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Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher!

Teamerschulung in Utting am Ammersee. Fokus: Forschendes Lernen.

17.07.2017 · C·A·P


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Das Programm „Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher!“ wird vom Centrum für angewandte Politikforschung zusammen mit der PwC-Stiftung, der Karl Schlecht Stiftung und dem Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) durchgeführt. Das C·A·P ist im Rahmen des Programms für die Durchführung der „Schülerworkshops: Jugend und Wirtschaft im Dialog“ verantwortlich.  Die Workshops sind als Projekttag konzipiert und finden an den über 20 teilnehmenden Schulen des Programms in Niedersachsen, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern statt. Durchgeführt werden sie in allen Schulformen und den Klassenstufen der Sekundarstufe I von dafür ausgebildeten Teamern des C·A·P.

Methodischer Ansatz des Programms und somit auch der Workshops ist das Forschende Lernen. Es stellt die Jugendlichen mit ihren Erfahrungen und Einstellungen in den Mittelpunkt, ist multiperspektivisch ausgerichtet ermöglicht und den Teilnehmenden einen wertbasierten Blick auf wirtschaftliche Sachverhalte. Im Workshop wird dabei nach dem peer-to-peer-Ansatz gearbeitet, den das C·A·P für die politische Bildungsarbeit in Wirtschaftskontexten adaptiert hat. Gemäß des peer-to-peer-Ansatzes begegnen die didaktisch und inhaltlich geschulten Teamer den Schülerinnen und Schülern auf „Augenhöhe“ und erzeugen dadurch eine andere – lockerere – (Lern-)Atmosphäre im Klassenraum.

Die Teamerschulung des C·A·P für das Schuljahr 2017/2018 fand vom 07. Juli bis zum 09. Juli 2017 in Utting am Ammersee statt.

Am ersten Tag wurde das Programmelement 'Schülerworkshop' in das vermeintliche Spannungsverhältnis zwischen Wirtschaft und Ethik eingeordnet. Denn Ziel des Programms ist die Stärkung der Wirtschaftsethik in den Schulen - gemäß der jeweiligen curricularen Bezüge. Im Workshop werden zwei wissenschaftliche Herangehensweisen stark gemacht. Zum einen die Ethik der Wirtschaft, bei der gesetzte ethisch-politische Rahmenbedingungen, wie die Menschenrechte oder das Grundgesetz, für wirtschaftliche Gesetzmäßigkeiten zu berücksichtigen sind. Diese Perspektive ermöglicht den Blick auf institutionenethisches Handeln.

Zum anderen geht es im Workshop um die Ethik in der Wirtschaft und die Frage nach dem konkreten Handeln des Einzelnen und dessen wertbasierter Entscheidungsgrundlage – dem individualethischen Handeln. Im Workshop gehen die Teilnehmenden ihren eigenen Wertvorstellungen auf den Grund, diskutieren diese, vergleichen sie mit den Wertvorstellungen der anderen. Sie werden dazu befähigt, Schlussfolgerungen auf die Auswirkungen ihres persönlichen und begründeten Handelns für sich, ihre Mitmenschen und die Umwelt zu ziehen. Da im Workshop mit Hilfe der drei Perspektiven Konsument, Unternehmen und politischer Akteur gearbeitet wird, verbinden sich die ethischen Handlungsebenen zu einem ganzheitlichen Verständnis von Wirtschaftsethik.


Vorstellung der Arbeitsergebnisse während der Teamerschulung

Am zweiten Tag sind die einzelnen Elemente des Workshops in ihren Inhalten und ihrer methodisch-didaktischen Anwendung geschult worden. Im Mittelpunkt des Forschenden Lernens steht bei den Workshops die Stärkung der Handlungs-, Urteil- und Entscheidungsfähigkeit der Jugendlichen.


Die Teamer des C·A·P bei der inhaltlichen und methodisch-didaktischen Schulung der Workshopelemente

Die Workshopelemente bauen aufeinander auf und ermöglichen so ein schülergerechtes Arbeiten nach dem Zyklus des Forschenden Lernens.

Das C·A·P bietet den Schulen drei alltagsorientierte Workshopthemen an, die über eine Problemorientierung zum Forschenden Lernen anregen:

  • Von der Baumwollplantage in meinen Kleiderschrank. Internationale Textilproduktion

  • Darf es etwas mehr sein? Die Massenproduktion von Fleisch

  • Was kann und darf mein Handy? Top Seller auf dem Weltmarkt: Smartphone

Die Schulung griff all diese Themen auf, um die Teamer_innen inhaltlich und methodisch-didaktisch für die nächste Workshop-Staffel im Schuljahr 2017/18 zu stärken. Neben einführenden themenspezifischen Übungen als Warming-up sowie einem inhaltlichen Input über die allgemeinen Wirkzusammenhänge für die Jugendlichen, umfasst der Workshop die exemplarische Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema in einem „Forscherlabor“. Dort bearbeiten die Jugendlichen ein Forscherplakat mithilfe von aufbereiteten Materialien. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich dabei nicht nur selbst einen Forschungsfokus, sondern auch die Arbeitsweise ist durch das selbstständige, eigenaktive und kooperative Lernen geprägt. Das Forscherlabor bereitet die Teilnehmenden auf den anschließenden Dialog mit Expertinnen und Experten zum Thema vor und ermöglicht so für die Jugendlichen einen partizipativen Dialog auf Augenhöhe.

Den Abschluss des zweiten Tages der Teamerschulung bildeten Übungen zum Teambuilding, die neben dem persönlichen Kennenlernen auch sportliche Aspekte umfassten.


Die Wirtschafts.Forscher!-Teamer_innen mit der Projektleitung Eva Feldamnn-Wojtachnia

Am dritten und letzten Tag der Schulung wurde einerseits der Ansatz des Forschenden Lernens und dessen Anwendung im Workshop vertieft. Andererseits sind die Ergebnisse und Erfahrungen aus den zurückliegenden Schuljahr ausgetauscht und analysiert worden. Dieser rege Erfahrungsaustausch hat die Unterschiedlichkeit der Wirtschafts.Forscher! Schulen, in denen die Workshops durchgeführt werden, aufgezeigt. Das Team ist nach der Schulung für das Schuljahr 2017/18 gut vorbereitet und freut sich auf die neuen Einsätze.


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