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Chancen und Herausforderungen für die russisch-westlichen Wirtschaftsbeziehungen

Forschungskolloquium mit Daniel Grotzky, Renova Gruppe

25.05.2009 · C·A·P


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Russland wird im Westen meist nach ganz bestimmten Mustern wahrgenommen. Diese Urteile färben auch unsere Perzeption der Wirtschaftsbeziehungen zu Russland: Das Land wird fast ausschließlich als Gasexporteur gesehen mit einer Wirtschaftsstruktur, die vor allem auf Verstaatlichungen aufbaut. Darüber hinaus überschatten stets politische Problemlagen wie der Georgien-Konflikt die Betrachtung wirtschaftlicher Zusammenhänge. Dass eine Betrachtung der russischen Wirtschaft und ihres Verhältnisses zum 'Westen' sehr viel differenzierter auszufallen hat, zeigte Daniel Grotzky, Pressesprecher der Renova Gruppe, im Rahmen des Forschungskolloquiums am Centrum für angewandte Politikforschung (C·A·P).


Prof. Dr. Werner Weidenfeld und Daniel Grotzky

Schon ein historischer Blick auf die Entwicklung der post-sowjetischen russischen Wirtschaft macht deutlich, dass von einer immensen Dynamik zu sprechen ist. Während ein Großteil der 90er Jahre durch teils missglückte und radikale Privatisierung sowie ein großes Maß an Missmanagement auf staatlicher wie privater Seite geprägt war, setzte eine Konsolidierung und vor allem Internationalisierung der russischen Wirtschaft erst nach einer Krise 1998 ein.

Die Rolle, die der Staat im Rahmen dieser Konsolidierung eingenommen hat, ist allerdings komplex und meist schwer bestimmbar. Während der Gassektor tatsächlich durch massiven staatlichen Einfluss bestimmt ist, ist dieser im vollständig privatisierten Ölsektor deutlich geringer. Zwar sind also die Kontrollmöglichkeiten des Staates auch in 'strategischen' Bereichen eingeschränkt, doch spielt nach wie vor Regulierung eine zentrale Rolle und auch die Unternehmen sehen sich einem größeren 'sozialen Druck' ausgesetzt.

Während noch immer Mentalitätsunterschiede und undurchsichtige Marktstrukturen die gegenseitige Durchdringung der westlichen und russischen Wirtschaft erschweren, internationalisieren sich die meisten russischen Unternehmen doch stark. Dies bezieht sich beispielsweise auf Managementstandards wie die des corporate governance, erhöhte Transparenz sowie eine strategisch ausgewogene Positionierung russischer Unternehmen in westlichen Märkten. Dadurch ergeben sich Gelegenheiten für Investoren, die bei bedächtigem Handeln auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld erfolgreich sein können.


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