C·A·P Home > Aktuell > Meldungen > 2007 > Sicherheit, Identität und Werte

Sicherheit, Identität und Werte

Europapolitik für junge Serben und Deutsche - Simulierung von NATO-Entscheidungen

29.05.2007 · Forschungsgruppe Jugend und Europa


< Vorige NewsNächste News >

Die laufende EU-Ratspräsidentschaft hat unter deutschem Vorsitz einen Schwerpunkt auf die Stabilisierung des westlichen Balkans gelegt. In Kooperation mit den beiden nachfolgenden Vorsitzen der Regierungen in Portugal und Slowenien hat sich die EU im Dezember letzten Jahres in einem Achtzehnmonatsprogramm darauf verständigt, kontinuierlich das Engagement für eine europäische Perspektive des westlichen Balkans einschließlich des Ausbaus der Wirtschaftsbeziehungen zu der Region sicherzustellen.

Ziel ist für Serbien dabei - ähnlich wie für Bosnien-Herzegowina und Montenegro – der Abschluss der Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union. Hierfür muss die serbische Regierung jedoch zunächst die uneingeschränkte Zusammenarbeit mit dem internationalen Strafgerichtshof sicherstellen.

Im Vordergrund der deutschen und europäischen Politik gegenüber Serbien steht die umfangreiche Unterstützung des politischen und wirtschaftlichen Reformkurses zur weiteren Stabilisierung des Landes. Darüber hinaus engagiert sich die Bundesrepublik Deutschland mit einer Vielzahl von sozialen und gesellschaftspolitischen Projekten in der bilateralen Zusammenarbeit. Hierzu gehört es auch, ein europäisches Bürgerbewusstsein für die Ziele der Europapolitik zu schaffen und über die Entscheidungswege und die EU-Institutionen aufzuklären.

Laut Umfrageergebnissen der serbischen Regierung haben im Jahre 2006 nur knapp 20% der jungen Generation die Landesgrenze überschritten. Für eine nachhaltige europäische Integration sowie die nötige Aufbauarbeit innerhalb des Landes sind jedoch Europakenntnisse "aus erster Hand" unerlässlich. Eine nachhaltige partnerschaftliche Beziehung zu Serbien muss dabei den Fokus also speziell auf die junge Menschen in beiden Ländern richten. Sinnvoll ist es, aktuelle politische Fragen jugendgerecht und interaktiv aufzubereiten. Grundlegend ist die Auseinandersetzung mit den Werten, auf die sich europäisches Handeln und die europäische Identität aufbauen. Dies gilt besonders für die junge Generation, die in ihrer frühen Kindheit in und mit Europa hauptsächlich Kriegserfahrungen gemacht hat. Im Geiste des Mottos der EU-Ratspräsidentschaft, Europa gelingt gemeinsam, hat die Deutsche Botschaft in Belgrad daher in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und weiteren Partnern das Jugendaustauschprogramm Willkommen in Deutschland initiiert. Das Projekt bietet ca. 200 jungen Menschen Alter von 15 bis 26 Jahren aus Serbien die Möglichkeit, Deutschland zu besuchen und mit gleichaltrigen deutschen Jugendlichen zusammenzutreffen. Damit wird "künftigen Wegbereitern und Trägern der EU-Integration die Möglichkeit geboten, Kontakte für eine zukünftige Zusammenarbeit zu knüpfen."


Im Rahmen dieser Initiative waren auf Einladung der Friedrich Ebert Stiftung in Belgrad 15 junge Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Serbien zu Gast in Deutschland, wo sie vom Europäischen Studentenforum AEGEE betreut wurden. Bei ihrem dreitätigen Besuch Anfang März 2007 bei AEGEE-München hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich gemeinsam mit deutschen Studentinnen und Studenten einen Tag lang mit den Themen "Sicherheit, Identität und Werte in Europa" auseinander zu setzen. Hierzu leitete Eva Feldmann-Wojtachnia, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Jugend und Europa in Kooperation mit Sebastian Schäffer (Munich European Forum) am 06. März 2007 einen Workshop zur europäischen und transatlantischen Sicherheitsstruktur, bei dem die Entscheidungsfindung in der NATO simuliert wurde. Sowohl das von der Forschungsgruppe Jugend und Europa entwickelte Planspiel "NATO im Einsatz" wie auch die Einbettung in eine intensive, sehr ehrlich geführte Diskussionen historischer und aktueller sicherheitspolitischer Fragestellungen wurden von allen Beteiligten als äußerst positiv bewertet. Besonders der offene Austausch, aber auch der ganz persönliche Rückblick der Teilnehmenden auf die schmerzlichen Erfahrungen während der Balkankriege sollte nach Ansicht der Teilnehmenden unbedingt vertieft fortgeführt werden.

Die Projekte der Forschungsgruppe Jugend und Europa werden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Weitere Informationen zu den Planspielangeboten der Forschungsgruppe Jugend und Europa siehe http://simulationen.fgje.de/.


News zum Thema


Herausforderung Europa - Jugend und Politik im Dialog
Europaministerin Dr. Beate Merk und Staatsminister a.D. Prof. Dr. Dr. h.c. Nida-Rümelin diskutieren am 05.12.2016 im C·A·P
23.11.2016 · C·A·P

Politik verstehen - Demokratie lernen - Wirtschaft erforschen
Artikel über die Projektarbeit der Forschungsgruppe Jugend und Europa im Münchner Uni-Magazin
24.08.2016 · C·A·P

Anpfiff Europa 2016
25 Jahre Deutsch-Polnischer Nachbarschaftsvertrag
17.08.2016 · C·A·P

Youth and politics don't mix?
Evaluation of the Structured Dialogue in Germany Says Otherwise
01.08.2016 · C·A·P

Erika Pitzer Preis 2016
Auszeichnung der internationalen Jugendbegegnungsstätte in Kreisau
20.07.2016 · C·A·P

Webdesign EGENCY München