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Demokratie vitalisieren durch Bildung

Bericht zur Jahrestagung der Akademie Führung & Kompetenz in Bad Bevensen

26.01.2008 · Akademie Führung & Kompetenz


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Vom 10. bis 12. Januar 2008 veranstaltete die Akademie Führung & Kompetenz in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung und dem Gustav Stresemann Institut Bad Bevensen eine Fachtagung mit dem Titel "Krise der Demokratie – wie Demokratie vitalisiert werden kann". Eingeladen waren Trainerinnen und Trainer der Akademie-Ausbildungsprogramme sowie Multiplikatoren der schulischen und außerschulischen politischen Bildung und Vertreter der Landeszentralen und der Bundeszentrale für politische Bildung.

Die Zustimmung zur Demokratie ist gesunken: Stimmten im Jahre 2000 noch 92% der West- und 78% der Ostdeutschen der Aussage "Die Demokratie ist die beste Staatsform" zu; im Jahre 2005 hingegen waren es nur noch 85% der West– und 64% der Ostdeutschen. Bezogen auf die Demokratie speziell in Deutschland fällt die Zustimmung noch niedriger aus, wobei hier ein größeres Gefälle zwischen Ost- und Westdeutschland zu beobachten ist. So stimmten im Jahre 2000 der Aussage "Die Demokratie in Deutschland ist die beste Staatsform" nur 49% der Ost- und 80% der Westdeutschen zu; im Jahre 2005 sinkt die Zustimmung in Ostdeutschland auf 38% und in Westdeutschland auf 71%.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass eine Rechtsordnung über das Zusammenleben nicht ausreicht, um eine lebendige Demokratie und Bürgergesellschaft aufrecht zu erhalten; Individuen wie Institutionen müssen über notwendige Basiskompetenzen verfügen und sich immer wieder neu über demokratische Werte verständigen. Bildungsmaßnahmen kommt daher eine entscheidende Rolle bei der Vitalisierung der Demokratie zu.


Begrüßung durch die Veranstalter

In diesem thematischen Kontext kamen insgesamt 75 Teilnehmende zusammen, um über die Möglichkeiten und Strategien zur Vitalisierung der Demokratie im Rahmen von Bildungsarbeit zu diskutieren und deren konkrete professionelle Umsetzung durch die Praxisprogramme der Demokratiebildung zu vertiefen.

Fortbildung, Austausch und Vernetzung

Im ersten Teil der Tagung erhielten die Trainerinnen und Trainer programmspezifische Fortbildungen, in denen sie neue Übungen kennen lernten, neue Konzepte diskutierten sowie die Gelegenheit zu intensivem kollegialen Austausch hatten über individuelle Praxiserfahrungen und mögliche Implementierungsstrategien.


Übung: "Grenze der Toleranz" aus dem Programm "Achtung (+) Toleranz"

Programme und Konzepte der Demokratiepädagogik

Im zweiten Teil der Tagung wurde der Teilnehmendenkreis um die Multiplikatoren (u.a. Vertreterinnen und Vertreter der Landeszentralen für politische Bildung) erweitert. Allen wurden die neuesten Entwicklungen und Aufgabenfelder der Akademie vorgestellt. Anschließend konnten sich die Teilnehmenden aus einem Angebot von 10 Workshops  zwei  auswählen, um sich über die verschiedenen Angebote der Akademie und ihrer Partner ein Bild zu machen:


Workshop "Demokratielernen in der Einwanderungsgesellschaft"

Statements zur Vitalisierung der Demokratie

Am letzten Tag leitete Ulrich Kober von der Bertelsmann Stiftung eine lebendige Podiumsdiskussion mit Experten der politischen Bildung zum Thema "Wie Demokratie vitalisiert werden kann". Podiumsteilnehmer waren Michael Alberg-Seberich (Stellvertretender Geschäftsführer Forum for Active Philanthropy), Dr. Christian Boeser (Netzwerk politische Bildung Bayern) und Tobias Diemer (Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik). Die Zuhörerschaft nutzte die Gelegenheit sich nach dem Fishbowl-Prinzip aktiv in die Diskussion einzuschalten. Alle Beteiligten waren sich einig, dass eine Bildungspolitik des langen Atems von Nöten sei, um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Eine Politik ewig neuer und kurzfristiger Modellprojekte wurde nicht nur für die Arbeit in Ostdeutschland scharf kritisiert. Im Anschluss an die Diskussion boten die drei Experten Vertiefungsworkshops zur Diskussion ihrer Statements an.


Das "politisch unkorrektest" zusammengesetzte Podium seit Bestehen der Akademie

Aus den mündlichen und schriftlichen Rückmeldungen der Teilnehmenden geht hervor, dass die Tagung als sehr fruchtbar empfunden wurde. Es wurden sowohl die inhaltlichen Inputs wie auch die Gelegenheit, sich mit bekannten und neuen Kolleg/innen auszutauschen und dadurch viele Anregungen und neue Motivation zu gewinnen als besonders positiv hervorgehoben.

Die Akademie Führung & Kompetenz wird sich bemühen, diese Veranstaltung im Zweijahresrhythmus fortzuführen. In den ungeraden Jahren sollen spezifische Angebote (refresher-Kurse etc.) für die Trainerinnen und Trainer der einzelnen Programmen dazu dienen, die Qualität der Arbeit zu steigern. Im Januar 2010 will die Akademie die Jahrestagung in Kooperation mit dem DGB Bildungswerk in Hattingen durchführen. Voraussichtlicher Termin: 20.-23.1.2010.


Das Team der Akademie Führung & Kompetenz


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