Grenzüberschreitende Kooperationen als Faktor politischer Kultur
Der Bayerisch-Böhmische Grenzraum
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Michael Weigl: Grenzüberschreitende Kooperationen als Faktor politischer Kultur. Das Beispiel des Bayerisch-Böhmischen Grenzraumes (Přeshraniční spolupráce jako faktor politiciké kultury. Příklad bavorsko-českého pohraničního prostoru), in: Falkenstein, Eugenie Trützschler von/Voráček, Emil (Hrsg.): Politische Kultur – Politická kultura. Deutschland – Tschechien. Německo – Česko, Praha 2004, S. 75-91. |
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09.06.2005 · Forschungsgruppe Deutschland
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Fragen der politischen Kultur in Deutschland und der Tschechischen Republik stehen im Mittelpunkt dieses Sammelbandes, der eine 2004 in Prag stattgefundene Tagung des Regionalen Clubs der Jungen Konservativen aus Prag 13, der studentischen Vereinigung POLIS und des Institutes für Politikwissenschaft der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität Prag dokumentiert. Leitbild dieser Internationalen Studentischen Konferenz unter gemeinsamer deutsch-tschechischer Leitung war, Grundlagen des Zusammenlebens in beiden Staaten zu beleuchten und so das Verständnis für den jeweiligen Nachbarstaat zu fördern und damit letztlich auch der grenzüberschreitenden Kooperation zu dienen.
Einen spezifischen Blick auf Fragen der politischen Kultur im bayerisch-böhmischen Grenzraum steuerte zu diesem Tagungsband Michael Weigl bei. In seiner mit Ergebnissen des Forschungsprojektes „Grenzregionale Identitäten" angereicherten Darstellung kommt er zu dem Schluss, dass grenzüberschreitende Kooperationen zwar Voraussetzung einer positiven Wahrnehmung des deutschen bzw. tschechischen „Anderen" sind. Sie allein reichen aber nicht aus, um Einstellungen und Meinungen der Bevölkerung gegenüber dem "Anderen" effektiv in einem positiven Bild eben dieses "Anderen" einzubetten. Vielmehr erscheint es notwendig, auch das jeweilige grenzregionale Selbstverständnis zu hinterfragen. Hier sind die Nachbarn eingebunden in ein als selbstverständlich hingenommenes Deutungsmuster der eigenen Region. Negative Stereotypen und Vorurteile werden so – zumeist unabsichtlich - täglich weiter tradiert und behindern die angestrebte positive Sichtweise auf den Nachbarn. Umso wichtiger erscheinen deshalb gesellschaftliche Reflexionsprozesse, die eben diese Ebene des eigenen Selbstverständnisses kritisch thematisieren. Ziel solcher Bestimmungen der eigenen politischen Kultur muss es sein, diese Elemente zu identifizieren, welche den "Anderen" als Negativum in Ausgrenzung zur eigenen Gruppe definieren und nicht als Positivum im Sinne einer bereichernden Erfahrung des konstruktiven Vergleichs.
Herausgeber des Sammelbandes sind Ph Dr. Emil Voráček (Karlsuniversität Prag) und Eugenie Trützschler von Falkenstein (Wissenschaftlicher und Parlamentsdienst Thüringer Landtag).
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