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Integration braucht Bildung

Ergebnisse des Austauschforums der Forschungsgruppe Jugend und Europa

19.11.2007 · Forschungsgruppe Jugend und Europa


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Die Zuwanderung ist eine Herausforderung für viele politische Bereiche, besonders aber für die Bildungspolitik. Im Vordergrund steht hier die Frage, wie die Integration der zugewanderten Menschen – besonders der jungen Generation – besser gelingen kann. Welche Schritte waren bisher im Bildungsbereich sinnvoll, wo besteht Optimierungsbedarf? Reichen Selbstverpflichtungen, wie sie im Nationalen Integrationsplan von den politischen und gesellschaftlichen Akteuren formuliert wurden, aus? Wo müssen konkret Ausgangsbedingungen verändert werden, um der Schlüsselfunktion von Bildung für nachhaltige Integration mehr Gewicht zu geben?

Diesen und ähnlichen Fragen widmete sich das Austauschforum "Zuwanderung und Integration als bildungspolitische Herausforderung", zu dem die Forschungsgruppe Jugend und Europa im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 16.-17.10.2007 eine kleine Gruppe von Bildungsexperten ans C·A·P geladen hatte. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ergebnisse der OECD-Studie und aktuellen Fragen der Migrationspolitik wurde erörtert, wie die Jugend- und Bildungsarbeit speziell jugendliche Migrantinnen und Migranten in ihrem Bildungs- und Sozialisationsprozess nachhaltig unterstützen kann.


Ziel der Veranstaltung war es, die Implikationen von Zuwanderung für die Bildungspolitik zu analysieren, daraus konkrete Handlungsvorschläge abzuleiten und diese abschließend mit Bundestagspräsidentin a.D. und Zuwanderungsexpertin Prof. Dr. Rita Süssmuth mit Blick auf ihre Umsetzbarkeit zu diskutieren. Hierzu hatten sich zwei Arbeitsgruppen zu den Themenfeldern

  • "Sprache und Orientierung" einerseits und
  • "Bildungserfolge und Monitoring" andererseits

gebildet und hier zahlreiche Ansatzpunkte zur Optimierung erarbeitet.


Den Auftakt der Arbeitstagung bildete eine von OB Christian Ude eröffnete Veranstaltung im Rathaus der Stadt München mit Dr. Albert Schmid, dem Präsidenten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Nürnberg) und Cumali Naz, dem Vorsitzenden des Ausländerbeirats der Landeshauptstadt München. Die Moderation hatte Eva Feldmann-Wojtachnia der Forschungsgruppe Jugend und Europa am C·A·P übernommen. Das Thema des Abends "Integration und demokratische Teilhabe – Wie definiert sich die Zuwanderungsgesellschaft?" wurde am folgenden Tag am C·A·P im Hinblick auf unterschiedliche Bildungs- und Integrationsstrategien in den oben genannten Arbeitsgruppen vertieft.

Hierbei erwies es sich als gewinnbringend, dass das Austauschforum Vertreter und Vertreterinnen aus den unterschiedlichsten Berufsbereichen und Themengebieten im Bildungssektor zusammengebracht hatte: Vertreter der Jugendarbeit (Verband der Christlichen Pfadfinderinnen und Pfandfinder) saßen ebenso am Tisch wie Experten/innen aus der Schulbildung (Bayerisches Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung), wie weitere Bildungseinrichtungen, die im Zusammenhang mit Sprach- und Orientierungskursen eine maßgebliche Rolle spielen (Goethe-Institut, Konrad-Adenauer-Stiftung, Volkshochschul-Verband), aber auch Vertreterinnen und Vertreter von Integrationsprojekten ("Tür an Tür") sowie der Forschung (Deutsches Jugendinstitut, Bertelsmann Stiftung, Institut für griechisch-deutsche Beziehungen, Forschungsgruppe Jugend und Europa).

Fazit

Diese interdisziplinäre Expertise ergab unterschiedlichste Erfahrungsschnittstellen und ermöglichte engagierte Diskussionen. Es entwickelte sich ein intensiver und konstruktiver Austausch, dessen Ergebnisse mit einer der profiliertesten Politikerinnen in Fragen der Zuwanderungspolitik diskutiert wurden, die sich hierzulande mit der Thematik beschäftigen. Prof. Dr. Rita Süssmuth teilte viele Ergebnisse der Arbeitsgruppen und gab zusätzliche Diskussionsimpulse. So wurde unter anderem thematisiert, welche Rolle die Eltern in der Bildung spielen sollten, wie sich Schule und weitere Bildungseinrichtungen besser verzahnen lassen und welche Rolle Bildung und Integration bereits in den Kindergärten spielt. Auch wies sie insbesondere auf die Notwendigkeit

=> zur Verbesserung der Partizipation,

=> zur Stärkung des europäischen Bewusstseins sowie

=> zur Förderung einer demokratischen Identität

bei den zugewanderten Mitgliedern in unserer Gesellschaft hin. Sie gab jedoch zu bedenken, dass es sich hierbei um einen Prozess der gemeinsamen gesellschaftlichen Verantwortung handele.


Prof. Dr. Rita Süssmuth unterstrich in ihrem Abschlussstatement, dass die Chance auf Problemlösung nur im Austausch miteinander liegen könne und lobte ausdrücklich die Arbeitstagung der Forschungsgruppe Jugend und Europa als ein gelungenes Beispiel für einen solchen Ansatz. Denn die Tagungsteilnehmer/innen gaben nicht nur einen aktiven Input, sondern konnten aus den Diskussionen dieses Austauschforums auch zahlreiche Impulse für ihre Arbeit mit nach Hause nehmen. Kerstin Riedl als Vertreterin des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder zog abschließend sehr zufrieden Fazit: "Es war für mich persönlich und für die Arbeit der World Organization of the Scout Movement sehr bereichernd und interessant, mit so vielen Experten und Expertinnen der Integrations- und Bildungsarbeit in Austausch treten zu können. Besonders gefreut hat mich das rege Interesse von Prof. Dr. Rita Süssmuth an unserer Arbeit."

Projekte der Forschungsgruppe Jugend und Europa werden im Rahmen des Kinder- und Jugendplan des Bundes gefördert.


Kontakt und weitere Information

Eva Feldmann-Wojtachnia

Dr. Doerthe Winter-Berke

Downloads

Teilnehmerliste

Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Sprache und Orientierung"

Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Bildungserfolge und Monitoring"

Links

C·A·P-Interview mit Prof. Dr. Rita Süssmuth zum Stand der Integrationsbemühungen

Kurzbericht über die Veranstaltung im Rathaus zur Zukunft der Zuwanderungsgesellschaft


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