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Sicherheitsrisiko Internet

Arne Schönbohm zu Gast im C·A·P Forschungskolloquium

03.11.2011 · C·A·P


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Während die Kriminalitätsrate allgemein sinkt, nimmt die Zahl der Computer-Delikte stetig zu. Gegenwärtig liegt der jährliche Schaden in diesem Bereich weltweit bei circa 388 Mrd. US$. 2009 wurde durch Internetkriminalität im Jahr 2009 erstmals mehr Geld verdient, als durch den Drogenhandel. Gleichzeitig häufen sich auch die Fälle staatlich gesteuerter Attacken zum Angriff auf andere Staaten oder zum Zweck der Industriespionage. Mit Arne Schönbohm, ist es dem C·A·P gelungen einen der führenden deutschen Experten zum Thema Cybercrime und Cyberwar, als Referent für das Kolloquium zu gewinnen.


Prof. Dr. Werner Weidenfeld und Arne Schönbohm

Schönbohm, der zu diesem brisanten Thema jüngst auch ein Buch veröffentlicht hat, konstatiert vor allem ein unzureichendes Risikobewusstsein in Deutschland. Den zuständigen Bundes- und Landesbehörden sei die Bedrohung zwar bewusst, allerdings scheitern effektive Schutzmaßnahmen derzeit an der mangelnden Bereitschaft zur Abwehr ausreichende personelle und finanzielle Mittel bereitzustellen. Während in den USA dafür in den kommenden vier Jahren 55 Mrd. US$ bereitgestellt werden, und in Großbritannien immerhin 1 Mrd. US$, findet in Deutschland keine vergleichbare Aufstockung des Budgets für Cyber-Sicherheit statt.

Neben der virtuellen Kriegsführung, etwa zur Spionage oder Sabotage ziviler und militärischer Ziele, und der Wirtschaftskriminalität über das Internet geraten auch Privatpersonen immer öfter ins Visier von Hackern und Kriminellen aus dem Cyberspace. Zu den häufigsten Delikten zählen dabei das Ausspähen personenbezogener Informationen, wie etwa den Kreditkarten-Daten, oder die unrechtmäßige Steuerung fremder Rechner in Form so genannter illegaler „Botnetze“. Neben den direkten finanziellen Kosten die dadurch möglicherweise erwachsen und dem Kontrollverlust über die oftmals sensible Daten, könne der eigene Rechner so auch für Straftaten genutzt werden, ohne dass der Besitzer davon etwas mitbekommt. Schönbohm, der seit seinem Ausscheiden bei EADS im Vorstand der Beratungsgesellschaft BuCET Shared Services tätig ist, erkennt hier vor allem den Bedarf an umfassender Aufklärung der Internetnutzer um Risiken möglichst frühzeitig einzudämmen.


In Zukunft werde die Gefährdung dennoch weiter zunehmen. Die Ursache dafür liegt in der Technisierung und Digitalisierung unseres Alltages. Soziale Netzwerke und Cloud Computing erfreuen sich heute einer Verbreitung, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Hinzu kommen neue Anwendungen wie beispielsweise „Ambient Assisted Living“, die zu einer fortschreitenden Vernetzung unserer Lebensumwelt führen werden. All diese Entwicklungen bieten einerseits Chancen das Leben angenehmer zu gestallten, stellen aber andererseits auch neue Risiken dar, für deren Bewältigung die richtigen Strategien bislang fehlen.

Zur weiteren Lektüre:

Schönbohm, Arne: Deutschlands Sicherheit. Cybercrime und Cyberwar, MV Buchhandel 2011


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