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„It's the democracy, stupid! Demokratie-Lernen. Wo? Wie? Wozu?“

Das 4. Forum des Netzwerks Politische Bildung Bayern in Kooperation mit der Akademie Führung & Kompetenz

22.06.2011 · Akademie Führung & Kompetenz


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Unter dem Motto „It's the democracy, stupid! Demokratie-Lernen. Wo? Wie? Wozu? fand am 9. und 10. Juni 2011 das 4. Forum des Netzwerks Politische Bildung Bayern in der Evangelischen Akademie Tutzing statt.

Mit einem vielfältigen Programm bot die Tagung den Teilnehmer/innen Einblick in neue Projekte, Austausch, Kontakte, Perspektivenwechsel, Methoden und Diskussionsräume – und das alles im wunderschönen Ambiente der Evangelischen Akademie Tutzing.

Der Titel „It's the democracy, stupid!" wurde als Anlehnung an Bill Clintons erfolgreiche Wahlkampfparole aus dem Jahr 1992 „It's the economy, stupid!" - „Es ist die Wirtschaft, Blödmann!" - und steht für die Überlegung, dass das, worum es in der politischen Bildung eigentlich geht, Demokratie ist. Die vielfältigen Ansätze, um Demokratie-Lernen zu vermitteln und greifbar zu machen, wurden exemplarisch auf der Tagung aufgegriffen. Die rund 40 Teilnehmer/innen wurden eingeladen sich aktiv zu beteiligen sowie ihre Themen und Wissen zu teilen.

Innovative Orte und Projekte des Demokratie-Lernens

Gleich zu Anfang wurde Demokratie-Lernen an ungewöhnlichen Orten in Form von Kurzvorträgen dargestellt – beispielsweise wurden Interkulturelle Gärten, Kindergarten und Öffentliche Plätze genannt.

Silvia Simbeck, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Akademie Führung & Kompetenz stellte Demokratie-Lernen in Gedenkstätten vor und berichtete von den Erfahrungen und Möglichkeiten pädagogisches Personal an diesem Ort für demokratisches Lernen zu sensibilisieren.


Nach einem Sektempfang konnten die Teilnehmenden in Kleingruppen in einer Art „Speed Dating" Einblicke in ausgewählte Projekte der politischen Bildung in Bayern bekommen: von der Elementarpädagogik über medienorientierte Projekte und Engagementansätze für junge Erwachsene bis hin zu Konzepten der stärkeren Interaktion mit Politikern war eine breite Palette vorhanden.

Referenteninput

Am ersten Tag sprach Prof. Dr. Joachim Detjen zum Thema „Demokratie lernen. Wozu?“.

Er erläuterte zwei Gründe, warum Demokratie-Lernen essentiell sein kann: die Erhaltung des demokratischen Systems sowie das Handeln innerhalb eines demokratischen Systems. Sein Vortrag bestätigte das bestehenden Wissen mit Blick auf demokratische Handlungsform für Personen und Organisationen.

Aus Sicht der Akademie Führung & Kompetenz ist es wesentlich diesen Bereich des Demokratie-Lernens zu ergänzen, um Demokratie als Lebensform in allen Bereichen des öffentlichen und auch privaten Lebens zu etablieren.

Am zweiten Tag sprach Prof. Dr. Heiner Monheim zum Thema „Friedliche Koexistenz im Verkehr durch Shared Space“- Modell für einen solidarischen Interessenausgleich in der Demokratie?"

Man kann sich fragen, was der erste Paragraph der Straßenverkehrsordnung mit Demokratie zu tun hat. Prof. Dr. Monheim stellte hierzu das Modell des Shared Space vor. Ein verkehrsplanerisches Konzept um Bedürfnisse im Straßenverkehr demokratisch auszuhandeln.

Angeregt durch den Vortrag entstand eine lebendige Diskussion über die Frage, wann Demokratie-Lernen stattfindet und über verschiedene Konzepte und Regelungsprozesse im Straßenverkehr, die auch im anschließenden Open Space fortgesetzt wurde.


„Open Space" für eigene Ideen

Eigene Gedanken, Ideen und Projekte zum Tagungsthema „It's the democracy, stupid! Demokratie lernen. Wo? Wie? Wozu?“ konnten in einer längeren Phase in selbstorganisierten Arbeitsgruppen eingebracht und mit anderen Teilnehmern diskutiert werden. Als methodischer Rahmen wurde „Open Space Technology" verwendet.



In acht Themengruppen vertieften die Teilnehmenden die Impulse und Anregungen aus den Vorträgen sowie ihre eigenen Ideen und Themen. Arbeitsgruppen zu Themen wie „Leserbrief vs. Internet. Neue Partizipationsformen für Jugendliche“, „Partizipatory Design“, „Demokratiekompetenz – What is it?“ oder „Politische Bildung im öffentlichen Raum“ fanden statt und anschließend über die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen allen Teilnehmern berichtet.

Podiumsdiskussion mit Abgeordneten des Bayerischen Landtags

Den Abschluss der Tagung bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema „Demokratie lernen. Wozu?“. Auf dem Podium vertreten waren Anne Franke (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Ursula Männle (CSU), Julika Sandt (FDP), Prof. Dr. Michael Piazolo (Freie Wähler) sowie Dr. Linus Förster (SPD).

In einem lebendigen Austausch diskutierten die Tagungsteilnehmer/innen und die Politiker über Wünsche, Vorstellungen und Möglichkeiten der politischen Bildung. Deutlich wurde, dass mehr Kontakt und Gespräch zwischen beiden Parteien auf beiden Seiten als wichtig empfunden wird.

Zentral sei hierbei nicht nur parteipolitische Inhalte, sondern insbesondere die Befähigung zur politischen Teilhabe in unserer Demokratie. Gleichzeitig sei es jedoch notwendig die politische Bildung zu stärken. Dies wurde als Aufgabe von beiden Seiten an die jeweils andere formuliert.


Es wurde auch kritisiert, dass methodische Ansätze, wie Planspiele im Landtag zwar wertvoll seien, jedoch in der Relation zur Anzahl der Schüler/innen in Bayern nicht ausreichen. Zu dem liege gerade das Besondere der politischen Bildung in ihrer großen Vielfalt an unterschiedlichen Methoden und Herangehensweisen.

Insgesamt sei es wichtig, Jugendliche und Kinder ernsthaft und mit Stimmrecht Einfluss auf Politik nehmen zu lassen. Jugend- und Kinderparlamente könnten auch dazu dienen, neue formale „Erprobungsstätten“ zu schaffen.

Beendet wurde die Tagung durch den Tagungsleiter der Evangelischen Akademie Dr. Axel Schwanebeck, der dem Tagungsteam, den Kooperationspartnern, Referenten sowie allen Teilnehmern für die gelungene Tagung dankte.


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