Entmythologisierung der Ratingagenturen“aufgerufen. „Da kommen keine Blitze aus einem umwölkten Himmel der Weisheit“.
Vielmehr handele es sich um Unternehmen, die sowohl die Politik als auch ihre Mitbewerber beobachteten und dann handelten, sagte er der „Rheinpfalz am Sonntag“. Dabei machten sie auch Politik. Dies habe man gesehen, als die Ratingagentur Standard & Poor's kurz vor dem EU-Gipfel angedroht habe, unter anderem Deutschland die Bestnote zu entziehen.
Es sei ein Fehler, in der öffentlichen Diskussion ständig von „den Märkten“ zu reden, fügte Weidenfeld hinzu. „Wir anonymisieren hier ein riesiges Segment von großem Einfluss“, kritisierte er. Die Schlüsselfiguren der Spekulation müssten ebenso beim Namen genannt werden wie die in der Euro-Krise handelnden Politiker.
Weidenfeld ist der Direktor eines der größten deutschen universitären Institute der Politikberatung, des Centrums für angewandte Politikforschung (CAP) in München. Der Europa-Experte war ein enger Berater des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl.
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