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Internationales Symposium zur Freizeitkultur der Zukunft

Expo 2012 – Breslau kandidiert

15.11.2006 · Forschungsgruppe Jugend und Europa


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Vom 19.-20. Oktober fand in Breslau ein internationales Symposium zum Thema "The phenomenon of the Culture of Leisure" statt, ein Thema mit der sich die Stadt Breslau für die Expo 2012 bewirbt. Dies ist eine der zahlreichen Initiativen, mit der die Stadt ihrem selbstgewählten, dynamischen Image als Ort der Begegnung gerecht werden möchte. Begegnungen finden hier äußerst erfolgreich in den unterschiedlichsten kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen wie auch im wirtschaftlichen Kontext statt. Was die kommunale Stadtentwicklung und das Wirtschaftswachstum betrifft, so liegt die Region Breslau polenweit an der Spitze, was ausländische Investitionen und Kooperationen betrifft. In der Tat wäre es eine gute Wahl, wenn sich die Mitgliedstaaten des Bureau International des Expositions BIE in Paris für Breslau entschieden. Während der Konferenz zeigte sich, dass nicht nur das Thema von großer Zukunftsrelevanz ist, sondern sowohl die Stadt als auch die Frage nach der Freizeitkultur eine gute Plattform für Völkerverständigung sein kann.

Der Oberbürgermeister, Dr. Rafal Dutkiewicz und der polnische Minister für Kultur und Nationalerber Kazimierz Michal Ujazdowski machten bei der Eröffnung deutlich, dass das Expo-Projekt der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung der gesamten Region im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien bereits jetzt schon zu Gute kommt. Der BIE Generalsekretär Vincente Gonzalez Loscertales unterstrich in seinem Schlusswort, dass zwar die Entscheidung letztlich noch nicht gefallen sei, vieles aber durchaus für Breslau spreche. Es wäre das erste Mal, dass ein neuer Mitgliedstaat der Europäischen Union Gastgeber würde.


Vincente Gonzalez Loscertales, Dr. Rafal Dutkiewicz und Krzysztof Olendzki, BIE-Delegierter der Republik Polen, stehen der Presse Rede und Antwort. 

Eva Feldmann-Wojtachnia, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Jugend und Europa war dort mit einem Vortrag zum Thema "Europe's next generation: youth culture, leisure and beyond" beteiligt. Sie unterstreicht hier, dass ein Freizeitbegriff, der auf einer strikten Abgrenzung von der Arbeitswelt basiert, für junge Menschen von heute und morgen nicht mehr zutreffend ist. Angesichts von zunehmender Arbeitslosigkeit und fehlender Zukunftsperspektiven ist Freizeit für die junge Generation zu bitterem Ernst geworden. Während in den neunziger Jahren dieser Trend zwar bereits bestand, versuchten Jugendliche damals, diesem Ernst mit Hedonismus zu begegnen und eine jugendliche Spaßkultur entgegenzusetzen. Die neusten Einstellungsdaten – beispielsweise der aktuellen Shell Jugendstudie – zeigen jedoch, dass junge Menschen heute ein hohes Maß an gesellschaftlichem Bewusstsein haben und breit sind, den Problemen ins Auge zu schauen. Aufgabe der Gesellschaft ist es, das Potential, welches junge Menschen verfügen, entsprechend zu fördern und in öffentliche Entscheidungsprozesse einzubeziehen. In diesem Sinne wäre es ein Erfolg, wenn es der Expo 2012 in Breslau gelingen würde, über ein derart jugendzentriertes Thema ein weltweites, ernsthaftes Bewusstsein für die Lebenslagen, Empfindlichkeiten und Zukunftskompetenzen Jugendlicher zu sensibilisieren, denn wo anders, wenn nicht in ihrer Freizeit haben Jugendliche die Chance, sich völlig ungezwungen auszuprobieren und dabei die eigenen Potentiale zu entdecken?

Es ist nicht das erste Mal, dass die Forschungsgruppe Jugend und Europa mit ihrer Expertise in Jugendfragen an einer Expo beteiligt ist: auch bei der Expo in Hannover 2000 war die FGJE konzeptionell eingebunden.

PDF-Downloads

Konferenz-Programm

Redebeitrag von Eva Feldmann-Wojtachnia


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