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Wahlen in der wissenschaftlichen Analyse

Vortrag von Dr. Manuela Glaab ab der Universität Casablanca

12.04.2008 · Forschungsgruppe Deutschland


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Die zuverlässige Prognose von Wahlergebnissen erweist sich vielerorts als Herausforderung. In etablierten Demokratien sieht sich die Wahlforschung mit der Schwierigkeit zunehmend fluider Wählermärkte konfrontiert. So können kurzfristige Stimmungsschwankungen in der Wählerschaft zu "last minute swings" führen, die zu Korrekturen der prognostizierten Stimmenverhältnisse zwingen. Wo freie und faire Wahlen erst neu eingeführt werden, stellt der Wähler hingegen ein noch weitgehend "unbekanntes Wesen" dar.

Um den Trend des Wählerverhaltens wie auch den methodischen Problemen der Wahlforschung auf den Grund zu gehen, veranstaltete das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Marokko in Kooperation mit dem "Centre Marocain de Recherche en Sciences Sociales" (CMRSS) ein wissenschaftliches Kolloquium zum Thema "Wahlen und deren wissenschaftliche Analyse". Auf dem Campus der Universität Casablanca trafen sich am 31. März 2008 Forscher und Nachwuchswissenschaftler, die sich vor allem über die Analysen zur marokkanischen Parlamentswahl von 2007 austauschten. Diese galt als erster Testfall für das auf Betreiben des Königshauses reformierte, hoch komplexe Wahlsystem.

Dr. Manuela Glaab, Leiterin der Forschungsgruppe Deutschland am C·A·P war eingeladen, um aus Sicht der deutschen Politikwissenschaft die Herausforderungen der Wahlforschung zu erläutern. Sie gelangte zu der These, dass die Wahlforschung zur Weiterentwicklung vorhandener Erklärungsmodelle und Prognoseinstrumente auch auf qualitative Methoden zurückgreifen muss. "Wenn der Wähler sich heute wieder als ein 'unbekanntes Wesen' präsentiert, dann bedarf es explorativer Zugänge, um ihn wieder besser kennenzulernen."


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