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Jugendliche erleben das Europäische Parlament

Multiplikatorenschulung in Kassel und Exkursion nach Straßburg

11.05.2009 · Forschungsgruppe Jugend und Europa


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Im Februar 2009 nahm David Schnabel an einer Multiplikatorenschulung in Kassel teil, die von der Forschungsgruppe Jugend und Europa und der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend Deutschland (aej) zur Europawahl 2009 durchgeführt wurde. Während der Schulung wurden die unterschiedlichsten Methoden zur europapolitischen Bildungsarbeit vermittelt und deren Einsatz in der Jugendarbeit besprochen. Im Anschluss an die Ausbildung erhielt David Schnabel die Gelegenheit, die erworbenen Kenntnisse bei der Konzeption und Durchführung einer Veranstaltung des Jugendamts Wiesbaden unter Beweis zu stellen.

Das Amt für Soziale Arbeit der Stadt Wiesbaden bot im Rahmen des Osterferienprogramms ein 4tägiges Seminar zum Thema Europa und Europäische Union an. Teilgenommen haben 10 Jugendlichen im Alter von 14-17 Jahren, die sich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht sehr intensiv mit dem Thema Europäische Union beschäftigt haben. Die wesentlichen Inhalte des Seminars bezogen sich auf die Idee und die Geschichte der EU, den Aufbau und die Funktionsweise der EU sowie den Erweiterungsprozess.

Die Veranstaltung fand in einem Jugend- und Kulturzentrum mitten im Zentrum von Wiesbaden statt. Nach dem Kennenlernen wurde die Methode "Gruppengeographie Europa" als Einstieg zum Thema durchgeführt. Im Anschluss erstellten die Teilnehmenden einen Ländersteckbrief über einen EU-Mitgliedsstaat ihrer Wahl. Nach der Präsentation der Länderdarstellungen wurde das Thema Europa immer weiter vertieft. Bei der Gestaltung einer "Europa-Blume" haben die Teilnehmenden ihre Vorstellungen und Wünsche zu einem "Europa 2025" veranschaulicht. Diese relativ freie und kreative Aufgabe wurde von den Jugendlichen mit Begeisterung angenommen und äußerst kreativ umgesetzt. Im Anschluss daran wurde ein Geschichtsband über die EU erstellt. Aufgabe der Teilnehmenden war es, die Entwicklung der Europäischen Union mithilfe des "Europa Lexikons A-Z" herauszufinden und in einer Zeitleiste darzustellen. Nach einer kurzen Präsentation sollten die Jugendlichen die grundlegende Bedeutung und Arbeitsweise der EU-Kommission, des Europäischen Parlaments und des Rats der EU herausfinden. Trotz der recht anspruchsvollen Aufgabe konnten die Teilnehmenden dies mit Hilfe der ausgeteilten Materialien gut bewältigen und sich die notwendigen Informationen und Kenntnisse zu den EU-Institutionen erarbeiten.


Die Seminargruppe bei Ihrem Besuch in Straßburg

Am Zweiten Tag stand das Mitentscheidungsverfahren der EU im Programm. Mit Hilfe eines Rollenspiels wurde die komplexe Thematik spielerisch zugängig gemacht und das Gesetzgebungsverfahren für die Jugendlichen erfahrbar und  verständlich. Der Nachmittag stellte einen der Höhepunkte des Workshops dar: Besuch in der hessischen Staatskanzlei. Der Referatsleiter des hessischen Europaministeriums Herr Dr. Knöll stellte die Arbeit des Bundeslandes Hessen in der EU dar. Danach fand eine Führung durch die Staatskanzlei statt. Der Einblick in einen authentischen Ort politischer Entscheidungsfindung beeindruckte die Jugendlichen sehr.

Am dritten Tag der Veranstaltung fand eine Exkursion nach Straßburg statt, um dort das Europäische Parlament zu besichtigen. Die Jugendlichen konnten dort das Simulationsspiel "Euroscola" beobachten, an dem über 500 Schülerinnen und Schüler aus allen 27 EU Mitgliedstaaten teilnahmen. Von besonderem Interesse für die Jugendlichen war dabei, die große Sprachenvielfalt mit zu erleben. Wie bei einer richtigen Plenarsitzung des EP wurden die Diskussionen im Rahmen der Euroscola nämlich simultan übersetzt. Im Anschluss an den Besuch im EP erfolgte noch eine Erkundung der Stadt Straßburg.


Die Seminargruppe bei Ihrem Besuch in Straßburg

Der letzte Tag widmete sich den Grenzen Europas und einer Diskussion über die EU-Erweiterung. Anschließend erstellten die Jugendlichen Wahlplakate, die aus Ihrer Sicht zur Europawahl 2009 aufrufen sollen. Die Teilnehmenden haben dies mit sehr viel Kreativität und Engagement umgesetzt. Die so entstandenen Plakate werden voraussichtlich in der hessischen Staatskanzlei ausgestellt werden. Zum Schluss der Veranstaltung erfolgte noch eine gemeinsame Auswertung, bei der viel positives Feedback gegeben wurde. Sehr gelobt wurden dabei die gute Organisation und die kreative und jugendgerechte Umsetzung der einzelnen Themen.

Bei Interesse an der Konzeption und Durchführung von Jugendseminaren zur Europathematik sowie an der Vermittlung jugendlicher Teamerinnen und Teamern für solche Veranstaltungen können Sie sich gerne an die Forschungsgruppe Jugend und Europa wenden.

David Schnabel


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