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Toleranz- und Demokratiepädagogische Fachtagung in Weimar

Herausforderungen der Einwanderungsgesellschaft

Vom 12. bis 14. Januar 2006 veranstaltete die Akademie Führung & Kompetenz in Kooperation mit der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar eine Fachtagung für Multiplikatoren der schulischen wie außerschulischen politischen Bildung in Weimar. Hier ein kurzer Bericht des vielseitigen Tagungsprogramms.

26.01.2006 · Akademie Führung & Kompetenz


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Vor dem Hintergrund der Einwanderungsgesellschaft und der Frage des Umgangs mit der Integration von Migranten nach dem Zuwanderungsgesetz sind demokratiefördernde Programme gegenwärtig im Mittelpunkt des Interesses politischer Bildung. Große Bundesprogramme wie XENOS, CIVITAS und entimon haben es bundesweit ermöglicht, Modellprojekte zu entwickeln, die Antworten im Bildungsbereich bieten. Für das Schulsystem wird gegenwärtig das BLK (Bund-Länder-Kommission)-Programm Demokratie leben und lernen umgesetzt.


Trainer-Workshop von "Eine Welt der Vielfalt"

Bundesweit werden damit "Berater für Demokratiepädagogik" ausgebildet, die Schulen bei der Weiterentwicklung ihrer demokratischen Kompetenz (sowohl curricular als auch systemisch) unterstützen. Für Migrantinnen und Migranten werden duch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verschiedene Konzepte für Sprach- und Orientierungskurse entwickelt. Sie wollen helfen die Zuwanderung gesamtgesellschaftlich produktiver zu gestalten und Integration als gesamtgesellschaftlichen Prozess zu begreifen.

Das geplante Antidiskriminierungsgesetz wird auch Betriebe wie staatliche Einrichtungen vor neue Herausforderungen stellen, mit gesellschaftlicher Vielfalt produktiv umzugehen. Darüber hinaus soll gegenseitige Toleranz als zukunftsweisender Wert umgesetzt werden. Individuelle Sensibilisierung muss dabei mit Organisationsentwicklung und Coaching kombiniert werden, um umfassendes Diversity-Management zu erreichen. Demokratiepädagogik arbeitet in diesem Zusammenhang mit Unternehmensberatung zusammen.


Marina Khanide präsentiert eine neue Übung zu "Betzavta"

Programme und Konzepte der Demokratiepädagogik

Im Mittelpunkt der Tagung standen Workshops zu den langjährig erprobten und wissenschaftlich evaluierten Bildungsprogrammen der Akademie Führung & Kompetenz. Daneben wurden neue Bildungsansätze präsentiert, etwa das Projekt "Sprache-Macht-Demokratie", mit dem für Migranten wie Aufnahmegesellschaft, in Form von Seminaren, die Bedeutung von Sprache und Integration beleuchtet werden. Im Mittelpunkt eines Workshops stand das Projektverfahren "Gemeinsinn-Werkstatt", welches eine neue systemische Herangehensweise zur Entwicklung gemeinsamer Projekte und gemeinschaftlicher Entwicklungen anbietet. In einem weiteren Workshop wurde die "Technology of Participation®" vorgestellt, mit der vor allem im Jugendbereich selbstorganisierte Prozesse methodisch unterstützt werden können.


René Koroliuk präsentiert "ToP®"

Mit einem ausführlichen Film wurde das Seminarkonzept "Ohne Angst verschieden sein" präsentiert, das eine interkulturelle Begegnung in der Fremde ermöglicht und als alternatives Reiseangebot mit pädagogischer Begleitung großes Interesse fand.

Vernetzung und Erfahrungsaustausch

Die Tagung bot den, von der Akademie Führung & Kompetenz ausgebildeten Trainerinnen und Trainern die Möglichkeit, in gegenseitigem Austausch und Coaching gezielt Praxiserfahrungen zu bearbeiten. Im Mittelpunkt standen Themen der Verknüpfung inhaltlicher Ansprüche mit gruppendynamischer Seminarorientierung, die Verknüpfung von individueller Sensibilisierung und systemischer Herangehensweise und der produktive Umgang mit Konflikten im Seminargeschehen.

Evaluation und Qualitätssicherung

Vor dem Hintergrund von Effizienz- und Einsparungsdiskussionen im Bildungsbereich ist Evaluation notwendige aber weithin unbeliebte Forderung - vor allem seitens der Geldgeber. Evaluation muss in der Demokratiepädagogik mehr als die statistische Erfassung von Fragebogendaten sein. Die Akademie Führung & Kompetenz stellte hierzu ihr eigenes Konzept einer partizipativen Evaluation politischer Bildung vor, das die Chance einer grundlegenden Motivation für Qualitätssicherung mit der tatsächlichen Umsetzung von Evaluationsergebnissen kombiniert. Die Impulsvorträge halfen dabei die politischen Bildner für die Chancen und Grenzen von Evaluation zu sensibilisieren.


Florian Wenzel vermittelt "partizipative Evaluation"

Im Rahmen eines längerfristigen Schul- und Aubildungs-Projektes der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar wurde über drei Jahre u.a. mit den Programmen "Achtung (+) Toleranz", "Betzavta/MITEINANDER" und "Eine Welt der Vielfalt" an thüringischen Schulen gearbeitet. Ansatz wie Evaluationsergebnisse des Projektes wurden auf der Tagung dargestellt, Chancen des weiteren Einsatzes der Programme diskutiert.


Susanne Ulrich moderierte die Tagung

Beteiligte

Die 50-köpfige Teilnehmerschaft aus der gesamten Bundesrepublik waren sowohl Trainerinnen und Trainer als auch Interessierte von demokratiefördernden Programmen, die vom Centrum für angewandte Politikforschung (Universität München) in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung und anderen Partnern entwickelt wurden. Eingeladen hatte die Akademie Führung & Kompetenz am C·A·P in Kooperation mit der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar.


Gabriele Rösing stellte eine Warmup-Übung im Plenum vor

Autor

Florian Wenzel
Akademie Führung & Kompetenz
Maria-Theresia-Str. 21
81675 München
E-Mail: florian.wenzel@cap-akademie.de 
www.cap-akademie.de


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