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Planspielreihe „Der Landtag sind wir!“

Teamerschulung 2011 der Forschungsgruppe Jugend und Europa

23.11.2011 · Forschungsgruppe Jugend und Europa


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Die Teilnehmenden stellen sich und ihren Politikbegriff vor

Ziel der Teamerschulung 2011 war es, für die seit einigen Jahren erfolgreiche Planspielreihe „Der Landtag sind wir!“ des Bayerischen Landtags  eine kompetente Verstärkung für den bestehenden Referentenpool zu qualifizieren und hierzu die entsprechenden fachlichen Kompetenzen zu vermitteln. Vom 13.-14. Oktober 2011 fand daher unter Leitung von Eva Feldmann-Wojtachnia und Dr. Doerthe Winter-Berke am C·A·P eine zweitätige Ausbildung der Forschungsgruppe Jugend und Europa in Theorie und Praxis statt. 26 ausgewählte Teilnehmende, zum Großteil junge Studierende an Bayerischen Universitäten und Multiplikatoren der politischen Bildung wurden intensiv in die Planspielmethode und ihre Leitungsrolle vor Ort eingeführt.


Eva Feldmann-Wojtachnia und Dr. Doerthe Winter-Berke leiten die Schulung

Landtag einmal anders

Mittlerweile werden in Bayern Gesetzesvorschläge auch außerhalb des Maximilianeums verhandelt. An ausgewählten Tagen finden im gesamten Freistaat nun ebenfalls Plenarsitzungen, Ausschussberatungen und Abstimmungen statt. Abgeordnete eilen zum nächsten Pflichttermin und finden sich in den zwischenzeitlichen Pausen zusammen, um ihre Aussichten auszuloten. Allerdings stehen hinter den Rednerpulten junge, eher unbekannte Gesichter und alles spielt sich im Laufe eines Schulvormittags ab.

Wie werden Gesetze gemacht?

In der Planspielreihe „Der Landtag sind wir!“, die die Forschungsgruppe Jugend und Europa im Auftrag des Bayerischen Landtages seit 2007 entwickelt und mit 57 Planspielen pro Schuljahr durchführt, werden Gesetzesvorhaben aus der näheren Lebenswelt der Jugendlichen beratschlagt. Zur Debatte stehen fiktive Gesetzesentwürfe, beispielweise wie mit Jugendkriminalität umgegangen werden soll oder ob die Abschaffung des „Sitzenbleibens“ sinnvoll wäre. Diese Ausgangsszenarien zielen auf realistische gesellschaftsrelevante Situationen, über die am Ende „echte, handfeste Politik“ entscheiden muss. Ein solcher „Gesetzesentwurf“ genießt somit durch die jungen politischen Akteure im Planspiel – wenngleich didaktisch reduziert - jene Behandlung, die er auch im Maximilianeum erfahren würde. Dieses Konzept ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit, mit dem der Bayerische Landtag jungen Menschen die demokratischen, parlamentarischen Grundprinzipien nahebringen möchte.  

Junge Menschen und politische Bildung

Solche Planspiele, die sich für alle Schularten in den Jahrgangsstufen 8 bis 12 eignen, fanden in den vergangenen Jahren bei den Schülerinnen und Schülern wie auch bei den Lehrenden großen Anklang. Angeregt wird zu Reflexion, Beteiligung und Eigenverantwortung, dem Erkennen der eigenen Rolle und Position als Bürgerin oder Bürger im politischen System. Strukturen und Ziele des politischen Entscheidungsprozesses sollen die Teilnehmenden im Planspiel selbst erleben.  Dies erfordert spezielle methodisch-didaktische Fähigkeiten und ein gutes Gespür für junge Menschen, um das bildungspolitische Vorhaben erfolgreich umsetzen zu können.


Teilnehmende der Schulung bei der Gruppenarbeit

Neue „Teamer“ in Ausbildung

Bei der Schulung 2011 stand ein ambitioniertes Qualifizierungsprogramm auf der Tagesordnung: Gründliche Einführungen in Planspielmethodik und –didaktik, Gruppenmoderation, Organisation und Durchführung sowie politikwissenschaftliche Fragen zur Gesetzgebung in Bayern. Der intensive Diskurs über Inhaltliches und Methodisches, Leitlinien und Erwartungshaltungen vermittelte den Teilnehmern zugleich tiefere Einblicke in die Verantwortlichkeiten und  Einordnung der eigenen Rolle im Prozess. Vorangegangen war der Schulung Anfang Oktober die Verpflichtung zu einer aktiven Teilnahme als Mitspieler/in, um das Planspiel auch aus dieser Perspektive heraus kennenzulernen.


Gruppenphoto im Bayerischen Landtag

Höhepunkt der Veranstaltung war zweifelsohne der Besuch der Gruppe im Bayerischen Landtag, wo neben einer Führung durch die Räumlichkeiten ein Fachvortrag von Herrn LMR Dr. Josef Widmann (stv. Abteilungsleiter Parlamentarische Dienste) zum Gesetzgebungsverfahren im Freistaat die Schulung abschloss.


Herr LMR Dr. Josef Widmann und Frau LTA Christine Betz (Referat P V für Öffentlichkeitsarbeit, Besucher und Pädagogische Betreuung)

Und in Zukunft?

In den kommenden Wochen wird die Ausbildung der neuen Gesichter im Team durch zwei Hospitationen bei Planspieleinsätzen vor Ort komplettiert, die das im Workshop erworbene Wissen anhand von Praxisanleitung verfestigen.

Zum Autor

Matthias Priewe (Jg. 1986) absolvierte im Herbst 2011 ein zweimonatiges Praktikum am CAP bei der  Forschungsgruppe Jugend und Europa und hat die Panspielschulung erfolgreich abgeschlossen; er studiert an der LMU Politikwissenschaft und Soziologie.

Zum Dank für ihren großen Einsatz erhielten die Teilnehmenden der Schulung am Ende einen Reisegutschein, der großzügiger Weise von der Firma Travel Overland bereit gestellt wurde.

Download

Merkblatt des Bayerischen Landtags zum Planspielangebot


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