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Die Aula verwandelte sich ins Parlament

Die Realschule Mechernich beteiligte sich an einem Planspiel der EU

Die Zehntklässler schlüpften in die Rollen von Ministern und Abgeordneten. Auch EU-Parlamentarierin Ruth Hieronymi war mit von der Partie.

Von Bernhard Romanowski

14.10.2008 · Kölner Stadtanzeiger


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Mechernich - Für einen Besuch im Europäischen Parlament in Straßburg muss man von Mechernich aus mit gut dreieinhalb Stunden Fahrzeit rechnen. Die Realschüler aber legten diese Strecke am Montag innerhalb weniger Minuten zurück. Ein großer Stuhlkreis wurde im "Oktogon" der Schule gebildet, wichtige Dokumente verteilt und ein Mikrofon eingeschaltet - und schon fühlten sich die rund 60 Schüler der Klasse 10 wie in einer Parlamentsdebatte der europäischen Abgeordneten in der elsässischen Metropole.

Die Schüler schlüpften in die Rollen von Ministern und Abgeordneten, Lobbyisten und Journalisten. Sie diskutierten zum Thema "Europas Klima wandeln". Die Debatte war Teil eines Planspiels der Europäischen Union, das in Deutschland von einem Team des Centrums für angewandte Politikforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München betreut wird. Das Planspiel wird seit vergangenem Jahr für alle Schularten angeboten. Die Realschule Mechernich war eine von bundesweit 20 Schulen, die mit ihrer Bewerbung Erfolg hatten. Am Montag reisten Dr. Stefan Rappenglück und einige Studenten des Münchner Zentrums an, um den Mechernicher Schülern während eines eineinhalbstündigen Seminars einen Einblick in die Strukturen der Europäischen Union und ihres Parlaments zu geben. Für die anschließende praktische Übung konnte man die christdemokratische Europa-Abgeordnete Ruth Hieronymi gewinnen. Sie brachte authentisches "Parlamentsflair" in die Debatte der Schüler ein.

Das Ausgangsszenario für die Diskussion war die Aufstellung einer europäischen Richtlinie zur umweltschonenden Energieversorgung. Dies spielten die 15- bis 17-Jährigen in Pro und Contra durch, am Ende sollten sie sich auf eine gemeinsame Resolution einigen. "Wir wollen die Jugendlichen für die europäischen Prozesse sensibilisieren und ihnen das politische Gefüge Europas mit Spaß vermitteln", erläuterte Dr. Rappenglück dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Die Bewerbung der Realschule für das Planspiel der EU hatte Raphaela Masterlerz initiiert, die Sozialwissenschaften an der Schule lehrt. Um den mitunter recht trockenen Unterricht aus Politik und Wirtschaftslehre in diesem Fach etwas lebendiger und praxisnäher zu gestalten, hatte sie die Bewerbung eingereicht. Dass es diesmal geklappt hat, freute auch den Schulleiter Willi Krause. "Wir müssen die Politik in die Schule holen", kommentierte er den Umstand, dass politische Strukturen und Prozesse in der breiten Öffentlichkeit stetig weniger Interesse hervorrufen. Zudem passe das Thema "Klimawandel" gut zu den derzeitigen Projekten an der Realschule.


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