Think Tanks in Deutschland - Berater der Politik?

Politikberatung in der Krise?

Von Martin Thunert

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15.12.2003 · Aus Politik und Zeitgeschichte (Nr. 51)


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"In den USA blüht die Kultur der ,Think Tanks`, in Deutschland haben sie nicht viel zu melden", lautete der Aufmacher, mit dem eine große deutsche Tageszeitung vor kurzem einen Bericht über die Politikberatung in Deutschland einleitete. Zwar hat Politikberatung Konjunktur, aber sie sieht sich zunehmend der Kritik ausgesetzt. Die Klagen über Defizite der wissenschaftlichen Beratungspraxis reißen nicht ab - insbesondere in einem der Hauptgebiete wissenschaftlicher Beratung, der Wirtschaftspolitik. "Phobie gegen Praxisnähe", "theoretische Verspieltheit", "sprachliche Abschottung", "mangelnder Realitätsbezug und Unkenntnis der politischen Abläufe" sowie "Ignoranz des Faktors Zeitknappheit" - so urteilen die Macher über die Wissenschaftler.

Umgekehrt sehen die Theoretiker die Politik weniger durch inadäquate Beratungsformen und den Mangel an Ideen als durch Umsetzungsprobleme institutioneller Art sowie durch politische Scheuklappen, politische Instrumentalisierung der wissenschaftlichen Beratung, schlechtes Zeitmanagement, die Unfähigkeit zur Prioritätensetzung und eine "Verarmung des zukunftsgerichteten Denkens" blockiert. Diese Schuldzuweisungen sind kein spezifisch deutsches Phänomen. Dahinter verbirgt sich das prinzipielle Problem der schwer in Einklang zu bringenden Funktionslogiken von Politik und Wissenschaft. "Der Politiker' erwartet political advice, der Berater will aber meist nur policy-advice geben - ein Konflikt, der in Deutschland besonders stark empfunden wird."

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