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Deutschlands Umgang mit Rechtsextremismus und Drittem Reich

Diskussionsveranstaltung amerikanischer und deutscher Studierender am C∙A∙P

10.06.2013 · C·A·P


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Der Historikerstreit in den 1980er Jahren, die Kontroversen um Daniel Jonah Goldhagens These von den Deutschen als „Hitlers willige Vollstrecker“ 1996, das umstrittene Buch „Der Brand“ von Jörg Friedrich 2002 und jüngst der Erfolg von Timur Vermes‘ Satire-Roman „Er ist wieder da“ über den im Merkel-Deutschland wieder erwachten Karrierist Adolf Hitler: Die Frage, wie die Deutschen mit dem Dritten Reich umgehen sollen, ist Kontinuum bundesdeutscher Geschichte und Identität. Viele andere Beispiele könnten ergänzt werden. Gegenwärtig sind es vor allem der NSU-Prozess und das bevorstehende NPD-Verbotsverfahren, die politischen und gesellschaftlichen Diskursen zur Fragen des Umgangs mit Dritten Reich und aktuellen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus Nahrung geben. Sich mit diesen schwierigen, aber umso zentraleren Themen interkulturell auseinanderzusetzen, war so auch Thema einer Diskussionsveranstaltung von amerikanischen und deutschen Studierenden am Centrum für angewandte Politikforschung (C∙A∙P).


Prof. Dr. Debbie Samuels-Peretz, Robert Philippsberg M.A., Prof. Dr. Petra Hesse (v.l.n.r.)

In München trafen Studierende der Geschichte, Psychologie und Erziehungswissenschaften des Wheelock College Boston auf Studierende des Geschwister-Scholl-Institutes für Politikwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität. In ihrer Diskussion berührten sie vor allem Fragen der Gedenkstättenarbeit und des medialen und schulischen Umgang mit dem Dritten Reich sowie neuen Formen des Rechtsextremismus. Dabei betonten die Studierenden nicht zuletzt die besondere Hypothek stereotyper und rassistischer Denkmustern für die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit und Formen rechtsextremer Gegenwart. Auch waren sich beide Seiten einig darüber, dass diese Denkmuster nicht nur am Rand der Gesellschaft zu finden seien, sondern sich zunehmend auch in der Mitte der Gesellschaft etablierten. Bildungsangebote müssten, so die Diskutanten, daher schon in frühester Kindheit ansetzen, um demokratische Denkmuster zu vermitteln. Geleitet wurde die Diskussion von Robert Philippsberg M.A., Associate Researcher am C·A·P mit dem Forschungsschwerpunkt (Rechts)Extremismus. Prof. Dr. Petra Hesse und Prof. Dr. Debbie Samuels-Peretz vom Wheelock College begleiteten die amerikanischen Studierenden.


Studierende des Wheelock College Boston und ihre Kommilitonen von der LMU München.


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