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Schüler wollen Wahlrecht ab 16 Jahren

Veitshöchheimer Gymnasiasten spielten im Rathaus Landtagsabgeordnete

Die Arbeit des Bayerischen Landtages erlebnisorientiert erfuhren 55 Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen des Gymnasiums Veitshöchheim. Im Sozialkundeunterricht wählte Fachlehrerin Anne-Marie Greving für das Planspiel "Der Landtag sind wir" das Veitshöchheimer Rathaus aus.

Von Dieter Gürz

20.10.2009 · Main Post


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Referent Thomas Regnet vom Bayerischen Landtagsamt fand es ganz hervorragend, dass ein solches Planspiel im Sitzungssaal, also an einem Ort stattfinden konnte, wo auch sonst echte Politik über die Bühne geht und der Bürgermeister für einen Vormittag sogar sein Zimmer für Fraktions- und Ausschusssitzungen räumte.

Begleitet wurde das Projekt von Mitarbeitern des Centrums für angewandte Politikforschung der Universität München.

Der Sachbereich Besucherdienste des Landtagsamtes bietet schon seit 16 Jahren mit geschulten Fachkräften Planspiele an Schulen an. 16- bis 17-jährige Gymnasiasten schlüpfen für vier Stunden in seriöser Kleidung in die Rolle von Landtagsabgeordneten.

Das Szenario

Vorgegebenes Szenario war es, über einen Gesetzentwurf, nämlich die Herabsetzung des Wahlalters auf 16, in den Fraktionen und Ausschüssen zu beraten und dann im Plenum abzustimmen. Die Schülerin Verena Serkijenko mimte die Landtagspräsidentin, andere formierten sich zu einem Presseteam, das über den Werdegang des Gesetzgebungsverfahrens berichtete.

Am Ende beschloss das Schülerparlament trotz gegensätzlicher Standpunkte einstimmig, bei den Kommunalwahlen das Wahlalter auf 16 zu senken mit der Auflage, bereits in allen achten Klassen verpflichtend das Fach Sozialkunde nebst Planspielen einzuführen und darüber hinaus es den Kommunen freizustellen, beratende Jugendgemeinderäte einzurichten.

Zur Empfehlung des federführenden Ausschusses hatte vor der Abstimmung die CSU einen Abänderungsantrag eingebracht.

„Durch das eigene Tun sind sie natürlich viel näher an der Materie dran als durch bloßes Referieren eines Lehrers“, bestätigte Referent Regnet. Die „Abgeordneten für einen Tag“ hätten so erfahren, was es bedeutet, ihre Meinung und die ihrer Partei zu verteidigen.

Toll fand es Regnet, dass zum Schluss der Debatte Simone Tolle (Bündnis 90/Die Grünen), Manfred Ländner (CSU) und Volkmar Halbleib (SPD) sowie von den Freien Wählern Günther Felbingers Mitarbeiter Jan Richter ins Rathaus kamen, um sich den Fragen der Schüler zu stellen und ihre Meinung bezüglich des Wahlalters zu sagen.

Interessante Diskussion

So sprach sich Ländner grundsätzlich dafür aus, das Alter für das Wahlrecht an die Volljährigkeit und den Führerscheinerwerb zu binden, hält es aber für eine interessante Diskussion. Die Abgeordneten Halbleib und Tolle und auch FW-Mitarbeiter Richter hielten es für denkbar, bei entsprechender politischer Bildung der Jugendlichen das Wahlalter herabzusetzen.

Bei einer Abstimmung außerhalb des Planspiels sprachen sich die Gymnasiasten einstimmig dafür aus, dass dies nicht nur für den kommunalen Bereich gelten sollte, sondern auch bei Wahlen auf Landes- und Bundesebene.

„Ein toller Erfolg!“ Dieses Fazit zog am Ende die stellvertretende Schulleiterin Annemarie Greving. Wenn man den Feuereifer und die Ernsthaftigkeit betrachte, sei es bestens gelungen, den Schülern in spielerischer Form Wissen über die Landtagspolitik beizubringen.


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