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Die Globalisierung der Außenpolitik

Hubertus Hoffmann, Gründer und Präsident des World Security Network, im C·A·P-Kolloquium

03.07.2006 · C·A·P


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Wie wird im Zeitalter der Globalisierung Außenpolitik gemacht? Was sind die gestaltenden Kräfte der internationalen Politik? Mit diesen Fragen setzte sich Dr. Hubertus Hoffmann, der Präsident des World Security Network, des größten Netzwerks von Sicherheitsexperten weltweit, auseinander.


Prof. Dr. Werner Weidenfeld und Dr. Hubertus Hoffmann.

Staaten sind heute bei weitem nicht mehr die einzigen und oftmals auch nicht mehr die relevantesten Akteure der internationalen Politik. Selbst die Machtressourcen der Vereinigten Staaten, nach dem Ende des Ost-West-Konflikts die letzte verbleibende "Supermacht", erweisen sich als ungenügend, um globale Ordnungsstrukturen zu etablieren und die regionalen Konfliktherde im Mittleren Osten oder in Ostasien in den Griff zu bekommen. Auch von der Europäischen Union, ebenfalls ein Akteur mit hohen Ansprüchen, ist diesbezüglich nicht viel zu sehen. Staatliche Außenpolitik beschränkt sich in zunehmendem Maße auf Krisenmanagement, ist in erster Linie reaktiv und ad hoc initiiert. Individuen und Netzwerke substaatlicher Akteure machen derweil ebenfalls globale Politik und verfolgen ihre Agenden bisweilen konsequenter und nachhaltiger als Staaten, da sie sich an die Möglichkeiten und Anforderungen der Globalisierung angepasst haben. Noch stärker als bisher kommt es nach Hoffmanns Analyse daher auch für Staaten darauf an, ihre Außenpolitik global auszurichten und Herausforderungen proaktiv anzugehen. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist es, die nationalen Eliten von morgen und übermorgen zu vernetzen. Ein derartiges Netzwerk könnte etwa globale Probleme frühzeitig erkennen und Lösungskonzepte entwickeln. Um diese Elite zu fördern, gelte es für Politiker als Mentoren tätig zu werden und – ähnlich wie dies Henry Kissinger getan hat – junge talentierte Leute frühzeitig zu fördern und in Entscheidungsstrukturen einzubinden. Prof. Werner Weidenfeld, Direktor des C·A·P, stellte in diesem Zusammenhang eine Übereinstimmung zwischen Hoffmanns Analyse und der Projektarbeit des C·A·P fest. Das vom German Marshall Fund geförderte Projekt Improving Responsiveness to International Change etwa versucht, junge Entscheidungsträger aus politischen, journalistischen und akademischen Bereichen zu vernetzen.


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