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Europawahl für Kinder

Deutschlandfunk dokumentiert einen Europaworkshop der Forschungsgruppe Jugend und Europa

22.05.2009 · C·A·P


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Anlässlich der bevorstehenden Wahlen zum Europaparlament fand am 18. Mai 2009 im C·A·P ein von der Forschungsgruppe Jugend und Europa organisierter "Europa-Workshop" für Kinder statt, der eine Verbindung zwischen der Lebenswelt von Kindern und der Politik der Europäischen Union herzustellen versuchte.


Nach einer kurzen Begrüßung durch wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Jugend und Europa Eva Feldmann-Wojtachnia und die Projektmitarbeiterin Anna-Lena Bettgenhäuser beschäftigten sich die teilnehmenden Kinder im Alter von 8 und 9 Jahren ganz allgemein mit dem Thema "Wahlen". Durch die Diskussion über Fragen wie "Was bedeutet wählen überhaupt?" und "In welchen Situationen dürft ihr selber wählen?" wurde den TeilnehmerInnen schnell bewusst, dass auch sie täglich Entscheidungen treffen, also wählen - sei es die Wahl ihrer Kleidung oder die des Frühstücksgetränks. Daran anschließend wurde anhand von Beispielen des informellen Wählens aus der Lebenswelt der SchülerInnen der Sinn und Zweck offizieller Wahlen, wie beispielsweise Klassen- oder Schülersprecherwahlen, diskutiert.


Nachdem die Bedeutung von Wahlen für Kinder verdeutlicht wurde, stand im Folgenden die Europawahl selbst im Mittelpunkt. Auch wenn die Wahlen zum Europaparlament noch keine direkte Rolle im Leben der Kinder spielen, sind doch die heute 8-9jährigen bereits bei der übernächsten Europawahl stimmberechtigt. So wurden zunächst ganz grundsätzliche Fragen wie "Was  ist eine Partei?", "Wofür brauchen wir Europa?" und "Was macht überhaupt das Europäische Parlament?" gestellt. Anschließend wurde den TeilnehmerInnen anhand einer offiziellen Wahlbenachrichtigung der Ablauf der Europawahl erläutert. Im Anschluss daran war die Phantasie der Kinder gefragt: Unter der Leitfrage "Wie stellt ihr euch den/die optimalen Politiker/in vor?" malten sie ein Bild ihres Wunschpolitikers. Bei der Vorstellung der Zeichnungen wurde deutlich, dass sich die Kinder vielfältige PolitikerInnen wünschen: Sie sollen nicht nur Kriege verhindern, sondern auch Arbeitslosen und Kindern ohne Familien helfen, Spielplätze bauen und die Schule reformieren. Vor dem Hintergrund dieser Interessenvielfalt wurde den SchülerInnen klar, warum bei der Europawahl so viele verschiedene Parteien zur Wahl stehen.

Abschließend wurde in groben Zügen der europäische Gesetzgebungsprozess zwischen Kommission und Parlament erläutert: Wie auch in der Familie hat das Europäische Parlament Mitbestimmungsrechte bei den "Gesetzen" bzw. Richtlinien, die von der EU Kommission vorgeschlagen werden. Dabei merkten die Kinder, dass Europa auch in ihrem täglichen Leben präsent ist – beispielsweise durch die Regelungen zur chemischen Sicherheit von Spielzeug. Als Anregung zur weiteren Beschäftigung mit der Europäischen Union erhielten die jungen EuropäerInnen das von der Europäischen Kommission herausgegebene Heft "Europa kinderleicht" mit auf den Weg. 


Die Veranstaltung wurde von der freien Journalistin Petra Keidel-Landsee (München) begleitet, die daraus einen Hörfunkbeitrag für den Deutschlandfunk produziert, der am 4. Juni 09 im Kinderfunk gesendet wird.

Projekte der Forschungsgruppe Jugend und Europa werden im Rahmen des Kinder und Jugendplans des Bundes (KJP) vom Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend finanziert.


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