Rumänien – Eine Bilanz nach zweijähriger EU-Mitgliedschaft

Forschungskolloquium mit Brânduşa Predescu

10.06.2009 · C·A·P


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Rumänien, dessen Weg in die EU spätestens 1993 mit dem Antrag auf Assoziierung begann, hat nicht nur massive Transformierungs- und Modernisierungsprozesse vollzogen, die der EU-Beitritt 2007 als weitere Etappe auf dem Weg 'zurück nach Europa' krönte. Auch birgt das südosteuropäische Land zahlreiche Chancen und neue Perspektiven für eine kulturell vielfältige und strategisch weitsichtig aufgestellte EU. In ihrer detaillierten Analyse warf Brânduşa Predescu, Generalkonsulin von Rumänien in Bayern und Baden-Württemberg, beim Forschungskolloquium des Centrums für angewandte Politikforschung (C·A·P) ein Schlaglicht auf diese Zusammenhänge.

Der bis heute in politischer Kultur und Gesellschaft des Landes verankerte Wille, Rumänien aus seiner Vergangenheit in der Sowjetunion 'zurück nach Europa' zu führen, manifestierte sich in der rumänischen Revolution vom Dezember 1989. In dieser historischen Perspektive erscheint der NATO-Beitritt 2004 als ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung dieses Ziels. Die Heranführung an die EU entwickelte eine immense ordnungspolitische Kraft auch in Rumänien. Zahlreiche Modernisierungsprogramme führten schließlich dazu, dass Rumänien nach elfjähriger Assoziierung zum 1. Januar 2007 zusammen mit Bulgarien in die Europäische Union aufgenommen werden konnte.


Brânduşa Predescu und Prof. Dr. Werner Weidenfeld

Selbstverständlich bedeutete der EU-Beitritt Rumäniens eine Reihe von Vorteilen für das südosteuropäische Land: Ausländische Investitionen nahmen zu, die Wirtschaft wuchs bis zum Einsetzen der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise noch schneller als vor dem Beitritt, Lohnniveau und Lebensstandard stiegen. Ebenso entscheidend aber sind die Potentiale, die Rumäniens Mitgliedschaft für die Union insgesamt birgt. Europas geostrategischen und energiepolitischen Interessen an der Schwarzmeerregion eröffnen sich mit der direkten Nachbarschaft neue Perspektiven. Dabei geht es nicht nur um den Reichtum der Region an fossilen Energieträgern, sondern auch um Stabilität fördernde Kooperationen – Rumänen verfügt hier über einen reichen Erfahrungsschatz. Jüngstes Beispiel für eine solche Zusammenarbeit ist die Anfang Mai gegründete Östliche Partnerschaft der EU.

Rumänien ist ein europabegeistertes Land. Auch wenn die Wahlbeteiligung bei den Europawahlen in Rumänien als problematisch einzustufen sei, dürfe dies nicht mit fehlender Zustimmung zur europäischen Integration gleichgesetzt werden, schloss Frau Predescu ihre Ausführungen.


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